WeinNews - Weingut W I M M E R - C Z E R N Y - Austria

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WeinNews

Der Jahrgang 2016       -     aus der Sicht des Winzers

- warmes feuchtes Jahr mit vielen Extremen
Auch dieser Winter war sehr mild mit ganz wenig Frost. Nach Ostern kam der Austrieb und die erwachte Natur mußte Spätfröste befürchten. Es fiel dann Ende April durch großräumige nördliche Windströmungen 4 Nächte lang die Temperatur unter den Gefrierpunkt, besonders lange Triebe erfroren, die spätere Knospen oder Reserveaugen konnten noch weiterwachsen und Trauben bilden, auch durch Rauch machen wurde es kein Totalschaden, aber es gibt Einbußen besonders bei Junganlagen.  Die intensiven Regenfälle im Juli reduzierten nochmals die Trauben bei einzelnen Sorten. Die Weine wirken nicht zu schwer, mit klassischer Frucht, eher elegant, in der Säure          etwas milder als im Vorjahr. Es war keine große Mengenernte, aber auch  heuer werden wir unsere Kunden versorgen können mit naturbelassenen Tropfen aus eigenen guten Trauben.

Aktivitäten
Der Gr.Vetliner Fumberg 2015 wurde von der Marktgemeinde Ottensheim in einer öffentlichen          Verkostung für 1 Jahr zum Marktwein Weiss gewählt, wofür wir uns sehr  geehrt fühlen, dazu wurde ein nettes Video gedreht, zu dem man über  unsere Homepage gelangt. Bei den Weinbewertungen sind besonders zu erwähnen der Gault-Millau WeinGuide: 3 Trauben für unser Weingut und Vinaria Wineguide ebenfalls 3 Kronen.
Das Hoffest "WeinKult 15"   war wettermäßig günstig, umrahmt von vielen regionalen ausschließlich biolog. Dingen rund um den Wein, wie etwa eigenen Mangalitzaspeck oder hochwertige Jungpflanzen zum mitnehmen von alten samenfesten Gemüsesorten von Reinsaat.
Für den traditionellen Freitag Abend arrangierte Musiker und Hofintendant doctor artis Bertl  Mütter ein Programmangebot mit 2 oö.Schauspielerinnen, Maria Hofstätter und Martina Spitzer, die Texte von Kafka, Nestroy,  Brecht, Dostojewski u.a. gemeinsam mit Martin Zrost (vom Trio Lepschi) darboten. Es gab abwechselnd die Musik mit Sascha Lackner, Mütter und Christof Cech, dazwischen von Buffetpausen mit den  Weinen immer wieder unterbrochen. Die hofeigenen Lebensmittel wurden durch den jungen Koch Tero aus Finnland und Isabell  Zernitz-Wiesner zubereitet.
Die Bilderausstellung wurde vom  Malerin "Anne Marie Ambrozy" aus Altenwörth am Wagram gestaltet.
Der nächste Weinkult 16 wird von 28. – 30. April 2017 sein, wir freuen uns auf Anne Bennent,  welche von Konrad Bayer rezitieren wird sowie Otto Lechner mit seinem genialen Ziehharmonikaspiel, hier kommt gesondert noch eine  Einladung. Das darauffolgende Wochenende ist der Wagramer         Weinfrühling in der ganzen Region und abends am 6.Mai findet erstmals die österr. „Lange Nacht der Demeterhöfe“ statt, mit  unserm Weinsortiment und hofeigenem Magalitzaspeck sowie SpecialGuests.
        
Weingärten  und Hof
Der vergangene milde Winter 2015 mündete ziemlich vorhersehbar in massive Spätfröste, die europaweit Wein und Obst schädigten. Die Triebe waren leider schon sehr groß. Die polaren Luftströme zogen über Westfrankreich und Steiermark auch in den  Donauraum, Ende April gab es ein Woche lang Nachtfrost, mit Räuchern in der ganzen Region versuchte man die Auswirkungen der Eiskristalle in den Zellen gering zu halten. Es gab auch Versuche mit Hubschraubern. Anscheinend ist die Rauch-Methode durchaus etwas, das hilft, jedenfalls blieb uns der Totalschaden erspart. Jedoch bewirkten Neuaustriebe der  Ersatzknospen einen hektischen unausgeglichenen Wuchs mit weniger Widerstandskraft, was später beim Pilzangriff im Juli spürbar wurde.
Es ging feucht kühl weiter, das Getreide harmonierte mit dem Wetter, die  Reben waren gestreßt, die Marillen ohnehin schon im Aprilfrost weg. Die anfangs April gut eingebrachte Begrünungsmischung etablierte sich gut, wir praktizieren seit mehreren Jahren gern Winterbegrünung, die im Frühjhar rasch aufwächst und Blüten macht, auch wenn April oder Mai ungünstig sind.
Die Blüte und Gescheinentwicklung verlief spät aber günstig, alles schien wieder gut, bis im Juli Gewitterserien ungewöhnliche Regenmengen erbrachten, und eben auch Pilzinfektionen, die bei sensiblen Sorten viele Trauben  zerstörten. Es ist für Demeterbauern keine wünschenswerte Option, aber sicher hätte man mithilfe von intensiverer Bespritzung mit Mittel, die in den Saftstrom gehen, mehr Menge geerntet, jedoch sind nachher alle Rückstände in Trauben und Wein.
Alles in Allem war es eines der schwierigsten Jahre, wenn man nicht zurückfallen wollte in alte Zeiten, als Nachhaltigkeit und Bekömmlichkeitein exotische Fremdwörter waren. Wenn man heute Weine von 2008 öffnet, erinnert man sich an ähnliche Situationen und erkennt, daß die Natur der beste Chef-Kellermeister ist.
Sehr feucht-warme Verhältnisse ließen die Trauben groß werden, bis zur Ernte verbesserte sich die Wetterlage und das Finish war dann doch perfekt, mit langen sonnigen Spätsommertagen.

       Der neue Wein
Der FrühroteVeltliner Floss 2016, am 25. September geerntet, wurde wieder trocken, schön fruchtig elegant mit sortentypischer Blume. Die Menge war wesentlich besser als im Hageljahr 2015, er ist anscheinend sehr  pilzresistent. In 2 Etappen begann die Ernte des MITTERWEG SauvignonBlanc, die ein Teil leichter unde exotisch fruchtig und  der andere Teil gering im Ertrag, reif und dicht, das Ergebnis wirkt expressiv, trocken und guter Körper und Säure, sehr intensiv ausgeprägte Frucht. Es ging zügig weiter mit Grüner Veltliner HEFEABSTICH (Wagramterrassen),  auch heuer wie im Vorjahr kleinerer Ertrag aber wunderschöne gesunde kleine Trauben. Obwohl er ein leichterer Veltliner ist, wirkt er nicht dünn oder sauer, sondern mit besonders viel Spritzigkeit und Gehalt, und er sollte sin noch ausbauen können.
        Die Haupternte begann mit GrünerVeltliner FUMBERG, die schöne Reife und Säure der Trauben prägt den Wein: exotische gelbe Früchte, feine Würze und Säure, druckvoll, aber trocken, wir hoffen, daß er die hohe  Qualitätslatte des Vorgängers auch erreicht.
 Besonders schön wie lange nicht mehr war Weißburgunder SCHEIBEN der sich ja im Vorjahr  gezwungenermaßen etwas zurückgenommen hatte: 2 Leseetappen, mit voller Reife und Fruchtigkeit, er braucht aber schon noch Zeit, seine Finessen hervorzuarbeiten.
 RoterVeltliner FELS AM WAGRAM wurde langsam reif und rot, vor schon einmal durchgelesen, jetzt am optimaler Punkt zur Ernte. Klassische Sortenaromen finden sich in Duft und Geschmack, ein harmonischer Körper mit Schmelz. 2.Oktoberwoche ernteten wir Riesling WEELFEL mit schönen 18,5 Grad Zucker, der  widerstandsfähige Riesling machte in dieser verrückten Witterung besonders gute Figur, der junge Wein wirkt feinfruchtig nach Steinobst,  trocken mit guter Säure, er braucht aber noch etwas Zeit.
Traminer Mitterweg TRIO heuer mit 20 Grad Zucker, kaum Süße, sehr viel Gehalt und Körper, ein Teil wurde 2 Monate Maischevergoren und kam wieder zusammen.
Vollreife Trauben vom WEELFEL Veltliner AlteReben, Alkohol knapp 13, reife kräuterwürzige Früchtearomatik,  langanhaltenden Extrakte, gute Anlagen. Er ist heuer in einem ganz kleinen Faß, so wie die andern Reserven. Die  Trauben für Pinot Noir wurden diesmal mit 20 Grad Zucker 5 Wochen maischevergoren, hat guten Gehalt, auch wenn nicht so farbstark  heuer, passend die Säure und Frucht. Zweigelt Hammer und AEOLIS fielen nahezu komplett dem Frost zum Opfer, der Zweigelt war leider im Vergleich zu PinotNoir deutlich empfindlicher. Wir profitieren hier von vorhergehenden guten Jahrgängen, es gibt auch den Maischevergorenen PUR 2013 jetzt.
        
        
        
         
        
         
       Der Jahrgang 2015 - aus der Sicht des Winzers
- ein Sonnenjahr mit Hagel und Hitze erbringt wunderbare Qualitäten in mäßigen Mengen

Wieder war der milde kurze Winter im Frühling in sommerhaftes Wetter  übergegangen. Klar, daß bei einer Kaltfront sich  Hagel bilden könnte. Der Wagram erlebte anfangs Mai die schlimmste heftigste Hagelgewitterfront, die man bis jetzt bei uns kannte. Die geschockten Reben begannen später Neuaustriebe, die konstante Wärme und spätere Blüte ergab dann sehr klassisch reife Trauben, die im Vorjahr  vielleicht nicht reif geworden wären. Es ist heuer die Besonderheit der Wagramer Weine, daß sie heuer mehr Konzentration   und Eleganz als alle andern 2015er aufweisen, für den Weinliebhaber durchaus ein Vorteil. Als Winzer gabs leider nicht  soviel Fässer zu befüllen, normalerweise wäre der  Ertrag besser gewesen, als in den letzten paar Jahren. Für unsere Kunden   kommen aber nur aussschließlich unsere eigenen  Demeter-Trauben in die Flasche, bis zur nächstes Ernte sollte es sich  ausgehen, die Klassiker gibts länger, die Reserveweine werden schneller ausgehen.
        
Aktivitäten
Aus einigen Weinbewertungen sind besonders zu erwähnen eine  Österreichische durch Gault-Millau WeinGuide: 3 Trauben für unser  Weingut. Vinaria Wineguide verlieh uns  ebenfalls 3 Kronen. Daneben eine Internationale durchs US  Weinmagazin "Winespectator", er listete unsern Wein unte den Besten in seiner jährlichen Weinprobe, den  "GrünerVeltliner WEELFEL AlteReben 2013" mit 90 Punkte.
Das Hoffest "WeinKult 14" war trotz kühlem Wetter sehr gelungen, umrahmt von vielen regionalen ausschließlich biolog. Dingen rund um den Wein, wie etwa eigenen Mangalitzaspeck oder hochwertige Jungpflanzen zum mitnehmen von alten samenfesten Gemüsesorten von Reinsaat, edel der Demeterkarpfen vom Marc Mössmer, der der Biofischpionier des Landes ist.
Für den traditionellen Freitag Abend erstellte unser langjähriger Freund und Hofintendant (frisch promovierter doctor artis) Dr.Bertl Mütter ein Programmangebot aus ganz feinen Künstlern, die alle zusammen durch den Abend führten, der von Buffetpausen mit den Weinen immer wieder unterbrochen wurde. Er spielte Posaune und das "Schagerl-Muthorn", Ewald Oberleitner (Kontrabaß) kam auch diesmal wieder zu uns nach Fels. Sopran-Sängerin Anna Maria Pammer wurde durchs Programm "Blümerant" vom aufstrebenden jungen Paul Schuberth am Akkordeon begleitet. Paul steigerte sich auch hinein zusammen mit Jelena Poprzal, die ihre Geige sehr vielseitig temperamentvoll anwendete.
Das Buffet kam diesmal aus hofeigenen Lebensmitteln, durch den jungenKoch Tero aus Finnland und Isabell Zernitz-Wiesner.
Die Bilderausstellung wurde vom Malerin "hannana" aus Kirchberg am Wagram gestaltet, das Thema Wasser war eine Linie. Der nächste Weinkult 15 wird von 29. April - 1. Mai 2016 sein, hier kommt gesondert noch eine Einladung. Es sind anschließend noch 2x Wein& Schwein (18 Juni und 2.Juli) geplant.
        
        Weingärten
Der Winter 2015 war wieder ungewöhnlich trocken und mild, nach Ostern wurde es sehr warm, der April erinnerte an  Sommer. Die anfangs April gut eingebrachte Begrünungsmischung etablierte sich, wurde dafür aber mit dem Wein gemeinsam  abgehagelt - in der Nacht des 6.Mai, die jungen Triebe waren bereits 1 - 3 Blätter lang.   Nach einer sehr kühlen Woche gab es 2 schwüle Tage, es  entwickelte sich 35 km entlang des Donaunordufers von Krems beginnend bis zur Schmida eine Luftmischung mit zerstörerischer unerwarteter Energie. Die Reben wirkten wie Sandgestrahlt am nächsten Tag, Dächer wurden abgehoben. Unsere höheren Lagen Weelfel und Fumberg blieben aber gottlob fast unbeschadet. Unsere Freilandtiere haben sich tüchtig mit Unterstand und Bäumen geschützt, ohne Probleme. Unsere Äcker waren nur mehr als Futterware geeignet, aber dafür haben wir ja hofeigene Interessenten. Man stand unter Schock, als erst nach Tagen die Eisreste abgeschmolzen waren, konnte man noch lange nicht in den Weingarten, es war der größte  Niederschlag (50 mm) des ganzen Jahres, der Boden war zu weich.
Wochenlang sah man nicht mehr viel auf den verletzten Reben. Wir wendeten Tee an, Brennessel, Salbei und Baldrian. Diese Erfahrung war neu, alte kräftige Reben regenerierten besser, Selbstheilkraft und Reserven waren da wichtig, das galt auch für Winzer. Nach 3 Wochen gab es dann wieder vollen Wuchs, im Vergleich zu unbeschadeten Regionen war es für uns lange deprimierend. Und dann begann im Juni der Sommer mit großer Hitze, eine Wärmezeit, die mit kleinen Unterbrechungen monatelang anhielt. Die Blütezeit war am Wagram Ende Juni und durchwegs bis Juli, aber das Ausreifen war kein Problem. Der Lößboden spielte seine Speicherfähigkeit voll aus, die Vegetation entwickelte sich gut und gesund. Wichtig war wieder ein bedeckter bewachsener Boden, wir hatten Ende Juli nochmals Begrünung anbgebaut. Wenn auch des Winzers Arbeit bei 40 Grad Celsius im Freien stoppte, die Trauben machten weiter und wurden recht  schön, es gab keine Überraschungen mehr. Ende September, als viele Regionen die Ernte beendeten, ging es bei uns erst los. Die Ernte war insgesamt kleiner, aber sie ging bei uns bis Ende Oktober. Wir sind stolz, ausschließlich mit eigenen Trauben zu arbeiten.
        
        Der neue Wein
Der FrühroteVeltliner Floss 2015, am 20. Septembergeerntet, wurde wieder trocken, schön fruchtig elegant mit  sortentypischer Blume. Die Menge war hier nur die Hälfte des Normalen, aber immerhin. Nach 1 Woche Pause kam der erste Teil von MITTERWEG SauvignonBlanc dran, die  2.Etappe erst 10 Tage nachher, wirkt expressiv, trocken und guter Körper und Säure, sehr exotisch ausgeprägte Frucht. Es ging zügig  weiter mit Grüner Veltliner HEFEABSTICH (Wagramterrassen), um das übliche Faß zu füllen, wurde der gesamte Hammer benötigt anstatt ein Teil, aber egal, wunderschöne gesunde kleine Trauben. Beim Verkosten spürt man harmonische Eleganz mit sehr lange anhaltendem Körper, feine Säure und Veltlineraromatik, mit besonders viel Spritzigkeit         und Gehalt.
GrünerVeltliner FUMBERG wurde innerhalb 3 Wochen in Etappen geerntet, die schöne Reife aber auch Vielfalt und Unterschiedlichkeit derTrauben prägt den Wein: exotische gelbeFrüchte, feine Würze und Säure, druckvoll, aber trocken, er wird heuer ganz besonders. Auch Weißburgunder SCHEIBEN erforderte 2 Leseetappen, mit voller Reife und Fruchtigkeit, er  braucht aber schon noch Zeit, seine Finessenhervorzuarbeiten.
2.Oktoberwoche ernteten wir Riesling WEELFEL mit schönen 18,5 Grad Zucker, der junge Wein wirkt feinfruchtig nach Steinobst, trocken mit sehr guter Säure, der Gehalt ist klarerweise 2015 ebenfalls nicht zu knapp, ganz außergewöhnlich. Bei RoterVeltliner FELS AM WAGRAM wurde schon im September durchgelesen. Die Hauptfläche hatte gewartet auf die Dunkelrosa Traubenfärbung,  es war jetzt ein optimaler Punkt zur Ernte. Klassische Sortenaromen finden sich in Duft und Geschmack, ein sanfter  harmonischer Körper ergänzt sich gut mit der ezenten Säure und Spritzigkeit. Traminer Mitterweg TRIO diesmal sehr wuchtig, mit ein wenig Süße, sehr viel Gehalt und Körper, ein reifes Produkt voll Exotik.
Mitte und Ende Oktober ernteten wir vollreife Trauben vom WEELFEL Veltliner AlteReben, Alkohol knapp 13, reife  kräuterwürzige Früchtearomatik, langanhaltenden Extrakte, auch hier ganz herausragend in seinen Anlagen heuer.
Die Trauben für Pinot Noir wurden Sektgrundwein für den Blanc de Noirs , passend die Säure und Frucht. Trauben von  Zweigelt Hammer und AEOLIS kamen  naturbelassen mit 19,5 Grad zur Vergärung. Man spürt beim Jungwein die reifen Tannine.
Aufgrund der beschränkten Erträge durch Hagel war kein FelserBerg und kein PUR möglich. Jedoch sind im Keller der Jahrgang 2013 auf der Flasche, noch ist also kein Engpaß, wir genießen die Vorzüge der Vorgängerjahrgänge.
         
Der Jahrgang 2014       -  aus der Sicht des Winzers
          
          - ein feuchter Herbst fordert die Winzer
Nach einem ungewöhnlich milden trockenen Winter zeigte sich bis Juli            der Traubenansatz kerngesund, ausgiebige Regenfälle zur Reife machten            bis zuletzt aber größte Probleme, um die Ernte gut in den Keller zu            bekommen, die Winzer waren besonders gefordert in Erfahrung und            Handwerk. Feine elegante Weine mit angenehmer Säure und nicht soviel            Alkohol sind für diesen Jahrgang die Regel, und ganz            viel Frucht. Besonders stolz sind wir auf die Naturbelassenheit            unserer Weine, außerhalb von Demeter heuer keine     Selbstverständlichkeit.

          Aktivitäten
Roter Veltliner als Rebsorte in der SlowFood Arche des Geschmacks wird            sich 17.April 2015 wieder im Wiener Rathaus anläßlich der FairTrade            Messe präsentieren. Der Wagram ist stolz auf seine eigenständige Rebe,            die auf seinen speziellen Boden und Sonne auch bei Extremjahrgängen            gelingt.   
Bei Weinprämierungen wurde GrünerVeltliner FUMBERG 2014 vom            klassischen Lößterrassen bei Best of Bio von den Biohotels            prämiert, uns freut sehr die Anerkennung unseres typischen und            umfangreichsten Weines. Der Österr.Weissweinguide prämierte unseren            RotenVeltliner 2013 Fels am Wagram mit 5 Gläsern. Das deutsche            Weinmagazin Vinum hob in einer Reportage unseren Traminer Trio 2012            hervor. Verschiede Weinguides belegten, daß mit den Weinen von 2013            einer der besten, ja gewaltigsten Jahrgängen gewachsen war, ein            Geschenk der Natur einfach durch diese langsame Reifezeit.
Das Hoffest "WeinKult 13" war umrahmt von vielen kulinarischen            Dingen rund um den Wein, wie etwa eigenen Mangalitzaspeck oder            hochwertige Jungpflanzen zum mitnehmen von alten samenfesten            Gemüsesorten von Reinsaat.  Der musikalische Teil war diesmal der            Drehleiserspieler Matthias Lobner, erneut kam Ewald           Oberleitner (Kontrabaß) sowie Christoph Cech (Synthesizer            und Drums) und Brass ?Hofintendanten Dr.Bertl Mütter.   Eine            literarische Kostprobe wurde von Andrea Grill geboten die   zweite Dichterin in den 13 Jahren. Auch für WeinKult 2015 darf            ich schon eine Frau ankündigen.
Die Bilderausstellung wurde vom Maler aus Droß in NÖ, Gerhard Frei            gestaltet, vielfältig, auch mit den Formaten.
Der Biolebensmittelmarkt zum Kosten und Kaufen teils mit            Eigenprodukten, teils von befreundeten Biobauern sorgte für das  leibliche Wohl.
Der nächste Weinkult 14 wird von 1. - 3. Mai 2015 sein. Das            Kellergassenfest ist letztes Juni Wochenende.
          
          Übers Weingut
Im April im 82.Lebensjahr verstarb Senior Johann Czerny im Kreise der            Familie. Es ist schwer, darüber zu berichten, er hatte nach dem            Schlaganfall noch viele gute Jahre, vorher in den Weingärten  noch            noch voll dabei. Vieles im Weingut entstand durch seine Arbeit, die            vielen von ihm gepflanzten Reben bringen heute noch gute Trauben.            Trotz Behinderung die Situation gut zu anzunehmen und mit Rat und            Präsenz die Familie zu unterstützen bleibt als Vorbild.  
Viele fordernde Innovationen waren für ihn als ersten            unterstützenswert, als der Erfolg und das Ecko der Kunden absehbar  war: auch die biologische Wirtschaftsweise am Hof Wimmer-Czerny wurde            seit 15 Jahren weiterentwickelt, gerade die Klimaextreme  lassen sich            besser bewältigen, wie das Vorjahr zeigte. Das Ergebnis komplett            naturbelassener Weine dieses heiklen Jahres beweist es. Letzter            Pflanzenschutz 17.Juli war Garant für saubere Trauben. Als dann das            Wetter umschwenkte entstanden trotzdem reife Produkte ohne Aufzuckern            oder Entsäuern. Echte Demeterqualität, Naturwein halt. Hier hat alles            zusammengespielt. vom Boden über die Reben als auch fast 30 Jahrgänge            Ernteerfahrungen.
Wir sind stolz auf diesen Jahrgang 2014, er wird die Kunden mit            Eleganz begeistern. Die eigene spezielle Handschrift der Wimmer-Czerny            Weine setzt sich geradlinig fort. Nebenbemerkung: das Schwerste ist            manchmal einfach zu warten und reifen zu lassen, aber das Notwendigste            in solchen Jahrgängen.
          
          Weingärten
Der Winter 2014 war ungewöhnlich trocken und mild, der April erinnerte            an Sommer. Nächtlich aufkletternde Erdraupen dezimierten bei gewissen            Sorten massiv junge Knospen. Schon am 1.April flogen viele Maikäfer,            insgesamt 6 Wochen lang (wenn diese Käfer Hecken und Bäume neben den            Reben finden, bevorzugen sie die höheren Treffpunkte und fressen  weniger junge Blätter). Der überwinternde Wick-Roggen in jeder 2.Zeile            als winterfeste Begrünungsmischung konnte wunderbar blühen und Masse            machen, ein Anbau im Frühling wäre mangels Feuchte kaum gelungen.            Mitte Mai wurde niedergewalzt, aber erst Juli mit seinen neuen Samen            seicht umgebrochen. Bis dahin summte und blühte es ausgiebig - der            Nektar ist ja der Flugtreibstoff der Insekten, diese verteilen u.a.            die wichtige natürliche Mikroflora.
Im Mai kippte das Wetter in feuchte Witterung, mit tagelangen            Landregen, zur Blüte aber paßte dann alles, gottseidank, sie dauerte            nur etwas lang bis zum Abschluss wegen kühler Nächte. Die Hitze von            Juni und Juli bis Augustbeginn bis 40 Grad war günstig, alles war            fruchtbar, gesund und unbeschadet. Zwar ließ die Nachttaubildung den            Mehltaupilz aufblühen, der sonst nur unscheinbare Begleitflora an den            Beeren bleibt, aber das war in diesem Jahr eigentlich das geringere            Problem.
          
          Mitte August war der Sommer vorbei, kühle Regenfronten zogen ins Land,            eine stabile Hochdrucklage bildete sich nur einmal Mitte September und            dann noch Ende Oktober. Aber dazwischen gabs tagelange Niederschläge            und feuchte Witterung, die süßeren Beeren waren gefährdet            aufzuplatzen, besonders die Frühsorten. Generell hatten die älteren,            langsam wachsenden Reben weniger aufgeplatzte Beeren, und durch            Lockerbeerigkeit war nicht gleich die ganze Traube von nachfolgender            Fäulnis betroffen. Auch ist der Grauschimmelpilz, die Botrytis            cinerea, ebenfalls eine natürliche Erstbesiedelung der austretenden            Süße, welche sich erst nach mehreren Tagen und zuviel Wasser in            Nachteiligkeit und Zerstörung verkehrt. Fehlt Botrytis, kommt dann            halt einer von den unangenehmeren Verwandten zum Festmahl. Schwarze,            weiße, grüne Pilzfäden breiten sich dann bei Feuchte aus, werden immer            von pilzigen Geschmacksstoffen begleitet. Kommt das Wetter in eine            trockene sonnige Phase, kann sich die Botrytis durchaus noch            einbremsen und das Traubenmaterial sich zum Guten wenden, ja sogar            aufwerten, wenn die Ausgangsreife hoch genug war. Es hängt also alles            an der Rebpflege im Sommer, und daß nicht ein zuviel an Nährstoffen            bewirkt, daß die Beerenhäute nicht dick und hart genug werden.
So hatte man halt während 2 Monaten Erntezeit viele verschiedene            höchst unterschiedliche Traubenzustände, die es händisch zu  selektionieren und in den Keller zu retten galt. Man kann sich            vorstellen, daß man mit einer Lesemaschine weniger davon nutzen            konnte, was die Natur uns schenkte. Weiters verlangte die Verarbeitung            von reifem, aber oft sehr weichen sensiblem Material höchste Schonung,            nur die Schwerkraft, höchstens  einmal etwas anquetschen vor der            Standzeit und Pressung. Pumpung und langwieriger Transport geöffneter            Beeren ist 2014 schmeckbar.
In so einem Jahr hatten wir mit unbelasteten Trauben, nach der            Demeterphilosophie gepflegt, die meisten Vorteile, und das war auch            sehr oft deutlich sichtbar.
        
          Der neue Wein
Durch anhaltende Regenfälle mußten die Frühsorten noch vor der            nächsten eventuell kommenden Regenperiode in den Keller gerettet            werden: Der FrühroteVeltliner Floss, am 12. September            geerntet wurde ein trockener, schön fruchtig eleganter Aperitivwein            mit nur 11,2% Alkohol. 1 Woche darauf kam der erste Teil von           MITTERWEG SauvignonBlanc dran, die 2.Etappe erst 2 Wochen            nachher, ziemlich gesund, trocken und guter Körper, feine Frucht. Die            darauf folgende trockenen warmen Tage eigneten sich bestens zur            3.Heuernte, weil die Wartezeit eine höhere Reife bringen sollte, auch            durch Auslesen des angeschlagenen Materials wurde die Zeit genutzt
Ende September bis anfangs Oktober holten wir Grüner Veltliner            HEFEABSTICH (Wagramterrassen), wunderschöne gesunde kleine            Trauben, die heile Welt. Eine harmonische Eleganz mit sehr lange            anhaltendem Körper, feine Veltlineraromatik, mit 11% Alkohol wieder            einmal leicht wie selten, und doch viel Gehalt.
Darauffolgend wurden Teile verschiedener Sorten gelesen, welche später            wieder zu einem Wein vereinigt wurden, dadurch also extrem erhöhter            Arbeitsaufwand, typisch für den Jahrgang 2014.
GrünerVeltliner FUMBERG wurde innerhalb 3            Wochen bis Ende Oktober geerntet, die Handselektion forderte das Leseteam manchmal, aber Duftvielfalt, Eleganz und Harmonie sind            gelungen, reife und auch äpfelige Aromen wechseln sich ab. Auch           SCHEIBEN erforderte 3 verschiedene Leseetappen, die            Vereinigung zeigt Gehalt und Körper, blumig feiner Duft mit ein wenig            Honig, er erinnert sehr an den hervorragenden Vorgänger von 2013, aber            die Menge war doch etwas weniger. Hingegen in einem Zuge in der            2..Oktoberwoche ernteten wir Riesling WEELFEL mit            schönen 18 Grad Zucker, eine wirklich positive Überraschung, weil die            Trauben  solange hielten, mit Ausnahme der 15%, welche schon anfangs            September weg waren. Schöne Säure und Marillendüfte zeigen einen            klassischen gelungenen Riesling aus einem kühlen Jahrgang.
Bei RoterVeltliner FELS AM WAGRAM wurde schon im            September ausgelesen und mit der restlichen Partie extra lang bis            Oktober gewartet auf die Dunkelrosa Traubenfärbung, die man jetzt als            reife Sortenaromatik wiederfindet, gute Harmonie, es ist auch Rundheit            da, die mit feiner mineralischer Säure korrespondiert. Da viele            Tockenbeerenanteile den Zuckergehalt in die Höhe schnellen ließen,            wurde Traminer Mitterweg  TRIO diesmal sehr wuchtig, mit            ein wenig Süße, sehr viel Gehalt und Körper, ein reifes Produkt voll            Exotik.
Ende Oktober und anfangs November ernteten wir wunderschöne gesunde            Trauben vom WEELFEL Veltliner AlteReben, Alkohol ist            etwas unter 13, weil naturbelassen, aber die typische feine            kräuterwürzige Früchtearomatik, die langanhaltenden Extrakte zeigen            einen haltbaren tollen Spitzenveltliner. Die Trauben für Pinot Noir wurden Sektgrundwein für den Blanc de Noirs 2014, absolut            gelungen. Zweigelt Hammer und AEOLIS sind wieder ganz            spät geerntet worden, die Menge war weniger, aber deswegen hatten sie            genug Zucker und kaum Botrytis. Nach 8 Wochen Maischegärung schmeckt            man im Holzfaß viel Kirsche und die Farbe ist dunkel, ebenso wie der            jetzt tolle 2013er sehr gut im Gehalt, wenn auch alkoholleichter.             Selektionierte reife Trauben für  Gr.Veltliner Reserve FELSER BERG und Roter Veltliner AlteReben gibt es dafür 2014 nicht, s            wurden alle Trauben für die anderen Sorten gebraucht. Dafür Gr.Veltliner PUR 2 Monate vergoren auf der Maische, sehr            würzig jetzt, mit Sortenaromen und Harmonie, braucht noch etwa 2            Jahre. dafür gibt der 2012er jetzt gewaltig Duft her, eine wirkliche            Empfehlung. Süßweine von 2013 kommen jetzt dazu: Beerenauslese            vom Riesling mit 25 Grad Zucker, von anfangs November sowie            der GrüneVeltliner Eiswein von Ende November  mit 27 Grad KMW. Es ist also ein sehr vielfültiges Sortiment zu            erwarten.
          
           
         
          Der Jahrgang 2013       -  aus der Sicht des Winzers
         
         - ein späteres kühles Jahr
Dieses Vegetationsjahr begann nach vielen späten Schneefällen langsamer, insgesamt war alles um rund 2 Wochen später, langsame Reife wie schon länger nicht mehr. Das erbrachte feine kühle Aromen, die man nur in wenigen Weinanbaugebiete findet.

          Aktivitäten
Roter Veltliner als Rebe ist immer mehr bekannt und beliebt, die SlowFood-Aktivitäten waren unterstützend, der 2012er und 2011er Jahrgang bot sowohl für leichte als auch Kräftige beste Bedingungen, diese Weine wurden uns von vielen Weinexperten auch honoriert. Der Wagram hat eine eigenständige Rebe wiedergefunden, die für den speziellen Boden und Sonne beste Ergebnisse liefert, auch bei  Extremjahrgängen.   
Bei Weinprämierungen wurde der gehaltvolle Weißburgunder SCHEIBEN Alte Reben 2012 bei „Best of Bio“ von den Biohotels prämiert. Aber            auch  Gr.Veltliner Wagramterrassen 2012, welcher seit 25 Jahren bei            Stammkunden als  der „Hefeabstich“ geschätzt wird, schien in           FreizeitKrone und Magazin Madonna auf als Weintipp, in der           NÖN Weinempfehlung unser Weingut als solches ebenfalls. Unser            Grüner Veltliner PUR 2011, ein schwefelfreier maischevergornener            „ganzheitlicher“ Weißwein erhielt 92 Punkte von der englischen            Expertin Master of Wine Christy Canterbury anläßlich einer            „Orange-wine“ verkostung. Vom Weinführer „GaultMillau“ wurde            dieser auch mit 18 Punkte bedacht, unser Weingut erhielt wieder 3 Trauben.
Das Hoffest "WeinKult 12" war umrahmt von vielen kulinarischen            Dingen rund um den Wein, wie etwa eigenen Mangalitzaspeck oder            hochwertige Jungpflanzen zum mitnehmen von alten samenfesten            Gemüsesorten von Reinsaat.  Der musikalische Teil war toll gestaltet            vom Wiener Cafetier aus Stuttgart Ulrich Drechsler  mit seiner            Bassklarinette und Alexander Lackner (Kontrabaß) sowie unseren            langjährigen Freunden Christoph Cech (Synthesizer und Drums)            und Brass „Hofintendanten“ Dr.Bertl Mütter.   Eine literarische Kostprobe wurde von Julya Rabinovich geboten – die erste  Dichterin in den 12 Jahren. Auch für WeinKult 2014 darf ich schon eine Frau  ankündigen.
Die Bilderausstellung wurde vom Innviertler Norbert Floss gestaltet, sehr weinbezogen und kreativ, auch mit Bezug zum  Innviertel.
Der Biolebensmittelmarkt zum Kosten und Kaufen teils mit Eigenprodukten, teils von befreundeten Biobauern sorgte für das  leibliche Wohl.
Der nächste Weinkult 13 wird von 2. - 4. Mai 2014 sein. Das  Kellergassenfest ist letztes Juni Wochenende.
          
Übers Weingut
Unsere Bienenvölker im Marillengarten hatten es nicht leicht, ein Volk betreute aber doch wieder die Marillenblüte und umliegendes Gelände.
Die Betriebsphilosophie und die Wirtschaftsweise vom Hof Wimmer-Czerny wurde seit über 10 Jahren weiterentwickelt, um den nötigen            Richtungswechsel zur Kreislaufwirtschaft auch in unserer kleinenEinheit zu machen. Nicht alles konnte sofort perfekt sein, aber der            Weg und die Richtung sind wichtig, das Bild der Landwirtschaft des            21.Jahrhunderts zeigt ja genau das Gegenteil, die negativen Folgen            werden immer deutlicher. Erschreckend, daß die Böden mit dem            Humusverlust ja auch bei Trinkwasser, Erosion, Hochwasser und            Klimawandel große Rolle spielen. Die Unabhängigkeit in bäuerlicher            Produktion kann oder muß ja nicht zu 100% sein, aber einige Dinge will            man unbedingt selber in der Hand haben (z.B eigene Hefe, Saat  u.Pflanzgut) und andere sind ja auch verpflichtend für die  Zertifizierung der biologisch-dynamischen DemeterHöfe (eigener  Wiederkäuermist).
Die Bodenfruchtbarkeit kann mit Kompost aus eigenen Materialien            langfristig erhalten werden, wenn ein Landwirt das Material dazu nicht            vom eigenen Hof bezieht, ist das eine grundlegende Sache, die man            möglichst nicht auslagern sollte, wenn es um gutes Handwerk geht.            Deswegen sind mittlerweile unsere Mistlieferanten (3 Waldviertler            Blondviehmutterkühe, Jg.2004 und 1 Stier) auf einer hofnahen Weide            zwischen Fels und Feuersbrunn zu finden.
          
Weingärten
2013 gab es sehr späte ergiebige Schneefälle, welche viel Bodenfeuchte            brachten, weil wir bereits nach der Weinernte 2012 jede 2.Zeile            winterfeste Begrünungsmischung (u.a. Wicke, Roggen) angebaut hatten,            konnte diese wunderbar blühen und Masse machen. Endlich konnte man zu            Pfingsten wieder im Weingarten die Bienen summen hören. Diese Pflanzen            durften ausblühen und ihre Samen zur Keimfähigkeit entwickeln, Ende            Juli durch (energie)schonendes seichtes Einarbeiten keimten sie erneut            zu einer nächsten Generation, die derzeit überwintert.
Sehr warme Frühlingstage wechselten sich ab mit regenreichen und            kühlen Zeiten, im Juni sogar sintflutartige. Die späte Blüte vom            Grünen Veltliner „verrieselte“ in den kühleren Hochlagen, sodaß die            Kleinbeerigkeit geringere Erträge verursachte.  Die Hitze von Juli und            August bis 40 Grad war günstig, alle Zeilen waren durchwurzelt,            jeglicher Niederschlag blieb vor Ort, wo er angekommen war. Welch ein            Kontrast zu anderen Böden im Vergleich beim Hochwasserereignis !
Nachdem im September das Wetter herbstlich abkühlte, ergab sich eine sehr            langsame Reife, die Handlese konnte ganz gemütlich ohne Streß            durchgeführt werden, die Traubenstandzeit im eigenen Most machten wir            ganz lang, oft über 10 Stunden und mehr.
Die Ernte erstreckte sich bis November, der Eiswein am 28.11. bildete            den Abschluß.
          
          Der neue Wein
Der FrühroteVeltliner Floss am 27. September wirkte            anfangs säurebetont, fiel aber dann sehr duftig und runder aus, mit nur 11,5% Alkohol.
MITTERWEG SauvignonBlanc war ebenfalls Ende September noch dran, trocken und schöne Säure und voll duftiger Eleganz..
Ein besonders guter Veltliner gelang mit Grüner Veltliner HEFEABSTICH (Wagramterrassen)  der durch kleine Trauben  mehr Gehalt verspricht, als bei einem Leichten mit 11,5% zu erwarten wäre,            die pikante Säure ist harmonisch.
GrünerVeltliner FUMBERG wurde schrittweise            bis Ende Oktober geerntet, reife Trauben mit fast exotischen  Fruchtaromen werden wieder einen klassischen Veltliner mit viel Würze bringen, obwohl komplett trocken hat er eine gewisse Fülle. Weißburgunder SCHEIBEN hatte langsame Gärung, die späte Lese            brachte sehr feinen Duft, Kraft ist da, es fehlt aber noch eine gewisse Lagerzeit, doch kann man auf Anschluß an das Niveau der Vorgänger hoffen.. Um den 20.Oktober ernteten wir Riesling WEELFEL mit knapp 18 Grad Zucker geerntet, die Reife war gut,   heuer ist die Säure rassiger und der Riesling klassischer als bei            anderen Jahren, da die Gärung auch schön funktionierte, darf man mit            einem eleganten und nicht zu breiten Riesling rechnen.
Bei RoterVeltliner FELS AM WAGRAM wurde ausgelesen und    extra lang gewartet auf die Dunkelrosa Traubenfärbung, nach langsamer            Gärung findet man jetzt feine reife Sortenaromatik, aber vor allem der            Gehalt und die Rundheit ist da, obwohl mäßiger Alkohol und ziemlich            trocken. Traminer Mitterweg erbrachte Rosenduft und            Zitrus, Lagerpotential voll Exotik.
Anfangs November ernteten wir wunderschöne Trauben vom WEELFEL Veltliner AlteReben , knappe 13 Alkohol und ziemlich trocken,            aber viel Eleganz und die typische feine kräuterwürzige            Früchtearomatik, wenn man mit älteren Jahrgängen vergleicht, erinnert            er an einen 2005er oder 2009er. Die Trauben für Pinot Noir EOS            und Zweigelt Hammer und AEOLIS sind wieder ganz spät geerntet worden, die Menge war begrenzt, alles genug Zucker (bei Pinot            20 Grad) und kaum Botrytis. Nach 5 – 8 Wochen wanderten die Rotweine            in das Holzfaß.  Selektionierte reife Trauben für  Gr.Veltliner  Reserve FELSER BERG ergaben mit 20 Grad einen exotisch reif            duftenden Veltliner; mit ganz wenig abrundender Restsüße, weiters der  Gr.Veltliner PUR vergoren auf der Maische 4 Wochen, er            braucht noch viel Lagerung, denn im Faß ist noch Fermentation. Der 2011er zeigt, wie er hoffentlich werden kann, aber vermutlich auf ganz            andere Weise. Süßweine gären auch noch: Beerenauslese vom Riesling mit 25 Grad Zucker, von anfangs November sowie der GrüneVeltliner Eiswein von Ende November – mit 27            Grad KMW. Es ist also einiges zu erwarten von diesem würdigen  Jahrgang.
         
Der Jahrgang 2012       -  aus der Sicht des Winzers
         
         - ein großartiges Weinjahr mit Extremen
         
          Die heiße Grundtendenz des Jahres war den Weinreben angenehm, wenn da          nur die paar Frostnacht-Ausreißer nicht gewesen wären: die Hoffnung          auf eine mittlere Ernte festigte sich aber gegen Herbst. Die Guten und          die Spitzenlagen erbrachten souveräne Erträge mit reifen fruchtigen          Qualitäten, aber tiefliegende Standorte versagten, bei uns waren es          Gottseidank nur 10%. Ähnlich wie vor 30 Jahren erleben wir derzeit          eine Serie von ertragsbegrenzenden Elemetarereignissen, welche in der          Gesamtweinwirtschaft den Wein rar machen.
         
Als Information aus erster          Hand soll Ihnen wieder dieser kurze Bericht den Zugang zum neuen          Weinjahrgang erleichtern, jedes Jahr ist ja immer ganz anders.
         
         Aktivitäten
         
Bemerkenswert          ist der Trend zu Regionalzutaten und Gerichten ohne oder mit weniger          Fleisch, wir durften öfter bereits solche Menues mit unsern Weinen          begleiten, ein Beispiel solch eines Dinners war heuer beim Wirt am          Graben in Linz zum SlowFood "TerraMadreDay" gemeinsam mit          Meierhof Demetergetreide und SlowFood Oberösterreich. Roter Veltliner          enwickelt sich zunehmend zum Wagramer Alleinstellungsmerkmal, das          aufstrebende Magazin "Servus" schrieb in einem  2seitigen          Fotobericht über unseren Hof auch über dieses Arche-Produkt.
         
         Neben guten Bewertungen in Weinführern konnte besonders unser          Geheimtipp Weißburgunder SCHEIBEN Alte Reben 2011 überzeugen: bei der          Sortenverkostung im Magazin "Wein.Pur" und im Weinguide "Beste          Weine Öterreichs". Grüner Veltliner Fumberg 2011 erhielt in der          Amerikanischen Weinzeitschrift "Wine&Spirits" 90 Punkte, die          Tageszeitung "Oberösterr.Nachrichten" lobte den 2010er bei          einer Nachverkostung, er beweist die Entwicklungsfähigkeit dieses          unterschätzten Jahrgangs.
         
         Das Hoffest "WeinKult 11" gelang wieder als kultureller          Höhepunkt, der Anschluß schien schwer aufgrund all der prominenten          Darbieter im vergangenen Jahrzehnt, doch der Abend wurde fulminant:          mit dem weltweit bekannten Gitarristen Wolfgang Muthspiel und          dem etablierten Bassgeiger Ewald Obermayer, beide Vollprofis          allerersten Ranges und österr.Aushängeschilder. Gemeinsam mit          Synthesizer und Schlagzeug durch Christoph Cech und Brass durch          unseren Hofintendanten Bertl Mütter kamen Melodien und          Harmonien zustande, die nur hier in Fels nur an diesem Abend in dieser          Besetzung gespielt wurden, Bertl hat ganz toll wieder die Fäden          geknüpft für diese Spezial-Combo. Der oberösterr.Schriftsteller          Erwin Einzinger las verschlungene Auszüge aus seiner „Geschichte          der Unterhaltungsmusik“.
         
         Die Bilderausstellung der bekannten, am Wagram ansässigen Malerin          Beatrix Kutschera war ein vielfältiger, mehrere Zeitabschnitte          darstellender Augenschmaus: sie umfaßte nicht nur ihren bekannten          Landschaftsstil, sondern auch ihre neuere abstrakte Linie, zu welcher          sie nach eigenen Angaben u.a. auch beim Weinkult inspiriert wurde          durch Edi Bangerl, welcher uns mehrmals die Ehre gab. (Der          überraschende und zu frühe Tod von Edi Bangerl im Feber machte uns          alle sehr betroffen, die Weltsicht, welche er ausstrahlte und          förderte, blieb aber präsent).
         
         Der Biolebensmittelmarkt zum Kosten und Kaufen teils mit          Eigenprodukten, teils von befreundeten Biobauern sorgte für das          leibliche Wohl.
         
Der          nächste Weinkult 12 wird von 3. - 5. Mai 2013 sein. Ebenfalls            2 Weinkulinarien mit Mangalitzaprodukten werden wieder Mitte und Ende          Juni gemeinsam mit Archehof Wiesner stattfinden.
         
         Übers Weingut
         
         Auch heuer profitierten wir von der Handlese, und infolge dessen der          Möglichkeit, außer super Trauben für den Wein nichts anderes zu          benötigen, keinerlei Additive, kein Kühlaufwand oder stromfressende          Klärmaschinen. Resourcenchonend und langfristig denken, der Boden          gewinnt durch Agrikultur, er verliert durch Agroindustrie. Vielfalt          statt Monokultur, dieser Ansatz macht den Unterschied, vielfältig          genutzter Boden wird belebter, bleibt fruchtbar. Die Rebe ist in Fels          am Wagram seit Jahrhunderten die wichtigste Kultur, die Perle          sozusagen, aber daneben hat vieles noch Platz. 2 eigene          Bienenvölker im Marillengarten schenkten uns ihren Honig, nächstes          Jahr möchten wir einen Lagenhonig versuchen. Dazu, daß es wieder summt          auf den Blumen, kann man beitragen , leider ist der Anblick von Bienen          nicht mehr selbstverständlich.
         
         Die neue RoterVeltliner-Anlage mit eigenen Typen dieser          Wagramer Sortenspezialität geht jetzt ins 2.Standjahr. Wenige          Rebsorten haben derartige genetische Bandbreite an unterschiedlichen          Typen. Unsere Slowfoodgruppe befaßt sich intensiv mit Masenselektion          geegneter dunkler lockerbeeriger Klone und wird in den nächsten          Jahren verschiedene Typen aus ihren Anlagen begutachten und          verbessern, denn es gibt hier noch viel brachliegendes          Qualitätspotential, noch stehen zuviel starkwachsende dichtbeerige          Typen überall im Donauraum, mit genetischem Ungleichgewicht zwischen          Wachstum und Ertrag.
         
         In einem Projekt mit der Abteilung Mikrobiologie der LFS in          Klosterneuburg wurden von verschiedenen Demeterwinzern Weinproben          gezogen, um deren besonderen Haltbarkeit auf den Grund zu gehen. Es          war augefallen, daß im Gegensatz dazu industrielleAusbaustile nur sehr          kurzlebige Weine ergeben. Schon im Vorjahr konnte besonderer und          hochinteressanter Erfolg durch diese Forschungsstelle (Dr.Karin Mandl)          erzielt werden: man wies Weinhefen im Pflanzensaftstrom nach, welche          vom Boden über die Wurzeln zu den Beeren wandern. Diese neue          Erkenntnis bestätigt die österr.Demeterwinzer,  keinerlei Chemie in          den Rebensaftstrom zu lassen. Ganz entgegen allgemeiner Praxis, gar          nicht zu reden von Bodenherbiziden oder kahlen Böden ohne blühende          Pflanzen. Es erklärt vielleicht auch, warum Demetermöste viel          einfacher gären. Es ist noch vieles unerforscht in dem Bereich, die          Saftstromhefen waren eine unbekannte mikrobiologische Entdeckung,          deren Schlussfolgerung sich man in Ruhe überlegen sollte. Es greift          auf einem Hof alles ineinander, es hängt alles zusammen. Und gut so,          daß immer mehr Biobetriebe entstehen.
         
         Weingärten
         
         Wie im Vorjahr fand sich, unterbrochen von einelnen Extremen, eine          frühe Tendenz zu Hitze und Trockenheit, der mit Unterfahren der          Begrünungswurzeln sowie früherem Begrünungsanbau entgegengewirkt          wurde.
         
         Frost im Winter, zu Ostern und am 17 Mai waren heuer einschneidende          Ereignisse, schon im Vorjahr war es knapp, heuer aber erwischte es          tiefere Lagen. Die Erfahrungen der 80igerJahre waren der Grund, daß          unser Betrieb kaum sogenannte Frostlagen hat, aber ein Zehntel          erwischte es doch auch. Das kräftige Hagelgewitter vom 4.Mai während          des WeinKult11 schockte die vielen Besucher, letztendlich aber waren          die ca. 15% verlorenen Jungtriebe nicht so schlimm, bis zur Ernte          glich sich der Traubenansatz durch ausreichend Wasserversorgung aus.          Das Regenwasser half über die heißen trockenen Zeiten, gut gespeichert          von unseren Böden. Der Frost vom 17.Mai war anfangs massiv          sichtbar an eintrocknenden Blättern, ein Totalschaden ist  es gottlob          aber nicht gewesen. Da österreichweit überall Einbußen waren, dürfte          es nächstes Jahr mit Billigpreisen aus Österreich vorbei sein, Wein          ist knapp geworden.
         
         Die Regenwolken besuchten Fels am Wagram öfter als umliegende Gebiete,          kleinräumige Unterschiede in Regen und auch Böden ergaben heuer sehr          verschiedene Weintypen, durstgestreßte Reben sind bei uns eingentlich          nicht zu beklagen gewesen, der Löß, die Speicherfähigkeit lebendiger          Böden, der Wagram spielte heuer sein Potential voll aus.
         
         Obwohl die Blüte wesentlich später als 2011 war,          überholte die Rebentwicklung das Vorjahr und anfangs September standen          wir staunend vor ersten erntereifen Trauben des Frühroten          Veltliner Floss. Für Sonnen- und Aromaschutz beließen wir          wieder die Blätter der Südseite, in Summe wirken alle Weine heuer noch          fruchtiger und eleganter als im wuchtigen Vorjahr, obwohl das Timing          fast noch früher war.
         
         Der neue Wein
         
         Der Frührote machte mit seiner eigenen Hefe eine rasante Gärung mit          sehr sanfter Landung, die 2,8 g Zucker beließ, überaus traubige Frucht          und nicht mehr als 11,5%Alkohol führten zu einem sehr trinkfreudigen          Weinerlebnis.
         
         Um den 10.September wurde MITTERWEG SauvignonBlanc mit          18,5° Zucker geerntet, etwas wenger Ertrag, aber schöne Säure und voll          duftiger Eleganz. Winzersekt BlancDeNoirs2012 vom          PinotNoir machte mit leicht gequetschten Trauben nach langer Standzeit          einen zartfruchtig eleganten Sektgrundwein, der im nächsten Winter zur          2.Gärung auf Flasche geüllt werden wird. der 2011er ruht schon in der          Flasche, aber die Lagerzeit fehlt ihm noch.
         
         Besonders duftig gelang Grüner Veltliner HEFEABSTICH          (Wagramterrassen)  Ende September gelesen , mit tollem          Traubenmaterial, unser leichtester Veltliner hat sich vom Frost nicht          bremsen lassen.
         
         Etappenweise kam bis Ende September GrünerVeltliner          FUMBERG in die Presse, lange Standzeit läßt aus dem tollen          Trauben viel Duft, Körper und Struktur in den Most übergehen, obwohl          der Alkohol nicht zu hoch gerutscht war, dürfte wieder ein Klassiker          werden. Weißburgunder SCHEIBEN wurde auf 2mal          reingeholt, im Abstand von 2 Wochen, er wirkt heuer besonders          klassisch, dezente Säure, rund, nicht ganz trocken, sehr viel Duft.          Anschließend wurde Riesling WEELFEL mit knapp 18 Grad          Zucker geerntet, die Steinobstfrucht ist heuer bestechend, gute aber          harmonische Säure und eine Leichtfüßigkeit, wie sie nicht oft gelingt.          etwa 12% Alkohol.
         
         Bei RoterVeltliner FELS AM WAGRAM passte jetzt die          Dunkelrosa Traubenfärbung, welche blumig fruchtige Düfte und etwas          schmelzig runderen Körper anzeigt. Die über 19° KMW süßen Trauben          vergoren zu einem wirklichen Glanzlicht: blumig geschmeidig, obwohl          ziemlich trocken. Hinter einem dem Jungweinstadium gemäßen          Hefeschleier verstecken sich tolle Aromen, welche das, was in den          Beeren zu schmecken war, aus der Erinnerung zurückrufen.  Traminer          Mitterweg erbrachte mit seiner aromatisch, wuchtig schmelzigen Kraft          wieder einen Garant für Lagerpotential.
         
         Anfangs Oktober ernteten wir wunderschöne Trauben vom WEELFEL          Veltliner AlteReben , nach der langsamen Gärung feine          kräuterwürzige Früchtearomatik, mit dezentem Schmelz, pikant,            umrahmt, ein Veltliner mit Typizität und Langzeitpotential. Die          Trauben für Zweigelt Hammer und AEOLIS sind wieder ganz          spät geerntet worden, die Menge war geringer, was dem Körper helfen          dürfte. Selektionierte reife Trauben für  Gr.Veltliner Reserve          FELSER BERG kamen zuletzt zur Gärung, eine kraftvolle          Steigerung von Veltliner; weiters der Gr.Veltliner PUR          zusammen mit allen Traubenteilen, der Neue schmeckt sehr stoffig,          mineralisch, bedarf noch einiger Lagerung, aber 2011 ist schon auf          Flasche: noch jung, doch zeigt, was der Ausbaustil Orange Wine aus          Grüner Veltliner erbringen kann. Es ist also einiges zu erwarten von          diesem würdigen Jahrgang.
   
     
         
                   Der Jahrgang 2011               -  aus der Sicht des Winzers
             
   -    ein sehr gutes Weinjahr
   
Viel Sonne    und nicht besonders häufiger Regen kamen den Bedürfnissen der Weinreben sehr    entgegen, gute Licht und Wärme förderten die Traubenentwicklung und die    Zuversicht auf eine gute Ernte. Viele Spitzenqualitäten wurden heuer    möglich. Die Weine wirken zugänglich und harmonisch, einzelne sehr    kraftvoll.
   
   Als Information aus ersterHand soll Ihnen wieder dieser kurze Bericht das    Verständnis und den Zugang zum neuen Weinjahrgang erleichtern, jedes Jahr    ist ja immer ganz anders.
   
   Aktivitäten
   
   Zuerst erwähnenswert ist, daß der Grüne Veltliner Fumberg im Jänner für    die Ballkarte des renommierten Wiener Philharmonikerballs ausgewählt      wurde.Der Weinführer Gault-Millau listet unser Weingut heuer mit 3    Trauben für Weißwein, für den verkosteten 2009 GrünerVeltliner FelserBerg    Reserve. Weiters zu nennen vom Frühjahr die Auszeichnung im Weinführer    "Beste Weine Österreichs" für unseren Roten Veltliner 2010, mit der    Höchstbewertung ganz ansehnlich und unter den anderen RotenVeltlinern auch    der erste Platz.            Und mit dem Roten haben wir auch weiterhin noch einiges vor.
   
   Neben unseren anderen Weinsorten kennen ihn noch nicht so viele Leute,    auch ist diese Rebe für den Wagram speziell. Deswegen präsentierten wir uns    im Rahmen von SlowFood an der Veranstaltung "TerraMadre" in Wien mit    einer Gruppe von Biowinzern und hielten dazu auch ein Seminar zusammen mit    heimischen Bergforellen-produkten, moderiert von Fr.Luzia Schrampf vom    "Standard". Im Dezember gab es dazu nochmals mit allen österreichischen    SlowFood-Produkten ein hervorragendes Menue mit Pressekonferenz.
   
   Das Hoffest "WeinKult10" war diesmal ganz besonders, zumal es zum    10.Mal im Zuge eines zwanglosen Abends den Wein mit kulturellen Leckerbissen    in der Form vereinte, daß Besucher nicht nur mit Mund und Nase (alle unsere    neuen Weine, Fingerfood von Restaurant Finsterer Stern, Wien), nein auch mit    Ohren und Augen versorgt wurden: die Musiker von den diesmaligen Special    guests von Mnozil Brass fanden zusammen mit Bertl Mütter und Christoph Cech    zu einem fast bodenständigen, aber oft richtungswechselnden Stil zwischen    Brass, Schlager und Jazz. Die Begeisterung ließ die Zeit sehr rasch    vergehen. Im weiteren Verlauf überraschte Franz Adrian Wenzel ("Austrofred")    mit seinen Briefen an Mozart, ein Dialog quer über Jahrhunderte. Die heurige    Bilderausstellung von der Galerie Kollmitzberg brachte nach Fels imposante    Originalbilder australischer Ureinwohnerinnen, deren Liebe zur Mutter Erde    und resourcenschonende Lebensweise über 60.000 Jahre hindurch uns auch zu    denken geben sollte. Der Biolebensmittelmarkt zum Kosten und Kaufen sorgte    für das leibliche Wohl.
   
    Der nächste Weinkult11 wird von 4. - 6. Mai 2012 sein. Ebenfalls  2    Weinkulinarien mit Mangalitzaprodukten werden wieder Mitte und Ende Juni    gemeinsam mit Archehof Wiesner stattfinden.
   
   Übers Weingut
   
   Einige Hundert Rebstöcke von sehr widerstandsfähigen Reben kamen heuer    erstmals in Traubenertrag, verschiedene österr.Veltliner-Kreuzungen sowie    die deutsche Burgunderkreuzung "Bronner". Diese sogenannten "Piwi"reben    sind so pilzwiderstandsfähig, daß wir außer in der Blüte die jungen Triebe    nicht bedecken müssen mit Extrakten oder Tonerdepräparaten oder Silikaten.    Es bietet einen interessanten Weg  zu weniger Aufwand im Weingarten, jetzt    kommt es auf den Geschmack dieser Trauben an, denkbar ist aber, weiter in    diese Richtung zu gehen, anstatt neue Präparate zu suchen.    Im neuen Jahr werden einige Jungpflanzen gesetzt werden, ein Teil    Roter Veltliner und ein Teil Grüner Veltliner, aber die Anlage mit dem    „Piwi“ werden wir vermutlich 2013 erweitern. Grüner Veltliner ist in unserm    Weingut fest etabliert, aber mit dem RotenVeltliner wollen wir uns jedes    Jahr weiter steigern, heuer gibt’s ja auch eine „AlteReben“Selektion    von besonderer Güte.
   
   Weingärten
   
   Im März zeigte sich trotz der hohen Bodenfeuchte vom Vorjahr schon früh    die Tendenz des Jahres zu Hitze und Trockenheit, das Unterfahren der    Begrünungswurzeln, nicht wendende Bodenlockerung sowie frühzeitiger Anbau    der Begrünung minderten frühzeitig die Gefahr von Trockenheit für die    Wurzeln. Trotzdem war uns ganzjährig grünende blühende Bodenoberfläche    möglich, mit all der Erfahrung der letzten 10 Jahre. Erst wenn es 2012    weiter trocken bleiben würde, wäre eine Öffnung der Bodenbedeckung unsere    Reaktion darauf.
   
   Spätfrost im Mai verschonte uns knapp, wir brachten vor der    Frostnacht auch gezielt Baldrian aus. Nur wenige Augen waren erfroren, es    war aber wirklich knapp.
   
   Naturferne, Übertechnisierung, Kompetenzverlust in der sogenannten    modernen Landwirtschaft treiben immer wieder seltsame Blüten: die    Maikäfer waren heuer in großen Schwärmen am Wagram unterwegs, Weingärten    mit Bäumen oder Sträucher hatten aber kaum hungrige Besucher, weil die nach    hohen grünen Hochzeitslandeplätzen streben, Monokultur ist auch bei den    Larven nachteilig. Hätte es aber keinen entschiedenen Widerstand der    Biowinzer gegeben, wären wohl großflächig Insektizide für Hecken und Bäume    genehmigt worden wie vor 60 Jahren, die Bienen und Hummeln wären endgültig    erledigt. Jeder Konsument von Biowein sei deswegen hier bedankt und    bestärkt, weiterhin die Biobauern seines Vetrauens zu fördern, indem er mit    seinem Kauf diesen Widerstand gegen Rückfall in veraltete schädliche    Konzepte bestärkt.
   
   Ein größzügigerer Rebschnitt auf exponierten Punkten half mit, daß wir im    September kaum Einbußen finden konnten, die rasche Frühjahrsentwicklung und    günstige Blüte halfen mit. Die warmen Wochen im Juni wurden wieder abgelöst    von Wochen instabiler Witterung, kleine Niederschläge, aber ohne extreme    Starkregen, man konnte keine langsamere Entwicklung der Reben feststellen,    ein frühes Jahr zeichnete sich ab. Der heiße sonnige Spätsommer förderte die    Reife, wir beließen heuer die Blätter im Süden als Sonnenschutz.    Sensationell, wie schön heuer jede einzelne Traube und Beere sich    entwickelte, Fäulnis war kein großes Thema.
   
   Der neue Wein
   
   Die Ernte begann mit der Lese vom RotenTraubensaft am    5.September, schonend naturtrüb abgefüllt nach 1 Tag kühler Aromastandzeit.    Anschließend wurden für Winzersekt BlancDeNoirs2011 vom    PinotNoir ebenfalls die leicht gequetschten Trauben nach langer kühler    Standzeit zu einem zartfruchtigen eleganten Sektgrundwein vergoren,    selbstverständlich mit der eigenen Hefe, die in den Vortagen hochgepäppelt    worden war mit ausgewählten Trauben. Frühroter Veltliner FLOSS    schaute dunkelrosa und erntereif aus am 6.9., die gute Menge bei nicht    zuviel Süße und genug Säure stimmte zuversichtlich auf den neuen Jahrgang.    Souveräne 3wöchige Vergärung ermöglichte  2 Monate später ein spritzig    duftiges Jungweinerlebnis in der Flasche, trocken, aber milder als die    GrünenVeltliner.
   
   Nach kleinerer Pause wurde MITTERWEG SauvignonBlanc mit    18,5° Zucker geerntet, schon von Beginn voller Harmonie und paprikawürziger    Sortenfrucht scheint 2011 ganz allgemein ein gutes Jahr für diese Rebe zu    sein.
   
   Erheblicher Niederschlag verschob Lesetermin von GrünerVeltliner    HEFEABSTICH (Wagramterrassen) auf Ende September, jetzt schmeckt    er schön elegant, sehr angenehme Säure und animierend leichtfüßig, denn er    hat nicht mehr als 11%Alkohol, damit ist er unser Allerleichtester.
   
   Wichtig war wieder wie im Vorjahr das genaue Durchlesen vom Riesling und    Roten Veltliner. In 2 Etappen wurde nachher Weißburgunder SCHEIBEN    eingeholt, im Abstand von 2 Wochen, für Duft und Fülle zugleich: er wirkt    duftet zuerst fein, dann üppig, geschmacklich dezente Säure, rund, nicht    ganz trocken, braucht noch bißchen Lagerung, aber übereugender Charakter.    Ebenfalls schrittweise kam jetzt bis Mitte Oktober GrünerVeltliner    FUMBERG herein: er hat viel Duft, Harmonie, Kraft, und ist    trocken und klassisch, heuer sehr zugänglich mit wenig Kanten.
   
   Übers Oktoberwochenende wurde Riesling WEELFEL mit über 19    Grad Zucker geerntet, sehr fruchtbetont, mehr Säure als die anderen, dazu    behielt er ein klein wenig Fruchtsüße, die zur Steinobstfrucht das Aroma    ganz sicher viele Jahre gut stützt. Daneben gibts noch eine Reserve    und einen Süßwein, knappe Beerenaulese, beide noch in Gärung,    aber zum Verkosten ein Genuß schon jetzt.
   
   2. Oktoberwoche hatte bei RoterVeltliner FELS AM WAGRAM die    Traubenfärbung das ansprechende Dunkelrosa erreicht, das Garant für blumig    fruchtige Düfte und etwas schmelzig runderen Körper ist. Nach der soliden    Vergärung schmeckt er erwartungsgemäß blumig geschmeidig, obwohl trocken.    Das günstige Jahr ermöglichte auch eine spezielle AlteReben-Selektion    von über 20 Grad Zucker, gelbe Fruchtaromen vereinten sich hier mit    kraftvoller kerniger Fülle, wahrscheinlich ist so ein Wein nicht alle Jahre    zu schaffen.
   
       Um den 10.Oktober ernteten wir wunderschöne Trauben vom WEELFEL    Veltliner AlteReben , nach der Gärung feine Früchtearomatik, pikante    Säure von fülligem Schmelz umrahmt, ein Klassiker mit Langzeitpotential. Die    Trauben für Zweigelt Hammer und AEOLIS sind wieder zuletzt    geerntet worden, viel Kraft und Harmonie lassen auf ein gutes Rotweinjar    hoffen. Am 17.Oktober und 5.Dezember gelangten selektionierte Trauben für    Gr.Veltliner Reserve FELSER BERG zur Gärung zusammen mit allen    Traubenteilen, fußgemaischt         er schmeckt stoffig, voll Strukur und Mineralik, nach    einjähriger Lagerung sollte Frucht und viel Kraft zusammen mit ein wenig    schmelziger Süße einen sehr besonderen Wein erbringen, mit dem Potential    dieses gute Weinjahr zu würdigen.
   
     
       
         
   
     
       
         
                   Der Jahrgang 2010                -  aus der Sicht des Winzers
                     
   - wieder    weniger, aber sehr klassisch
   
   Die anfänglich zügige Entwicklung  der    Trauben wurde sehr oft durch Schlechtwetterzeiten unterbrochen, dies    verlegte die Erntetermine immer weiter nach hinten. Gesunde Trauben Ende    Juli ließen Optimismus zu, aber die Angst angesichts der Wassermengen blieb    ständig präsent. Die Sonne half nicht immer mit, daher konnten die Reben    nicht ausgleichen. Das zweite Jahr in Folge erlebt Österreich also einen    Jahrgang mit kleineren Mengen. Die Weine selber werden aber sehr    anspechend,  weniger alkoholisch als in heißen Jahren, in der Entwicklung    langsam reifend.
   
   Unser kleiner Jahresbericht für Sie soll    Ihnen das vergangene Weinjahr nahebringen, beim Genuß der 2010er mögen Sie    sich vor Augen halten: wir fangen das alles in der Flasche ein.
   
       Aktivitäten
   
   Die Rebe RoterVeltliner wurde jetzt fix    von der österr. SLOW FOOD Komission für die "Arche des Geschmacks"    angenommen. Wohl kaum eine Sorte in Österreich verdient es so sehr, als    klassisch Österreichisch gewürdigt zu werden, und zugleich sind nur wenige    Weinliebhaber darüber im Bilde. Gemeinsam mit 5 andern Biowinzern haben wir    den Antrag eingereicht, damit diese Sortenrarität gewürdigt wird, aufgrund    ihrer Qualitäten und der Tradition in der Region. Es ist eine ganz besondere    Auszeichnung, in dieser Liste hochwertiger bewahrenswerter SlowFoodProdukte    dabeizusein.
   
   Unser Weingut wurde für letztes Jahr beim    Weinguide Gault-Millau auch mit 3 Trauben ausgezeichnet, von 3    möglichen. Beim Internationalen Bioweinpreis des Martin Darting    (Weinverkoster aus Bayern) erreichte GrünerVeltliner FELSER BERG 2007 die    Goldmedaille mit 92 Punkten.  Im Weinbuch der ÖGZ "Österreichs beste    Weissweine" erreichten 3 Weine die Höchstbewertung von 5 Gläsern:    GrünerVeltliner Weelfel 2009, Weißburgunder Scheiben 2009 sowie Riesling    WEELFEL 2009. Letzterer errang auch den 1.Platz bei der Rieslingverkostung      im August im Magazin Vinaria in der Rubrik „BestBuy“, insgesamt unter    den besten 5 Rieslingen Österreichs. Und nicht zu vergessen: GV Fumberg kam    wieder in den Fallstaff Veltliner Guide.
   
   Am Frühlings-Hoffest "WeinKult Nr.9"    fand wieder ein einzigartiger Abend statt, der in dieser Form eben nur    einmal stattfand; zur Ausgestaltung von Irena Rosc und Speisen von    Ella vom Rest.Stern in Wien konnten wir neben den Mannen rund um    Bertl Mütter (Christoph Cech und Sascha Lackner) das    Duo Steinberg & Havlicek begrüßen, die mit klassischer    Wienerliedkompetenz genauso wie anderen Musikrichtungen begeisterten,      Traude Holzer mit ihrer Stimme und Peter Havlicek mit seiner    Gitarre. Der Dichter Josef Haslinger machte bei uns schon die zweite    Lesung, das letzte Mal schrieb er gerade an seinem Buch seiner    Tsunamierlebnisse. Nächstes Mal wird es wieder ganz speziell: am 29.April    2011 wird der 10.Weinkult ein feines Programm bieten, soviel kann man schon    vorankündigen. Der Biobauernmarkt ist wieder am Wochenende 30.4. und 1.5.    und das folgende Wochenende ist auch geöffnet wegen der Wagramweiten "Lust    auf Wagram".
   
    2 Weinkulinarien    Wein&Schwein mit Mangalitzaprodukten waren wieder im Juni    gemeinsam mit Archehof Wiesner, besonders die auf heißem Stein servierte    Zunge mit Weißburgunder Scheiben war ein nicht alltäglicher Programmpunkt.
   
   Übers    Weingut
   
   Seit der Abfüllung vom    FrührotenVeltliner FLOSS 2010 gibt es in unserm Sortiment auch mit    Schraubverschluss verschlossene Flaschen, im Sommer wurde an unserer    Abfüllanlage ein Schraubverschließer zugebaut. Es ist aber nur für    schnellgetrunkene Sorten vorgesehen, vom Kork abzugehen, weil letzterer im    Ausbau überlegen ist.
   
   Unsere Teilnahme an einer breit    angelegten Bodenuntersuchung heuer zeigte, daß unter anderem Weinbergböden,    welche schon vor ca. 70 Jahren Reben trugen, höhere Kupfermengen  aufweisen,    als jungfräulichemehrjährig biologisch bewirtschaftete. Es konnte    nachweislich die biologische Wirtschaftsweise den Kupfergehalt nicht    wesentlich anheben, da er in Österreich nur auf kleine Mengen zum    Pflanzenschutz erlaubt, also sehr limitiert ist, im Gegensatz zum    vergangenen Jahrhundert. Die Altlasten voriger Winzer-Generationen hingegen    sind deutlich messbar.
   
       Weingärten
   
   Begrünung unserer Weingärten war durch    den vielen Regen leicht möglich und sehr sinnvoll, weil es das überschüssige    Wasser so auch nutzte, in Humus und Bodenbelebung. 2 Generationen von    Pflanzen waren möglich, die 2. entstand durch die gebildeten Samen der    1.Generation, welche im April angebaut worden war. Nach dem passablen    Vegetationsbeginn hinderte die kühle Witterung die Trauben wochenlang am    Verblühen, ähnlich wie 2009. Während interessanterweise den Roten Veltliner    die Wetterextreme keinerlei Probleme bereiteten, wurde der Grüne Veltliner    ziemlich beeinträchtigt in der Blüte, was die Erntemenge senkte. Die    biodynamische Wirtschaftsweise wirkt ausgleichend, 2008 hatten wir nicht    überhöhte Extremmengen, und heuer fielen dafür die Mengen bei uns auch nicht    so stark ab, allemein hörte man aber viel Unterschiedliches in ganz    Österreich.
   
   Die warmen Wochen im Juli wurden wieder    abgelöst von Wochen instabiler Witterung, der Jahrgang zeigte sich immer    deutlicher als einer, wo gute Lagen und Weingartenarbeit wichtiger sind als    in manchen anderen Jahren. Immer wieder große Wassermengen machten auch    lebendigen Boden mit viel Hohlräumen wichtig. selten war begrünter Boden so    wichtig wie 2010, Herbizidanwendung so nachteilig. Intensives Entblättern im    September und längeres Warten auf die Lese waren nötig, bis dann langsam ein    Weingarten nach dem anderen abgeerntet wurde. Im Reifestadium gab es viele    heiße Tage, abgelöst von kalten Nassen. Verglichen zum Burgenland half uns    die kühlere Temperatur und spätere Reife, sodaß die Trauben kaum zum Faulen    neigten.
   
   Das frühe Erfrieren der Blätter (Mitte    Oktober) hätte bei allzugroßen Erntemengen auch ein Problem darstellen    können in einem zu kalten Folgewinter, die Holzreife ist heuer nicht so toll    gewesen wie im Vorjahr. Als Biodynamiker haben wir daher viele Tees und die    Kiesel-Anwendung 3mal durchgeführt, um möglichst die Abreifung zu fördern,    nicht nur für die Trauben.
   
   Der neue    Wein
   
   Wir bitten nochmals um Verzeihung, daß    wir die Weininformationen nicht schon 2 Wochen früher liefern konnten, aber    da die Fässer alle noch unberührt bis knapp vor Weihnachten auf der ersten    Hefe lagen, um alle Fermentation fertig zu machen, wären vorschnelle    Beschreibungen reine Spekulation gewesen. Spannend, wie sehr die Weine    zulegen in so einem kühlen Jahrgang !
   
   Nach der RoterTraubensaft-Lese    war am 23.September wieder Frühroter Veltliner FLOSS    Erntebeginn, 1 Woche später als 2009, der fertige Wein hat trotz nur 11    Volumsprozent eine perfekte natürliche Fülle, Balance und Harmonie, wie das    nur diese Rebe so rasch hinkriegt, ohne Eingriff. Die eingene Hefe hat bei    diesem Wein perfekt gearbeitet. Anschließend wurden Blauburgundertrauben mit    17° weiß gepreßt, als Wein ist er jetzt schön harmonisch und voll, ab Ende    2011 dürfte ein flaschenvergorener Pinot NoirWinzersekt 2010, Blanc de    Noir, fertig werden, ganz trocken, aber nicht zu sauer, um an den    erfolgreichen 2008er anzuschließen. Auch der leichte GrünerVeltliner    HEFEABSTICH (Wagramterrassen) wirkt schon wesentlich runder als    erwartet, und sehr trinkfreudig. Aber die Trauben waren um den 1.Oktober    wirklich sehr schön . Etwas länger zur Harmonie wird MITTERWEG    SauvignonBlanc brauchen: Ziemlich pikant in Säure, aber kräftig,    viel Fülle und vor allem sehr intensiv würzige Frucht.
   
   Besonders wichtig war jetz das genaue    Durchlesen vom Riesling und Roten Veltliner. Am 12. Oktober wurde    RoterVeltliner FELS AM WAGRAM in wunderschöner dunkelroter Färbung    eingebracht, ganz gesund und fast mit 19 Grad Zucker. Er ist sehr fruchtig    und hat schön schmelzigen Körper. Intensiver Rosenduft ist heuer kein    Problem für Traminer Trio MITTERWEG , der mit über 20    Mostgraden vergoren der kräftigste Wein im Keller ist, wenn auch etwas    weniger als 2008. In 3 Etappen wurde wieder Weißburgunder SCHEIBEN    eingeholt, um "das Letzte" rauszuholen: er wirkt feinduftig, voll, rund,    braucht aber noch Einiges an Lagerung. Es ist aber alljährlich ein sicherer    Kandidat für den Titel „Geheimtipp“. Nach dem Auslesen in der 2. Woche kam    in der 3.Oktoberwoche schrittweise GrünerVeltliner FUMBERG    herein: er hat Kraft, viel Frucht und ist sehr pikant und klassisch. Da alle    Weine erst von der ersten Hefe kamen, als die 4.Adventkerze brannte, wird    noch viel Entwicklung zu erwarten sein.
   
   Anschließend wurde Riesling WEELFEL    mit knapp 18 Grad Zucker geerntet, ein sehr fruchtbetonter Wein, wo die    Säure zuerst schon sehr spürbar war, aber im Zuge des Ausbaus merkte man    schon, wie vorteilhaft die späte Ernte war auf die Harmonie. Ziemlich spät,    um den 28.Oktober ernteten wir die Trauben für WEELFEL Veltliner    AlteReben mit 19 Grad Zucker. Diese Lage ist aber immer früh im    Verblühen und spät beim Ernten, der Wein wird dann fruchtbetont und vollreif    zugleich. Die Trauben für Zweigelt Hammer und AEOLIS    sind wieder zuletzt geerntet worden, diese Sorte hatte die geringste    Erntemenge. Umso mehr verspricht aber der naturbelassene, nach 4 Wochen    abgepreßte Jungwein. Am 3.November holten wir die selektionierten Trauben    für  Gr.Veltliner Reserve FELSER BERG , er wird bis zu    Herbstbeginn langsam seine 13,5% Alkohol einbauen in den kernigwuchtigen    Körper. 1 Monat später, am 4.Dezember schließlich, kamen    die gefrorenen GrünerVeltlinertrauben für den EISWEIN in die    Presse, etwas weniger als erhofft, aber immerhin. Tiefer Schnee und 10 Grad    minus konnten uns nicht bremsen, 32°Zucker und gute Säure versprechen gute    Anlagen.
 
   
     
       
         
                   Der Jahrgang 2009    -            aus der Sicht des Winzers
                     
- weniger, aber sehr gut
 
 Trotz bedenklichster  Witterungsumstände blieben unsere Weingärten gesund, es gab vollreife gesunde  Trauben zu ernten ohne größeren Pilzbefall. 2008 war ein gutes Lehrjahr für  die gesamte europ.Biowinzerszene, wir taten uns 2009 nicht sehr schwer,  biodynamisch zu arbeiten, erste Verkostungen zeigen sehr duftbetonte,  gehaltvolle Weine. Es könnte aber sein, dass bis zum Herbst der Keller  ziemlich leer wird, wegen dem Blütewetter blieben die Mengen unter dem  Durchschnitt.
 
Die Winzerfamilie
 
 Leider wurde mein Vater Johann Sen. durch  einen Schlaganfall im Februar in den Rollstuhl gezwungen. Zwar machte  er nur mehr wenig mit Rebschere oder Traktor, aber heuer mußte es erstmals  ganz ohne ihn laufen. Sein Zustand hat sich bis jetzt zum Glück stabilisiert,  zuerst schaute es schlimm aus, aber jetzt wird wieder Gehen geübt, wenns nur  so bliebe, das wäre schön.
 
 Es hat sich der  Betriebsablauf mit langjährigen Mitarbeitern eingespielt, der Rebschnitt ist  bereits begonnen, im März werden die Stöcke fertig sein, auch wenn der Opa  nicht mitschneidet. Der Generationswechsel ist auch beim Telefonieren spürbar:  manchmal werden Telefonate auch von unsern Kindern entgegengenommen, wir  bitten um Ihre Rückrufnummer, falls Ihre Nachricht nicht richtig „rüberkommt“.  Aber bei Tochter Theresa ist eh  immer alles verläßlich aufgeschrieben.
 
Aktivitäten
 
 Als "alte Hasen" stellen  wir Prämierungen nicht mehr so in den Vordergrund, reichen aber nach wie vor  viele Weine ein und freuten uns heuer über einige Erfolge:
 
 Bei einer Verkostung von  RoterVeltliner von 2008 wurden wir vom Magazin "Vinaria" mit dem  2.besten Platz besonders gewürdigt, in der Auflistung "BestBuy" sogar mit dem  1.Platz. Magazin "WeinPur" befand Weißburgunder Scheiben 08 mit 4 Gläsern.  Ebenfalls GrünerVeltliner Weelfel 1999 in einer speziellen 99erKost,  somit unter den 10 besten Veltlinern, er war bereits vor 9 Jahren im Vinaria  3.bester. Eiswein GV 2007 kam im Vinum unter die besten 4 mit 16,5 Pkte. GV  FelserBerg  07 erreichte im Dezember Gold beim "Internat.BioWeinpreis".
 
 Die Rebe RoterVeltliner  wurde von uns heuer eingereicht für die „Arche des Geschmacks“ von SlowFood,  als regionales besonders erhaltenswertes Kulturgut. Da wird noch einiges  passieren, 2 Handvoll Bio-Winzerbetriebe mit RotenVeltlinern bemühen sich um  internationale Anerkennung unserer Weinsortentradition im Slowfoodbereich.  
 
 Am Frühlings-Hoffest "WeinKult  Nr.8" legte die Partie rund um Bertl Mütter ein fulminantes Konzert hin,  angelehnt und inspriert von Quellen aus den 20igern und dem Dadaismus und  dessen verblüffenden Parallelen zum heutigen Zeitgeist. Frontwoman Agnes  Heginger führte die Partie Cech und Sascha Lackner.
 
 Edi Bangerl gestaltete in  einer Performance 3 Bilder mit Lößboden und Farbe, die Bilderausstellung  begleitete auch die kommenden Tage die Weinverkostung sowie  BioLebensmittelmarkt. Wir würden uns auch 2010 auf Ihren Besuch im Mai freuen.
 
 In Kooperation mit  Archehof Familie Wiesner gab es im Juni wieder 2 Weinkulinarien mit  Mangalitzaprodukten, wo jeweils rund 20 Personen auf eine Zeitreise zu  Lebensmitteln mit Seele gingen, wie sie früher selbstverständlich erschienen.
 
 Nach mehrjährigem Kontakt  zu einem Küchenmagazin aus Japan, die unsere Weinqualitäten weiterempfahlen,  meldete sich heuer ein interessierter Weinimporteur, der mit österr.Wein neu  beginnt, und gleich mit 5 Sorten startete. Besonders die Weißweine harmonieren  gut mit japanischer Küche, die nachhaltige Produktion ist in Japan ein  großes Thema. Wir sind sehr gespannt auf weitere Entwicklungen.
 
 Im Verkauf gab es heuer  viele Kunden, die zuerst vorsichtiger einkauften, es war ja ein spezielles  Jahr. Aber man sah, daß die Leute nicht mit dem Weintrinken aufhören, und vom  September weg bis Jahresende war keine Rede von Flaute. Ein Blick in den  Keller zeigt nur noch wenige Restmengen von 2008, die wir noch dringend  brauchen bis zum Jahrgangswechsel.
 
Übers Weingut
 
 Die neue  Etikettiermaschine bewährte sich, das Recycling der Flaschen müßte weiterhin  möglich sein, der ökol.Fußabdruck wird ja immer wichtiger.Durch eine neue  Solaranlage wurde unsere sehr CO2schonende Hackschnitzelheizung in einen  6monatige Sommerruhe geschickt. Nur wenn der Gärraum im Oktober mehr Wärme  benötigt, dann startet die Anlage wieder aus dem Schlaf, auch der  Flaschenlagerraum kann so temperiert werden.  
 
 Die Demeter-Winzer  Österreichs entschieden sich 2009 dafür, nichts an der Traubenproduktion und  schon gar nicht im Keller zu liberalisieren. Es war nämlich Anlaß gegeben  wegen einer neuen EU-Regelung des Bioweins sowie der großen  Pilzprobleme 2008 in Europa. Seit 2009 besteht daher noch mehr Unterschied in  Demeterreben und Weinen zu anderen Bioweingütern, welchen Freunde des  biodynamischen Weinbaus zu schätzen wissen, aber den größten Anteil der  Konsumenten wahrscheinlich nicht interessiert. Was vordergründig zählt, ist,  wie der Wein schmeckt, wie gearbeitet wird, da haben Viele wenig Einblick oder  Interesse. Es gehört darum schon hier an dieser Stelle bekräftigt, daß das  Vertrauen in die österr. Demeterbetriebe aus vielen guten Gründen mehr als  gerechtfertigt ist. Wer Details wissen will, jederzeit gerne !
 
 Wir tragen gern ein  gewisses Mehr an Risiko, weil wir die saubersten natürlichsten Möste haben  wollen, die machbar sind, weil uns das wieder im Keller ermöglicht, ohne  irgendwelche Zutaten zu tollen Weinen zu gelangen, die authentisch sind für  unsere Böden und Gebiet. Ein schönes Beispiel ist da der Wein Fumberg, welcher  jährlich mit rund 15.000 Flaschen eine sehr kräftiges Zeichen gibt, wie  Veltliner vom Wagram sich darstellt, auch noch nach Jahren.
 
 Weingärten
 
 Schlagartig wechselte im  April der Winter auf hitzige Sonnentage. Wer den Boden naß (zu früh)  bearbeitet hatte, erhielt Betonböden als Resultat und in Folge gelbe  Rebblätter. Bodenprobleme werden als Zeiterscheinung übrigens immer  vielfältiger, wenn das Bodenleben abnimmt. In der Bodenverbesserung  liegt aber auch eine Lösung für die Klimaproblematik, jedes Hektar und Prozent  Humus bindet große Mengen Kohlenstoff. Unser Gedanke ist: der Boden sollte  nach jeder Winzergeneration belebter vorliegen, nicht umgekehrt. Begrünung  statt Offenhalten, mit Kompost und biodynamischen Präparaten Boden beleben  statt Abtöten mit Herbizid, das Wissen wäre da, aber der allgemeine Trend  läuft anders, zumal man das auch amtlich „naturnah“ benennen darf, die  Insektizidanwendung wurde auch wieder allgemeiner Standard, Kunstdünger  sowieso. Mündige, Rebberge besuchende Konsumenten können hier aber sehr viel  bewegen und haben auch schon viel bewirkt im letzten Jahrzehnt.
 
 Die durstigen Rehe  schnappten sich viele saftige grüne Triebe, Gr.Veltliner bevorzugt, wir  begannen deswegen mit Veraschen als längerfristige Gegenmaßnahme, eine Art  Homöopathie. Zäune sind für uns keine Lösung, aber zusätzlich  bedarf  es  sicherlich gemeinsamer Anstrengungen aller Beteiligten am Rebberg. Unsere  Begrünung (besonders der Buchweizen) böte den Tieren genug alternatives Futter  an. Da die Bodenfeuchtigkeit immer da war, konnte ganzjährig der Boden Grün  belassen werden, ohne Umackern, die Regenwürmer und Insekten freuten sich  drüber. Viele Gottesanbeterinnen konnten wir sichten.
 
 Die Rebblüte war  leider heuer sehr kühl, viele Reben brauchten 3 Wochen zu Fertigwerden,  dadurch wurden nicht alle Beeren befruchtet und das senkte das Traubengewicht  und die Saftausbeute.
 
 Obwohl der weitere Verlauf schwül und  regnerisch war, also sehr gefährlich, konnten wir uns bis anfangs Juli über  gesunde Trauben freuen. Dann erwischte ein Hagel die westlichen  Weingärten, was dem Riesling weniger weh tat als dem Veltliner, der Weelfel  ist dadurch weniger geworden. Eine Teespritzung mit Beinwell und Salbei  linderte den Schock, die beschädigten Beeren trockneten schön ein. Der  3.August war damit die letzte Spritzung des Jahrgangs.
 
 Die Lese schien allzufrüh,  es war warm und feucht. Vor und in der Weinlese gab es noch einige  Regengüsse, es platzten beim Riesling und RoterVeltliner einige Beeren,  diese Trauben mußte man auslesen. Man fand durch die Wärme immer wieder  Essigbeeren, die nur händisch zu entfernen waren. Dann allerdings hielten die  gesunden Trauben, eine gute Ausreifung wurde möglich. Im Oktober konnten dann  die besten Bedingngen genutzt werden, die Handlese war vorteilhaft.
 
 Der neue Wein
 
 Erntebeginn war wieder  Frühroter Veltliner FLOSS, am 17.September kerngesund, die selber  angesetzte Hefe gärte trocken durch. Anfangs November kam der Wein als  Spezialität auf Flasche, duftig, 11,1% Alkohol, jetzt leider schon aus. Ab  Mitte Jänner gibts jetzt fertig den flaschenvergorenen  Pinot NoirWinzersekt 2008, ein Blanc de Noir, der ganz trocken  und fruchtig mit gold-kupferner Farbe eine schöne Zukunft verspricht. Der  leichte GrünerVeltliner HEFEABSTICH (Wagramterrassen)  wurde Ende September geerntet, bereits schön harmonisch und kommt im Februar.  Sehr intensive Aromen hat heuer MITTERWEG SauvignonBlanc, pikant  in Säure mit guter Fülle. Er hat sich bereits gut geklärt.
 
 Es wurde in den feuchteren  Tagen Ende September die Weingärten vom Riesling und Roten Veltliner  sorgfältig durchgelesen, damit nur gesunde Trauben weiterreifen. Anfang  Oktober konnte RoterVeltliner FELS AM WAGRAM in wunderschönem  Zustand eingebracht werden, die Menge etwa wie im Vorjahr, ein fruchtiger  Kabinettwein.
 
 Traminer Trio MITTERWEG  wurde mit fast 21 Mostgraden vergoren, intensive Rosenaromatik klingt durch,  es wird aber leider nur halbe Flaschenmenge. In 3 Etappen wird  Weißburgunder SCHEIBEN eingeholt, der einzige Weg wegen den  unterschiedlich reifen Trauben. Aber umso vielschichtiger und charaktervoller  wirkt er jetzt, vielversprechend aber mengenmäßig heuer leider ganz wenig. In  der 2.Oktoberwoche begannen wir mit der Ernte vom GrünerVeltliner  FUMBERG, er erinnert  an den Vorgänger: sehr fruchtig und  harmonisch, druckvoll trotz nur 12,5% Alkohol.
 
 Anschließend ernteten wir  Riesling WEELFEL mit knapp 18 Grad Zucker, vergoren in 3 Partien. Er hat viel  Marillenfrucht, zugleich ein wunderbares Zucker-Säurespiel, offener als der  2008er in der Jugend. Um den 20.Oktober ernteten wir die Trauben für WEELFEL  Veltliner AlteReben mit 19 Grad Zucker. zwar ist die Frucht noch etwas  verschlossen, aber Tiefgang und Körper wirken betechend, er wird.wieder ein  Klassiker. Die Trauben für Zweigelt Hammer und AEOLIS sind erst ganz zuletzt  geerntet worden, nach 5 Wochen wurde abgepreßt. Schon der Junge wirkt rund und  samtig, überhaupt nicht eckig. Ende Oktober beendeten wir mit Gr.Veltliner  Reserve FELSER BERG die Ernte, mit 21 Grad ein hoffnungsvoller  wuchtig-fruchtiger Spitzenwein, der noch 1 Jahr reifen muß.
 
   
     
       
         
         Der Jahrgang 2008          – der Bericht aus der Sicht          des Winzers
                     
- ziemlich feuchter  Anfang, schöne Reifezeit und feucht-kühles Ende
 
 Das Vegetationsjahr 2008 war für Europas Biowinzer  etwas anstrengender, aber wenn man das Ganze betrachtet, die Natur korrigierte  eigentlich überreichen Fruchtansatz, dafür waren feinfruchtige, extraktreiche,  überraschend vollmundige Weine möglich, mengenmäßig leicht unter dem Vorjahr:    der 2008er wird sicher anschließen können an gewohnte Qualitäten.
 
 Aktivitäten
 
 Bei Vergleichskosten konnte sich im "Vinaria" Gr.Veltliner FelserBerg 07  unter den TopTen der besten kräftigen Veltliner Österreichs bewähren. Der  Riesling Weelfel 07 landete (ebenfalls Vinaria) im Spitzenfeld der besten  15 Rieslinge in der Federspielklasse. Nicht alle unsere Weine wurden zu  Verkostungen eingereicht, beim Probieren unseres Sortiments könnten Sie  durchaus noch was entdecken.
 
 Das 7.Frühlings-Hoffest "WeinKult"  anfangs  Mai verlief sehr stimmungsvoll, die besondere Ehre hatten wir, wieder Gerd  Johnke dabei zu haben, 3 Wochen vor dessen Premiere "Im Freien Fall" im  Burgtheater. Eingefädelt hat das der Musiker Bertl Mütter, dessen  Musikerpartie aus namhaften hochkarätigen Künstlern bestand - Cech, Heginger,  Neugebauer - und eine der besten Musikshows boten. Das 2 Meter breite Bild der  Lößperformance von Edi Bangerl hängt jetzt über unserer Weinpresse in der  neuen Halle, gut geschützt, ziemlich hoch, zwischen den zwei massiven  Holzträgern. Es heißt "Thesmophorien 2008", bezogen auf die 3tägigen  altgriechischen Feiertage zu Ehren der Fruchtbarkeitsgöttin Demeter.
 
 Der BioLebensmittelmarkt bot für Viele was Neues aus der Region und eine  gute Unterlage zum Weinverkosten. Wenn Sie 2009 zwischen 1. und 3.Mai Zeit  finden, Ihr Besuch würde uns freuen, Einladung folgt noch im April.
 
 Die Gelegenheit, BioMangalitzaprodukte zu unsern Weinen zu verkosten, boten  wir am Felser Kellergassenfest: das Spanferkel war sehr begehrt, eine  Rarität, das Wetter war uns gnädig. Allerdings das Spiel der Deutschen zur  FussballEM am Sonntag kostete am Nachmittag Besucher, dafür war das  Weinprobieren persönlicher betreut. Durch die Kooperation mit Archehof Familie  Wiesner wurde dieses Speisenangebot erst möglich
 
 Jede 2. Wimmer-Czerny-Flasche geht ins Ausland: Der Besuch einiger  Export-Partner (Denver, Boston, Brüssel, Vilnius) bestätigte, warum im Export  unser Weißwein jedes Jahr zunimmt. Es gibt kaum andere Weltweinregionen, die  unseren Weinstil in dieser (leistbaren) Qualität anbieten. Aber auch Händler  am näheren und ferneren Heimmarkt hatte 2008 von etwas mehr Umsatz mit  österr.Wein berichtet, unser sehr ausgezeichneter 2007er fand sich  sehr rasch  in den Weingläsern, wir werden versuchen, gerade vom 2007er was wegzulegen, um  kaufbare Mengen anzubieten von einem tollen lagerfähigen Jahrgang, speziell  bei Reserven und Lagenveltliner und Magnums. Da die Mengen von 2008 von der  Natur bedingt im Durchschnitt etwa 15% weniger sind, wird ein Jahr 2009, das  vielleicht kein Wachstum bringt, auch nicht unnatürlich sein.
 
 Der Wachstumszwang ist nicht nur ökologisch zu hinterfragen, es war ein  sehr turbulentes Jahr mit den Preissteigerungen, 30.000 Flaschen für unseren  neuen Wein stehen seit September im Haus, nur um 15% zu sparen und es drohte  auch Glas(?)mangel. Bei Etikett und Karton war es nicht viel besser. Alle  Branchen spielten das selbe Spiel, es ist nicht lang gut gegangen.  Es scheint für 2009 mit diesem Spuk vorbei zu sein, das sollte man  nicht vergessen, wenn man die Zeitung jetzt aufschlägt.
 
 Weingärten
 
 Nach einem kühlen Frühjahr begann die Blüte Mitte Juni, zögerte sich  aber leider hinaus. Morgennebel - in dieser Jahreszeit ungewöhnlich - bot dem  FalschenMehltaupilz eine unsichtbare Startbasis. Häufiger Regen und milde  Temperaturen ohne Sonnenlicht  im Juli waren genau das Milieu, das von kleinen  Schwachstellen aus den Pilz neue Lebensräume erobern ließen. Auch viele  konventionell arbeitende Winzer machten im August Erfahrung mit dem  Peronosporapilz, aber besonders die Biologen hatten diesmal ein Jahr, das  wieder das erhöhte Risiko bewußt machte, biologisch Trauben zu erzeugen..Über  30 Grad Celsius und grelles Licht, dann wäre der Spuk vorbei gewesen, aber  leider gab es Sommerhitze 2008 nicht.
 
 Im Juni ungeschützte Rebteile ohne Spritzbelag waren heuer folgenschwer,  ganz ohne Verluste war Bioweinbau heuer nicht möglich. Leider gerade die Sorte  GrünerVeltliner wies in ganz Österreich die größte Anfälligkeit auf, in  Italien besonders Merlot, die Pioniere konnten sich auch nicht an so ein Jahr  erinnern. Es gab immer wieder ergiebig Regen, Begrünung war wichtig, damit der  Boden gut durchwurzelt und der Wuchs gebremst wird. Bei offenen Böden  expandierten die Beeren zuviel und man konnte schon lang vor der Ernte  gefaulte Trauben sehen.
 
 Wie oben erwähnt, tendierte das heurige Jahr zu übermäßiger Fruchtbarkeit  (trotz üblicher Begrenzung), die Mengenverluste wogen dies teilweise wieder  auf, die Reife, die Fülle, der Gehalt wurde erhöht durch Mengenkorrektur der  Natur. Riesling oder Weißburgunder waren nicht sehr betroffen,  RoterVeltliner war lockerbeerig wie selten, er profitierte sehr.
 
 Jeder zusätzliche Handgriff wirkte reifefördernd, zB. Entblättern und  Trauben Freistellen, 2007 war das Gegenteil der Fall.
 
 Der September brachte 3 tolle, sehr warme Wochen, Reiferückstände  nach dieser Zeit waren nicht mehr auszugleichen, zu Monatsende kam kräftiger  Regen und kühle Temperaturen.
 
 Der neue Wein
 
 Erntebeginn war mit dem Frühroter Veltliner FLOSS am  19.September, kerngesund, die selber angesetzte Hefe gärte trocken durch.  Anfangs November kam der Wein auf Flasche, sehr aromatisch, mild, 11,5%  Alkohol, spritzig. Man merkt ihm die optimale Reife an. Es wird ab Herbst 2009  einen Winzersekt mit Flaschengärung im Sortiment geben, vom Pinot Noir.  Perfektes Traubengut mit 17 Grad, der Grundwein ruht nach dem Säureabbau auf  der Feinhefe, begeistert mit seiner blumigen Fruchtigkeit und Pikanz.
 
 GrünerVeltliner (Hefeabstich) WAGRAMTERRASSEN,  für die leichte Kategorie konzipiert, wurde Ende September geerntet. Derzeit  Aromen Citrus bis Grapefruit, überraschend rund, nicht sauer, man wird im  Februar das Ergebnis in der Flasche sehen. Mit tollen 19 Grad KMW standen  Trauben des MITTERWEG SauvignonBlanc über Nacht im eigenen Saft,  ganz trocken, füllig und pikant, voller exotischer Aromen probiert man jetzt  diesen Wein.
 
 Anfangs Oktober war dann der Zeitpunkt zur Ernte der ersten Partie des  Roten Veltliners, fast 19 Grad, dunkelrote hocharomatische Trauben, diese zu  naschen war nicht zu vermeiden. Jetzt ruht ein vollmundiger fein  blumig-fruchtiger Wein mittleren Alkoholgehalts - nach dem Säureabbau leicht  verschleiert - an der Feinhefe. Zwar wäre es möglich gewesen, noch mehr zu  selektionieren für ein paar Flaschen, aber erst in 2 bis 3 Jahren haben wir  mehr und ausreichend Reben, um diese entweder AlteReben - oder Reserve-  Selektion umzusetzen, ohne die bisherigen 7.000 Flaschen qualitativ  auszuhungern. Aber so ist RoterVeltliner FELS AM WAGRAM heuer  sicher wieder eine Nuance besser als im Vorjahr geworden.
 
 Traminer Trio MITTERWEG wurde mit 20 Mostgraden zur  Holzfaßvergärung.eingefüllt, die Fässer vor Weihnachten vereinigt zu einem  kräftigen aromatischen Wein mit einigen Gramm Zuckerrest.Am 7.Oktober begannen  wir mit der Ernte vom GrünerVeltliner FUMBERG , 18  Zuckergrade durchschnittlich. Beim Verkosten überrascht die überhaupt nicht  spitze Säure und die Harmonie am Gaumen, Frucht, Schmelz und trotzdem Pikanz,  das ist genau der typische Veltliner am Löß.Zwischendurch Auslese von Partien  des Weißburgunder SCHEIBEN , es wurden letztendlich 3 Fässer  getrennt vergoren. Nach 2 Monaten Gärung ist auch die Säure ziemlich in Fülle  umgewandelt, die expressive Frucht und Fülle, mit kleinem Restzucker, sollte  wieder an die sehr hohen Qualitäten der letzten Jahrgänge herankommen, knapp  unter 13 %.
 
 Ab dem 15.Oktober ernteten wir Riesling WEELFEL mit knapp 18  Grad Zucker, die Reservetrauben blieben weitere 2 Wochen draußen. 2mal  dekantiert ruht er jetzt mit viel Marillenfrucht, vielleicht etwas rassiger in  der Rieslingsäure, dicht, fast trocken, braucht noch etwas länger Zeit. Die  roten Trauben für Zweigelt AEOLIS sind mit fast 19,5 Grad Zucker  engebracht worden, nach 7 Wochen wanderte der vergorene Zwegielt ins Faß.
 
 Ende Oktober  und anfangs November war es letztlich soweit, gesunde Trauben mit über 19 Grad  Zucker vom WEELFEL Veltliner AlteReben,  daß die Frucht sehr gut  wird, war klar, aber die Ausgewogenheit am Gaumen stellte sich erst nach der  Gärung ein, jetzt wirkt er finessenreich und elegant, mit Tiefgang und  Körper.Zuletzt kam Gr.Veltliner Reserve FELSER BERG ins Holzfaß,  die selektionierten Trauben waren keine so große Menge wie 2007, aber sehr  fruchtig und reif.
         
                    DerJahrgang 2007-          aus der          Sicht desWinzers
         
         
-          ein frühes trockenes          warmes Jahr
         
         Im Jänner hüpften im Weelfel die Heuhüpfer,          Distelfalter und grüne Raupen konnte man sehen, Befürchtungen von          Winterfrostschäden bewahrheiteten sich gottlob nicht. Der Winter war          kaum präsent, zweimal gabs Schnee, im Februar dann Frost, ansonsten          war der Austrieb nicht so früh wie befürchtet, anfangs April.
         
Trotz          der frühen Vegetation und der stressigen Sommerhitze fiel das          Weinergebnis klassisch fruchtig aus wie der Vorgänger von 2006 -          pikant bis schmelzig, vielleicht um eine Spur runder. Das heiße Wetter          war nur für Winzer-Nerven kritisch.
         
         Die Geschwister Theresa          (1998) und Simon (2007) Czerny
         
                   Danke für die Geduld unserer Kunden, welche          von 05 und 06 zuwenig bekamen, mit 07 wird’s wieder besser: Die Reben          blieben doch in Winterruhe bis anfangs April, sodaß - überraschend -          kein Winterfrost zu beklagen war, auch der frostige 2.Mai verschonte          ganz knapp die ersten 3 Blätter. Die Blüte war sehr früh, in der          ersten Juniwoche, fertig, das bedeutete Erntebeginn anfangs September,          Toleranz 2 Wochen auf oder ab ! Jahrgangsangepasstes Gefühl bei          Bodenbearbeitung war nötig.
         Spärliche seltene Niederschläge reichten den Reben, von ganz tief          unten holten die Wurzeln, was die reichlichen Trauben brauchten.          Einige Tage im Juli mit fast 40°C waren kritisch, aber          jahrgangsangepaßte Laubarbeit (Sonnenschutz) ersparte uns          Traubenverlust durch Verbrennungen. Im August wirkten die Beeren          bereits voll, dick und prall, als hätte es geregnet. Krankheiten waren          heuer kaum zu bobachten. Unsere letzte schützende Applikation vor der          Lese war am 10.Juli mit Fenchelöl und Bazilluslösung (wichtig wegen          den Beeren-durchbohrenden Traubenwickler-Raupen). Das starke Licht          machte dicke widerstandsfähige Schalen. Die Bodenbegrünung wuchs          leider nur langsam auf, aber die reichliche Winterwicke hat über den          Winter und Frühjahr Zeit. Das Rebholz in diesem Winter sieht zwar          etwas dünner aus, aber sehr ausgereift, sehr hart, optimal. Gesunde          Reben leisten viel mehr, als man denkt, wenn man sie läßt.
         Der neue Wein
         Abkühlungen
und Herbstwetter brachten tolle Aromatik und rund 2          Wochen erwünschte Verzögerungen. Erntebeginn war mit dem Frühroter          Veltliner FLOSS zwar bereits 1.September, dann kamen 3          Regentage mit 100 mm Regen. (Der Boden saugte alles weg wie          nichts, kaum Traubenschäden, weils kühl blieb). 20 Tage Gärung, dann          nach kurzer Lagerung kam er Ende Okober auf Flasche, mild, leicht,          spritzig (er ist fast ausgetrunken). Roter Traubensaft wurde          seit 20 Jahren wieder selber gemacht, 2 Tage kaltmazeriert für Frucht          und Farbe, dann heiß abgefüllt, sehr fruchtig ohne Kocharomen.
         SauvignonBlanc MITTERWEG kam Mitte September in die Presse, 19°          reif, gesund ohne Schäden. Er ist jetzt johannisbeerfruchtig, dicht          und lebendige Säure, und fast fertig sedimentiert.
         Jetzt startete endlich das wartende, wochenlang verschobene Leseteam          seinen Einsatz - wir setzten fort mit GrünerVeltliner HEFEABSTICH,          die perfekte Reife zeigt sich im Wein an feiner Frucht und          harmonischem Körper, obwöhl der Alkohol nur um 11% liegt. Eine          Punktlandung. Dann begannen wir mit der Ernte vom GrünerVeltliner          FUMBERG , 18 Zuckergrade durchschnittlich, die insgesamt 12,3%          Alkohol brachten. Nach der Kombination der Fässer bemerkt man wieder          feine Äpfel und Ananasaromen, am Gaumen Eleganz und immer          jahrgangstypischer Schmelz, ganz trocken - wieder ein echter          Klassiker.
         Ende September bewogen uns Reife sowie einige Problemtrauben, den          RoterVeltliner auszulesen, die spätere Partie von Mitte Oktober          wurde erst Dezember vereinigt. Feinfruchtig, nicht zu schwer, wie          2006, aber ein wenig runder wirkt er, muß noch reifen. Ebenfalls          Weißburgunder SCHEIBEN war auszulesen, da jetzt doch die Feuchte          einzelne reife Beeren zum platzen gebracht hatte. Es wurde in 2          Etappen geerntet, getrennt vergoren. Schöne Eleganz und Reife mit          kleinem Restzucker sollte wieder eine sehr duftige Kombination          ergeben, die 13 Alkohol nicht übersteigt. Traminer Trio MITTERWEG          hatte rosenfruchtige reife Trauben, 2 Monate nach der          Holzfaßvergärung.wurden die Fässer vereinigt zu einem aromatischen          dichten Wein mit etwa 15 g Zuckerrest.
          
         
         Gelber Traminer im August
         
         Ab dem 3.Oktober ernteten wir Riesling WEELFEL mit 18 Grad          Zucker, die Reservetrauben blieben weitere 2 Wochen draußen. Ohne          Gärungsproblem ruht er jetzt mit viel Marillenfrucht, wieder dicht,          heuer mit deutlichen Zitrusanklängen. Nahezu gesund mit 19,3 Grad          Zucker war WEELFEL Veltliner AlteReben, es ergab sich ein          vielschichtig fruchtiger Wein mit eleganter Säure, unterlegt von          Extrakt und Struktur, erreicht sicher wieder die qualität von 2005 und          2006.
         Die letzten Erntetage Mitte Oktober waren dem Rotwein gewidmet, es ist          erst da die vollständige Reife der Traubentannine gegeben gewesen:          ZweigeltAEOLIS war fast ganz gesund. Pinot Noir EOS hatte          einiges auszulesen, die 20 Grad Zucker aber waren auch imposant,          schmeckt jetzt schon. Die Roten 07er werden besonders gut.
         Dann kam noch Gr.Veltliner Reserve FELSER BERG ins Holzfaß, die          selektionierten Trauben waren sehr süß, wir wollten aber keine zu hohe          Alkoholausbeute. Erst im Jänner kann man genaueres sagen. Der          Gr.Veltliner-Eiswein gelang in der letzten Adventwoche mit 29 Grad          Zucker, von der Prognose ließen wir uns nicht verwirren,          Eisweinerfahrung seit 1990 half, einen günstigen Zeitpunkt zu nutzen,          super Ausbeute, viele Fruchtaromen steigen aus dem Gärbehälter.
         Bestimmt wird das Weinsortiment wieder gefallen, wir freuen uns, wenn          wir Ihnen die Neuen vorstellen dürfen
 
         
         DerJahrgang 2006          - aus der          Sicht desWinzers
 
         
-          ein feuchter Start mit tollem Finish
 
Es ist  war kein Winterfrost zu beklagen, obwohl die größten Schneemengen  seit Jahrzehnten und wochenlange Minusgrade den überaus  intensiven Winter kennzeichneten. Die Reben waren in  optimaler Winterruhe. Wochenlange Fröste und gute Winterfeuchte bereiteten den  Boden optimal auf für kräftiges Holzwachstum.
 
Extremes Frühjahr
         
Pünktlich zu          Frühlingsbeginn startete die warme Witterung und          Schneeschmelze und regnete den Winter weg. Zügiger ausgeglichener Austrieb          und Blütenansatz ließ Gutes erwarten. Nach dem guten Start gab es          knapp vor der Blüte unerhört kühle anhaltende  Witterung, dann          beschleunigte eine Affenhitze die Blüte, was (nur) bei GrünerVeltliner          zu noch nie erlebtem Verrieseln führte - viele schlecht verblühte          Beeren blieben klein, Blüte "verbrannt". Der Streß für die Pflanzen machte sich eben          bemerkbar, gute Böden erleichterten vieles, aber es war klar, beim          Veltliner wird die Menge unterdurchschnittlich werden. Fumberg etwa          hatte mit Wachstum der Traubenstiele unwahrscheinlich viel          ausgeglichen, jedoch die Trauben enthielten mehr Holz und weniger          Flüssigkeit als sonst - Mostausbeute 60% statt 75. Roter Veltliner und          Riesling blieben unberührt von diesen Problemen, im Gegenteil.
         
Kurzes intensives          Sommerwetter
         
         Anschließende extrem heiß-schwüle Wochen          brachten in Fels 2 Mal Hagelunwetter: alle 15 ha zeigen noch Spuren,          aber nur die Riede Mitterweg ist mengenmäßig stark reduziert. Die          langsam abfallenden unverblühten kleinen Beeren des Veltliners waren          potentielle Gefahr für den FalschenMehltaupilz, die Hauptgefahr im          Bioweinbau. Die extrem heißen trockenen Sommerwochen waren hilfreich,          auch wenn immer wieder intensive Gewitter in Fels am Wagram und Gösing          (und fast nur hier) niedergingen. Ende Juli hatten wir bereits          insgesamt 600 mm Regen. Im August beruhigten sich Niederschlag und          Pilzgefahr, war aber im Juli allerhöchst bedrohlich, wie seit vielen          Jahren nicht mehr. Ich hatte in einer Lage etwas mehr Probleme, aber          insgesamt bewältigten wir die vielen widrigen Umstände des heurigen          Sommers.          
         
         Beachtlich waren die Erosionen bei den vielen          Gewittern in Felser Weingärten, welche den Boden offen gepflügt oder          gespritzt hatten. In einem unserer Weingärten ist jetzt plötzlich der          Boden 5 cm höher, weil unsere Gründüngungspflanzen die Wasserströme          abbremsten und abgeschwemmte Erde von Nachbarn zurückhielten.          Überhaupt nicht zu verstehen sind Winzer, die angesichts dieser          Wettersituation nicht reagieren. (Ein 50mm-Gewitter im Juli          verursachte auf offenem Boden pro ha eine Flut von einer halben          Million Liter Wasser. Wenn mehrere Hektar Boden nackt sind, ergibt das          eine Sintflut, genau davon hatten wir heuer einen Vorgeschmack)
         
Ein Sensationsherbst
         
         Der September blieb trocken und windig-warm,          wir konnten ähnlich wie 2005 auf gute reife Qualitäten hoffen. Zucker          und Säure waren hoch und harmonisch. Ein Finish, wie          schon lang nicht mehr, der Rote Veltliner profitierte.
         
Erste Ernte am 21.9.,          Frühroter Veltliner FLOSS mit 18,5 Grad, er ist seit November          bereits in der Flasche als leichter duftig-milder Vorspeisenwein (als          Vorhut), unser charmantester Wein heuer, rund und sanft.          SauvignonBlanc MITTERWEG erreichte sehr hohe Reife, was kein          Problem war wegen der Dezimierung durch den Hagel: sehr sortentypisch          im Aroma und elegant am Gaumen, lebendige Säure, macht Spaß. Wir          beeilten uns - damit der Alkohol nicht zu hoch stieg - mit          GrünerVeltliner HEFEABSTICH, er zeigt          veltlinertypischer Duftigkeit und trinkfreudige Leichtigkeit, er ist          schön mild wegen mäßigen Ertrags. Es folgte die Ernte vom          GrünerVeltliner FUMBERG ,
 
 18,5  Zuckergrade, etappenweise geerntet. Drei höchst unterschiedlich duftende  Fässer ergaben in der Kombination feine Äpfel und Maracujaaromen zugleich, der  Körper dicht und kernig-elegant. In der 2.Oktoberwoche bewogen uns die gute  Reife den RoterVeltliner zu ernten, bevor Beeren zum Platzen  anfingen: melonen bis marzipanfruchtig, augewogen ohne schwer zu wirken. Ganz  klassisch wirkt er jetzt, nicht zu breit.oder alkoholisch. Anschließend  vergärte mit Traminer Trio MITTERWEG 20gradiger Traubenmost in  neuen Eichenfässer, der wirkt jetzt sehr wohl kräftig, vollmundig, rund und  rosenaromatisch. Trotz 2maligem Hagel schafften wir zwei Fässer.  Weißburgunder SCHEIBEN wurde in 2 Etappen vergoren und gelesen, 19,5  Grad und etwas pikanter sowie über 20 Grad mit kleinem Restzucker ergab eine  sehr duftige Kombination, trotz 2 Hagelgewitter ein tolles Ergebnis.Um  den 15.Oktober ernteten wir kerngesunde Trauben vom Riesling WEELFEL  mit 18,5 Grad Zucker, die Reservetrauben blieben noch 2 Wochen draußen. Nach  gewohnt langsamer Gärung und 2 mal Dekantieren fast blank, man merkt viel  Pfirsich und Marillenfrucht, ziemlich dicht, heuer eindeutig ein  Rieslingjahrgang. Souverän mit 19,5 Grad Zucker war WEELFEL Veltliner  AlteReben dran, in jede einzelne Traube wollte man hineinbeißen, beim  Pressen war der Keller von Aromen erfüllt.  Die Kombination aus 2 Fässern wirkt kernig feinfruchtig, trotzdem vollmundig,  ein Säugling, der - alljährlich - noch einige Zeit mehr braucht. Es gibt heuer  wieder Riesling Reserve GÖSINGER FREIHEIT, Steinobstaromatisch,  fruchtsüss und ausgeglichen, nicht so extrem wie 2004. Zwar wäre er heuer eher  zu trinken, jedoch bitte nicht vor Herbst, siehe oben. Die folgenden Tage  waren dem Rotwein gewidmet, es ist besonders viel Farbe und Reife in der  Traube: Der AEOLIS hatte 20 Zuckergrade, die Beeren verführten  zum Anbeißen, Zweigelt Hammer, war kaum schlechter. Pinot  Noir EOS war ganz gesund, mit 20,5 Grad Zucker genau am Punkt, nach  der Gärung schon angenehm zu kosten. Den Schlußpunkt bildete Gr.Veltliner  Reserve FELSER BERG : nach Vergärung im Eichenfaß duften Fruchtigkeit und  Reife gleichzeitig. Es braucht noch 8 Monate Lagerzeit bis zum Ende des  Ausbaus
 
   
     
       
 
         
         
         DerJahrgang          2005          - aus der          Sicht desWinzers
 
   
         
- weniger Menge, aber viel Gehalt
 
So sehr das Wetter im heurigen  Vegetationsjahr urlauberabschreckende Nässe und Kühle mit sich brachte, für  die Trauben war es anscheinend grad angenehm. Qualitativ muß man sich bestimmt  nicht beschweren.
 
Vegetationsverlauf
 
Leider gab es während des  Austriebs Ende April einen kleinen Spätfrost, der einige Hauptaugen kostete.  Anscheinend wurde auch die Veranlagung der jungen Trauben 2004 etwas kleiner  angelegt, wie sich dann bei der Ernte zeigte. Einige Prozente an  Botrytistrauben durch den Regen, alles zusammen ergab weniger Wein, ähnlich  wie 1995.
 
Mehrere Hochwasserereignisse in Westösterreich zeigten  den Klimakontrast zum Wagram besonders deutlich - während das Getreide Mitte  Juli von unseren Feldern kam, dauerte es in Teilen Oberösterreichs und Bayerns  5 bis 6 Wochen länger.
 
Immer konnte die Blattmasse arbeiten, sodaß die Reife  früher eintrat, als es die ziemlich späte Blüte - Ende Juni, fast wie 2004 -  vermuten ließ. Zielstrebig gings von der Endreife bis zum Erntebeginn, ohne  sich wochenlang zu verzetteln (so wie im Vorjahr). Der warm-trockene September  brachte eine optimale Reifebeschleunigung, die Wurzeln hatten es schön feucht,  die Blätter waren gesund und lieferten reichlich Assimilate an die Beeren ab.  Die frühen hohen Zuckergehalte wären fast auch zum Verhängnis geworden: im    warmen August-Regen neigen süße weiche Beeren zum Aufplatzen : und  Niederschlag gab es im August 2005 wirklich mehr als genug, ein Wolkenwirbel  wie ein großes Wasserrad drehte sich ausdauernd über dem Alpenraum, während  West und Nordeuropa viel Sonne hatte. 2002 war auch viel Wasser da, aber  anschließend folgte wochenlang Sonne.  Dieses  stabile Hoch stellte sich 2005 ziemlich spät - im Oktober -ein, für frühe  Regionen zu spät. Es hielt ein dafür dann monatelang und stand wie eine Mauer.
 
Die biodynamischen Behandlungen (2x  Hornmist, 2x Kiesle, 1x Fladenpräparatmit Schachtelhalm) scheinen spürbar zu  wirken, deutliche Wuchs und Vitalitätssteigerung in schwächeren Anlagen,  Reifebeschleunigung im September)
 
Die Lese war etwas früher als erwartet
 
Der günstige Altweibersommer im  September bewirkte, daß die Zuckerwerte schneller anstiegen, als erwartet. Die  Naturhefegewinnung erfolgte Mitte September, und der Erntestart wurde auf den  Tag vor einen größeren Regen bestimmt: FrühroterVeltliner FLOSS mit  18°KMW, der fertig vergoren und seit November bereits im Verkauf befindliche  Wein ist sehr fruchtig, dicht, mit harmonischer Säure, sehr spritzig und  elegant. Dann kamen 2 Regentage. Der GrünerVeltliner HEFEABSTICH kam  vom 18.10. bis 20.10 in den Keller, nach sehr langer Gärdauer zeigt er sich  wieder von expressiv veltlinertypischer Duftigkeit und Pikanz, 11% Alkohol und  dem 2004er ebenbürtig.
 
Die darauffolgende Woche erreichte SauvignonBlanc  MITTERWEG die Reife von 18,5 Grad, die kleinere Menge der Junganlage wurde  schon vor 14 Tagen mit 20° extra abgeerntet und jetzt wieder vereint: sehr  sortentypisch im Aroma und elegant am Gaumen, die Säure hat sich jetzt schon  eingefügt. Nach kleiner Regenpause wanderte mit Traminer Trio MITTERWEG  20gradiges Traubenmaterial - jetzt sehr vollmundig, rund und rosenaromatisch -  ins Eichenfässern zur Gärung, von dem angenehmen Süßerest war unsere Hefe kaum  abzuhalten und zu stoppen, erst durch kühle Dezembernächte.
 
Der Mittelteil (frühester Weingartenteil) vom  GrünerVeltliner FUMBERG , erbrachte wieder optimale Reife, der  Erntezeitpunkt der anderen Teile war deutlich später - bis Mitte November. Das  Ergebnis schmeckt höchst verschieden, aber jedes Faß hat was für sich. Alle  etwa 12%Alkohol, eines mehr nach Zitrusdüfte, das andere mit üppig fruchtigen  Apfel, Maracuja und eines molliger. Der Körper wirkt noch spitz, aber mit  Winterkälte wird er nach dem Weinsteinaufall wie gewohnt recht harmonisch.
 
Weißburgunder SCHEIBEN erreichte 19,5 Grad  pikant in der Säure bei molligem Körper und blütenhaftem Duft, ein kleiner  Restzucker steht ihm gut. Äußerst harte Selektionsarbeit machte sich bezahlt,  diese Sorte hatte am meisten unter dem Augustwetter gelitten. Der  RoterVeltliner wurde genau ausselektiert, die Reife war hervorragend, der  Wein braucht noch Zeit, aber wird dieser Vorgabe sicher gerecht.  Mitte  Nobember ernteten wir vollreife kerngesunde Trauben vom Riesling WEELFEL  mit 18,5 Grad Zucker, jetzt Pfirsich und Marillenfruchtig, dicht, rassige  Säure, ähnlich dem Vorjahr, nur weniger.   
 
Die zweite Novemberhälfte begann mit dem WEELFEL  Veltliner AlteReben und brachte schönes vollreifes Traubengut mit 19,5  Grad, expressive Veltlineraromen zeigen sich nach der langen Gärung. 15%  weniger Liter sind eine Garantie für viel Gehalt.
 
Die folgenden Tage waren dem Rotwein Zweigelt  Hammer gewidmet, der die schönen Herbsttage nutzen konnte und daher erst  zm Schluss dran kam. Die Trauben der 40 Jahre alten Weinreben konnten dem  feuchten Spätsommer gut überstehen, die jüngeren erwartungsgemäß weniger. Der  AEOLIS hatte.20 (!) Zuckergrade, nach dem Ende des Säureabbaus im Mai  sehen wir weiter.
 
Der Gr.Veltliner Reserve FELSER BERG ergab bei  knappe 20 Grad wieder gewohnt aromatischen Veltliner, der noch ein Jahr  Lagerung vor sich hat.Er wandert grad vom Eichefaß zum Tank und könnte die  außerordentliche Qualität des 2004ers erreichen, es gleicht aber bekanntlich  nie ein Wein dem anderen, drum wird die Verkostung spannend werden.
 
   
     
       
 
         
         DerJahrgang          2004          - aus der          Sicht desWinzers
                       
Lange Wartezeit - gute Reife
 
Es begann mit dem langen, nicht  enden wollenden Winter, der bis April immer wieder Schnee brachte und ziemlich  lang die Reben schlafen liess.
 
Ohne das 10wöchige sommerliche Traumwetter hätte es  für den Wein 2004 tatsächlich schlecht ausgesehen. Möglichst späte Ernte war  allgemein an der Donau das angesagte Ziel, Traubenselektion und viele im  Weingarten zurückgelegte Kilometer. Die wirklich reifen Ergebnisse dieses  harten Kampfes waren aber die Mühe wert: besonders die Aromafülle und die  Eleganz begeistern, genau die Geschmackskomponenten, welche als besonders  eigenständig empfunden werden im Vergleich mit anderen Weinländern der Welt.  Die Mengen sind bei uns durchwegs geringer ausgefallen. Der erhöhte  Arbeitsaufwand, die Investitionen der Vorjahre in die Maschinen, die dies auf  allen 14 ha erst ermöglichen, waren mit ein Grund, daß die biologische  Wirtschaftsweise sich erneut bewährte und wunderbare Trauben erbrachte, was  2004 sicher nicht so leicht war wie 2003.
   
Im Weinberg
   
   Der feuchtkühle April ließ die Frühjahrs-Gründüngungsmischung (Roggen,    Buchweizen, Platterbse, Sommerwicke, Leindotter, Futtererbse, Phacelia,    Ölrettich, Malve, Ringelblume) gut keimen, welche  wieder in jeder zweiten    Zeile angebaut wurde. Die Traktorfahrzeile wird aus praktischen Gründen erst    2006 bebaut werden.
 
   Der Austrieb Ende April ging 3 Wochen später vor sich als sonst, die    folgenden Wochen entwickelten die Triebe sich nur langsam. Da der Mai auch    nicht wesentlich wärmer war, als die ganze erste Jahreshälfte, endete die    Blüte in Fels erst Ende Juni - (so spät wie zuletzt nur 1991) - es dürfte in    manchen Gegenden sogar Juli geworden sein.  
 
   Nach mehreren kräftigen Gewitterregen wechselte Ende Juli das Wetter von    feucht-schwül auf sommerlich heiß und trocken und blieb so bis Ende    September: dies holte einen Teil des Reiferückstands wieder auf. Außerdem    waren Pilzkrankeiten brandgefährlich, diese Gefahr war nun geringer. Die    Begrünung wurde heuer sehr hoch, denn wir warteten ab, bis die Pflanzen    Samen bildeten, da der Boden bis Juli wegen der vielen Gewitter mehr Wasser    abbekam, als die Rebe brauchte. Wir benutzten die erhöhte Wasserkonkurrenz    als Vorteil. Also haben wir erst am 1. August umgebrochen und erneut eine    Mischung für August bis April (8 einjährige Sorten wie Frühjahr und 3    Winterharte: Roggen, Wicke, Rotklee) ausgesät. Der Gedanke unserer Begrünung    ist der, über die ruhige Jahreszeit mittels winterharten Pflanzenwurzeln    freie Nährstoffe zu binden, die sonst durch Schnee und Regen ausgewaschen    werden, Die Rebe schläft bis April, ja sie braucht erst im Juni wirklich    viel Nährstoffe.
 
   Das Menge-Güte-Gesetz schlug heuer voll zu, was Ende September noch nicht in    der Beere war, ließ sich nur mehr bedingt aufholen. Eine exakte    sonnendurchflutete hohe Laubwand machte sich heuer absolut bezahlt, für    beste Reife und dicke Beerenhäute gegen den hohen Krankheitsdruck.  
   
 Die sehr späte Lese
   
   Die wünschenswerte intensive Nachtabkühlung ab September ließ uns extrem    fruchtbetonte Aromatik erhoffen, was sich dann auch wirklich bewahrheitete.
 
   Die ersten Trauben zur Naturhefegewinnung wurden Ende September geerntet,    aber der eigentliche Erntestart 14 Tage rückverlegt auf 8.Oktober: wie immer    war der erste Weingarten FrühroterVeltliner FLOSS mit 17°KMW,    der fertig vergoren und bereits im Verkauf befindliche Wein ist sehr    fruchtig, dicht, mit harmonischer Säure, sehr spritzig und elegant. Dann kam    eine regnerische Woche, leichter Spätfrost hätte fast die Blätter zu früh    entlaubt. Der GrünerVeltliner HEFEABSTICH kam    vom 18.10. bis 20.10 in den Keller, nach sehr langer Gärdauer zeigt er sich    wieder von veltlinertypischer Duftigkeit und Pikanz, 11% Alkohol und dem    2003er ebenbürtig.
 
   Die darauffolgende Woche erreichte SauvignonBlanc MITTERWEG    die Reife von 18,5 Grad, die kleinere Menge der Junganlage wurde schon vor    14 Tagen mit 20° extra abgeerntet und jetzt wieder vereint: sehr    sortentypisch im Aroma und elegant am Gaumen, der Alkohol dürfte weniger    sein als im Vorjahr, die Säure scheint sich jetzt doch einzufügen. Nach    kleiner Regenpause folgte mit Traminer Trio MITTERWEG    20gradiges Traubenmaterial, jetzt sehr vollmundig, rund und rosenaromatisch.  
 
   Die folgenden Tage waren dem Rotwein Zweigelt Hammer gewidmet,    es sind heuer viel Farbe und Frucht zu verkosten, Der AEOLIS    hatte19,5 Zuckergrade, nach dem Säureabbau dürfte er mit 1999 vergleichbar    werden.
 
   Dann begannen wir mit der Ernte vom Mittelteil (dem frühreifsten) vom    GrünerVeltliner FUMBERG , 18,7 Zuckergrade, optimaler    Erntezeitpunkt. Die anderen Teile wurden jeweils 1 Woche später bis    7.November geerntet, vollreif, aber doch um 1 Zuckergrad weniger. Das    Ergebnis wird nach dem Verschnitt etwa 12%Alkohol aufweisen, mit üppig    fruchtigen Apfel,Maracuja und Zitrusdüften. Der Körper wirkt wie gewohnt    recht harmonisch.  
 
   Weißburgunder SCHEIBEN erreichte19,5 Grad und wirkt etwas    pikanter in der Säure bei gutem Körper und überschießendem Duft, ein kleiner    Restzucker steht ihm gut. Wahrscheinlich wird es heuer keinen    Chardonnay Reserve geben, der gesunde Anteil war mengenmäßig zu    gering, zu rasch setzte ihm die Feuchtigkeit zu, während der Weißburgunder    noch zu 90% gesund war.
 
   Von 30.10. bis 3.11. ernteten wir kerngesunde Trauben vom Riesling    WEELFEL mit 18,3 Grad Zucker, nach flotter Gärung merkt man viel    Pfirsich und Marillenfrucht, dicht, aber noch etwas rassige Säure, sehr    klassisch.  Der RoterVeltliner ergab nach Ausselektieren von    etwa 15% gefaulten Trauben einen melonen bis marzipanfruchtigen gehaltvollen    Weißen, der augewogen viel Körper und elegante Säure mit 12% Alkohol    aufweist. Erste Verkostungen stimmen euphorisch, trotz des schwierigen    Novembers.  
 
   Die zweite Novemberwoche begann mit dem WEELFEL Veltliner AlteReben    und brachte schönes wirklich vollreifes Traubengut mit 19 Grad, nicht so    viel Zuckergrade, als er schon 14 Tage früher hatte. Die langsame Gärung    ergab einen vollmundigen feinfruchtigen Jungwein, der noch einige Zeit    brauche wird. Der Riesling Reserve GÖSINGER FREIHEIT wirkt    fruchtig, restsüss und rassig zugleich, wir geben ihm noch ca.7 Monate, dass    er zusammenwachsen kann. Der Gr.Veltliner Reserve FELSER BERG    ergab bei knappe 20 Grad in der Kombination der Partien, nach hartem Kampf    immerhin die kleine Menge von 4 kleinen Holzfässern, Mitte November, so wie    2001.
 
   Mit den Prädikatsweinen zeigte sich der Jahrgang sehr günstig, diese    Raritäten gibt es erst ab September 2005 in der Flasche - gleichzeitig mit    den Reserveweinen. Am 19.November nach 2tägigem heftigen Wind schafften wir    durch genaues Auslesen endlich vom Gr.Veltliner eine    Beerenauslese mit 30 Grad. Kurze Zeit später, am 26.November gelang    durch gutes Timing ein Gr.Veltliner Eiswein am 2.Tag von zwei    Frosttagen mit minus 8 Grad Celsius, mit schönen 27,5 °KMW.Die Prognose war    keine große Hilfe, unsere Wettererfahrungen seit 1990 umso mehr, was    besonders wichtig ist in Jahren mit nicht extrem tiefen Temperaturen.    Tatsächlich scheint es der einzig mögliche Termin heuer gewesen zu sein.
         
         
          DerJahrgang 2003           - aus der           Sicht desWinzers
          
          
- ein wunderbares Geschenk der Natur
 
  Nach dem langen kalten Winter, der bei uns viel Schnee brachte und ziemlich  lang die Reben schlafen liess, gab es einige Stöcke, die ausgefallen waren.  Der Austrieb anfangs April ging mit Schnee und Kälte vor sich, das dürfte mit  ein Grund sein.  
 
 2003 wurde ein sehr warmes, ungewöhnlich frühes Jahr,  voller Ehrfurcht besinnt man sich jetzt langsam, was für herrliche Trauben uns  da heuer gewachsen sind und ob wir eigentlich nochmal so eine  winzerfreundliche Ernte erleben werden - gewaltige Frucht und vollendete  Balance scheint das Ergebnis zu sein.
 
 Der Vegetationsverlauf 2003
erleichterte uns unser 1. Jahr, in dem wir Wein und Äcker ganz und endgültig  auf biologische Wirtschaftsweise umstellten, obwohl wir schon seit den 80ern  liebäugelten und in den letzten Jahren Anpassungen machten, damit 2003 keine  gewaltigen Umstellungen stattfanden.
 
 Die Blüte war nicht sehr früh - im Juni - vonstatten gegangen,  aber sehr rasch und kurz. Jedoch durch ungebrochene  anhaltende warme Witterung und einigen Gewittern dazwischen wurden die Reben  zu beschleunigter Entwicklung forciert, die einen Vorsprung ergab, welche die  Ernte Anfang September (wie 2000) erwarten ließ.  
 
 Anfangs August erreichten dann auch Ostösterreich die Extremwerte über 35 Grad  Celsius, die vorher eher mehr Süd- u.Westeuropa betrafen, aber nicht mehr als  3 Wochen.  Eine äußerst glückliche  Niederschlagsverteilung bei uns am Wagram, die tiefgründigen Böden und unsere  zahlreichen alten tiefverwurzelten Reben haben bewirkt, trotz schwieriger  Situation die Ernährung des gemäßigten Traubenansatzes zu bewerkstelligen,  ja es war sogar äußerst positiv zu bemerken, daß kleinere Beeren,  Dickschaligkeit (dadurch Aromapotential) und Konzentration an Inhaltsstoffen  heuer durch diese Gratwanderung besonders gefördert wurden. Auch waren  keinerlei Krankheiten zu beklagen. Die Hitze- u. Sonnenbrandgefahr scheinen  durch unser seit ca. 1990 betriebenes Laubarbeitskonzept (Senkrechtes  Triebformieren, früh Trauben freistellen durch Geiztriebausschneiden in  Traubenzone, dann richten sich 1. - 5. Blatt selbst darüber wie ein  Sonnenschirm, ohne Luftigkeit zu beeinträchtigen) nicht das Problem gewesen zu  sein.
 
 Der Probelauf der Ernte
war  tatsächlich 26.August mit Traubensaft, Malvasier FLOSS und 17  gradigem GrünerVeltliner, allerdings von 6 Uhr früh bis 10 Uhr 30, dann  nachher war es uns zu heiß. Das wirkliche Problem lag nur in der  Traubentemperatur ab Mittag, in der Nacht kühlte es schon ab bis 12 Grad. Eine  schöne kräfig gärende Naturhefe war auch unsere Ausbeite dieser Woche.
 
 In der ersten Septemberwoche fand durch eine Regenfront die  langersehnte Abkühlung statt. Der leichte Schaden durch Hagel in einer 3  Minuten dauernden Sturmböe konnte gut austrocknen, die Hagelseite wurde aber  von uns ausgelesen. Der GrünerVeltliner  HEFEABSTICH kam nun dran, fruchtige Trauben mit  erfrischender Mostsäure, die im Wein pikant spürbar ist, mit sehr  veltlinertypischer Duftigkeit nach Äpfel.
 
 Die darauffolgende Woche  erreichte SauvignonBlanc MITTERWEG die Reife von 19,5 Grad mit  wunderbarer Säure: der Wein wurde so würzig, so sortentypisch im Aroma und  elegant am Gaumen, daß ich behaupte, 2003 ist im allgemeinen duftiger und  eleganter als die wuchtigen 2000er, vermutlich durch die geringeren  Traubengewichte und bessere Bilanz der Assimilationsleistung, zumindest in  Fels am Wagram. Die folgenden Tage begannen wir mit der Ernte vom Mittelteil  (dem frühreifsten) vom GrünerVeltliner  FUMBERG , etwa 2 Wochen liegen dazwischen  bis zum höchstgelegenen Teil. Das Ergebnis ist (jetzt noch, vorm Verschnitt)  ein Fass mit üppig fruchtigen Apfel,Maracuja undBananendüften, ein Fass mit  pfeffrigen Stachelbeeranklängen und eines mit zartfruchtiger Zitrusversion.  Der Gaumen wirkt ausgewogen, pikant und trinkanimierend.
 
 Die dritte Septemberwoche folgte  mit Traminer Trio MITTERWEG, welcher feurig-aromatisch  erscheint. Riesling   WEELFEL mit 18,2 Grad Zucker und schöner  Säure wirkt so marillenfruchtig und ansprechend, dass der Most und Jungwein  schon großes verspricht. Weißburgunder SCHEIBEN erreichte die 20  Grad kerngesund und wurde vollreif abgeerntet, er erinnert mich an den 1995er,  welcher fruchtig, leichtfüßig, und vollmundig zugleich wirkte - heute noch ein  wunderbares    Gewächs.  Der RoterVeltliner  wurde in einem der besten Reifezustände der letzten Jahre zu Wein verarbeitet,  es wurde wieder ein rassig-fruchtiger, nicht allzu schwerer (ca. 12%)  Weißweinklassiker. Chardonnay Reserve war mengenmäßig etwa 20%  geringer, aber dafür passte das Ergebnis, welches erst im September 2004 zu  verkosten sein wird.
 
 Die letzte Septemberwoche war dem  Rotwein Zweigelt Hammer gewidmet, voller Andacht kostete und  betrachte man, was uns da die Natur heuer schenkte - mit Sicherheit die besten  roten Trauben jemals, soweit ich mich erinnere, ohne zu übertreiben. Die Reserve  wird nicht vor 2006 abgefüllt und lag wieder besonders lange nach der Gärung  an den Schalen (man möge sich den 2000er im Geiste vor Augen halten). Unser 2. Sohn  (Geburt Oktober 2003) suchte sich einen Super-LagerJahrgang aus.
 
 Der Oktober begann mit dem  WEELFEL Veltliner AlteReben und brachte aromatisch goldgelbes Traubengut in  bestem Zustand. Der Jungwein ist expressiv wie immer, aber besonders  harmonisch und ansprechend - so, als könnte man ihn fast jetzt schon    trinken. Der Riesling Reserve GÖSINGER FREIHEIT kam auch mit 20 Grad in  die Presse, er dürfte sehr fruchtig werden.
 
         
          DerJahrgang          2002- aus der Sicht desWinzers
         
- ein          unvergleichliches UnwetterJahr, dem Felser Wein hats (bis jetzt) kaum geschadet
 
Niemand kann sich  an ähnliche Extreme in 1 Jahr erinnern. Zuerst trockener Winter. Die  Vegetation lag heuer deutlich im Vorsprung durchs heiße trockene Frühjahr  bedingt. Die  tiefen Lößböden vom Wagram hatten gerade noch genug Wasser für die Wurzeln zur  Verfügung, bis dann im Juni das Jahr sich komplett wandelte auf Wasserüberschuss: (Regenwerte  kann man dem Link entnehmen) Der  trockenste Mai  seit überhaupt ging einem gewitterreichen Juni, Juli, August  und Oktober voraus. Die Reben hatten viel Wasser und Nahrung für überschießendes Wachstum - bremsen  durch konkurrenzierenden Grünbewuchs im Boden war unsere Gegenwehr.  Aufgelockert hatten wir schon im April.  
 
Die Blüte
war  anfangs Juni, vermutlich wird bei uns die Ernte am 20.September    mit dem Frühroten Veltliner losgehen, so wars dann  auch.
 
Nach der  RiesenHagelWolke vom 3.Juli , die von Senftenberg donauabwärts bis Fels zog,  waren wir sehr geschockt, jedoch hat es bei uns nur die südlichen tiefgelegenen  Weingärten gestreift, 1 ha Veltliner komplett, aber wir hatten großes Glück Deshalb  setzten wir die Traubenausdünnung weiter fort, denn der Herrgott meinte es heuer viel zu  gut mit dem Traubenansatz unserer Reben.
 
Das  AugustJahrhundertHochwasser von Kamp und Donau betraf uns nicht direkt (Fels  steht ca. 20 m höher auf einer eiszeitl.Schotterterasse), aber von unseren Weingärten aus bot sich das Bild eines riesigen  Sees zwischen Rohrendorf/Krems und Grafenegg. Auch entlang der  Kampmündung in die  Donauauen bei Grafenwörth bis Altenwörth war viel Wasser sichtbar. Zum Glück brach kein  Donaudamm, sonst wäre das   historische Felser Ortswappen wieder aktuell geworden:  Kirche,  Rebe,Wasser, Boot, usw. Das Unglück der südlichen Nachbargemeinden war trotzdem groß  genug: 2mal kam der Kamp, zum Schluss gemeinsam mit der Donau, zuerst von  vorn, dann von vorn und hinten, das hatte kein Experte vorausgesehen - der Mensch war fast  machtlos.
 
Weingärten  stehen bei uns wegen der Winterfröste und der Exposition wegen nicht in den  Niederungen bei den Gewässern, daher war der Wein nur indirekt betroffen: 300  mm Regen in 10 Tagen, Erosionen (durch lockere Erde in umgebrochene Böden)  gab es gewaltige, in unseren begrünten Weingärten nur Kleinigkeiten - unsere  Bodenbearbeitung bewies, daß begrünte, belebte Böden Wasser  und Erde festhalten und trotz weicher Erde Pflanzenschutz mit dem Traktor  zulassen, was genau in dieser Situation qualitätsentscheidend war.
 
Eine sonnig-heiße trockene Spätsommerperiode beschleunigte anschließend bei der  Traubenreife. SüdOstWind trocknete endlich wieder den Boden ab, gerade rechtzeitig für fäulnisempfindliche Burgundersorten. Diese Wetterlage hielt einige Wochen an, dadurch gelangten die Zuckerwerte in erwünschte Bereiche, es schaut sehr gut aus, auch Säure und Aroma passt. Einzig hagelgeschädigte Beeren machten in gewissen Lagen zu schaffen. August und September waren derart sonnig, daß die Trauben optimal ausreiften und bis anfangs Oktober Zuckerwerte bis 18 Grad emporschnellten - bis zum  Wetterumschwung.
Man vermutete den Erntebeginn am 20.September  mit dem Frühroten Veltliner  FLOSS, so wars dann auch - vollreife17,5 KMW. In kurzer Hose und Sandalen wurden die Nachwirkungen des JuliHagels beseitigt durch HandSelektion: gesunde Trauben in die grünen Boxen und ca.20% Angefaultes kam in graue Boxen.
Auch beim GrünerVeltliner HEFEABSTICH Ende September wurde selektioniert, bei 17 Grad um zwischen 11 und 11,5% Alkohol zu landen. Man merkte deutlich die Ertragsregulierung im Reifefortschritt, aber auch Lagenunterschiede - 4.Oktober konnte der   SauvignonBlanc MITTERWEG mit 19,3 KMW geerntet werden, ebenfalls   Traminer MITTERWEG mit 20,5 Grad. Dann wurde die Weißweinernte unterbrochen. Es kündigten sich Regenfronten an, so begannen wir mit Durchlesen beim   Zweigelt im HAMMER. Bis zum 10.Oktober waren unsere 2 ha Rotwein abgeerntet bei 18 - 20 Grad KMW und kräftiger dunkler Farbe. Es sollte sich in Folge auch für den   Zweigelt Reserve CUVEE ALLIER richtige Entscheidung herausstellen.
Der enttäuschende Oktober war meist feucht (110 mm Regen, mehr als die 2fach übliche Menge), es gab kurze aber doch trockene Tage, um auszulesen und dann je nach Sorte doch zuzuschlagen. Zum Durchlesen blieb jede Menge Zeit, auch für Kellerarbeit als alternative Beschäftigung , die Personalkosten (Erntebereitschaft bis Anfang November) sind heuer nicht gering gewesen. 2 bis 3mal durchwanderten wir die Anlagen.
Roter Veltliner und  Gr.Veltliner FUMBERG wurden bis Ende Oktober geerntet, auch Riesling WEELFEL, der kerngesund und wunderschön war wie nach Wunsch. Der   Weißburgunder SCHEIBEN erforderte wesentlich mehr Aussortierung.
 
Nach dem Föhnsturm Ende Oktober war GV Weelfel AlteReben am 2.November bereit - goldgelbgrüne Trauben, dickschalig und aromatisch. Die ausselektionierten Rieslingtrauben für die   GöSINGER FREIHEIT waren auch vollreif.
Am 15.November wurde nach einigen Tagen Föhn  die Veltliner Reserve FELSER BERG mit 20 Grad gelesen, sie kommt erst im September an die Öffentlichkeit. Der Abschluss der Lese erfolgte mit dem   EISWEIN vom Gr.Veltliner (34KMW) am 9.Dezember bei -10°C, witzigerweise der gleiche Montag wie im Vorjahr.
Die Aromatik ist heuer sehr ausgeprägt bei ausbalancierter Säure, ein hochinteressanter Jahrgang, der sicher sonnigen ausgereiften zu zählen sein wird, so widersinnig das auch klingt.
         
DerJahrgang          2001- aus der Sicht desWinzerns
       
       
         
- vom perfekten          österreichischen Jahrgang doch nicht alles ins Wasser gefallen ?
       
 
Erinnerungen an  1998 kommen wieder hoch. Die Vegetation schien heuer ziemlich im normalen  Zeitmaß zu liegen. Die tiefen Lößböden vom Wagram hatten genug Wasser-Reserven  für die Wurzeln zur Verfügung, heuer war der April und Mai ausreichend  regenreich. Die Reben konnten sich vom  Vorjahr(hitze)streß scheinbar vollkommen erholen. Die Blüte konnte erst  Mitte Juni starten, sodaß die Ernte frühestens Ende September losgehen  dürfte, soweit das abschätzbar ist. Nach heißen trockenen Perioden im Juni kam im Juli  viel Regen, es ist 2001 eine sehr gute Verteilung von Sonne und Wasser gegeben. Wir  befürchteten Reiferückstände und machten überall konsequente Ertragsbeschränkung:  bei Weelfel und Scheiben sogar Einzeltrauben pro Trieb. Auch eine perfekte Triebverteilung  wurde wieder überall maschinell durchgeführt, dazu begleitend per Hand Geiztriebentfernung  in der Traubenzone. Obwohl das feuchtschüle Wetter auch Sorgen bereitet, schaute noch  alles optimal aus, um nicht zu sagen perfekt (zumal wir in Fels auch keinen Hagel hatten).  Wahrscheinlich ist die Hauptlese im Oktober. Der Rest ist Spekulation...
 
 ... So, hier gehts weiter  (28.9.2001)
 
Die höchsten Erwartungen an  den Wein wurden geäußert wegen der hohen Zuckerwerte schon anfangs September. Dann aber  wurde es feucht und 4 Wochen Regen hinterlassen eben Spuren, bei den Winzernerven und in  den Weingärten. Niemand konnte sich jemals an einen so unerbittlich feuchten September  erinnern. Rund 80% der Trauben scheinen aber noch gesund und sehr pikant, fruchtig. Wir  hoffen auf das beste, das Wetter scheint sich zu stabilisieren.Wir beginnen heuer wieder  die Lese mit dem Malvasier ungefähr am 28.September (17 Grad).  Dann dürfte der Veltliner im Hammer zwischen 16 und 17 Grad liegen, wenn das gute Wetter  anhält. Ansonsten werden wir wieder eine Woche abwarten. Die Trennung zwischen guten und  schlechten Trauben wird heuer das Wichtigste bei Allem ! Denn unsere Zucker und  Säurewerte in unseren Weingärten stellen mich eigentlich schon zufrieden, sodaß nach  ein paar Tagen Sonne und Abtrocknen eigentlich gutes Material in den Keller zu kriegen  sein müßte.
 
... So, hier gehts weiter  (12.10.2001)
 
Die Wetterlage hat sich  wunschgemäß entwickelt  - ein ungewöhnlich stabiles Herbstschönwetter hat sich  über Mitteleuropa festgesetzt, daher haben wir genügend Zeit, auszulesen und die Guten  von den Botrytistrauben zu trennen, d.h. die Gesunden lassen wir noch an der Sonne reifen.  Nächste Woche werden wir mit den ersten Gr.Veltlinern beginnen - Hefeabstich,  Fumberg auslesen. Nun wird mit Vollgas Gefährdetes geerntet und schönes und nicht so  schönes Material getrennt. Hohe Säurewerte und viel Aroma sind heuer markante Punkte:  der Sauvignon Mitterweg (18,5) wirkt jetzt fruchtig und rassig  mit ca.12,5% Alk. 80% der Trauben vom Zweigelt  Hammer  können leider auch nicht mehr warten.
 
... So, hier gehts weiter  (26.10.2001)
 
 Soviel kann man schon sagen, daß der Oktober der schönste und  trockenste war seit 1994. Der September war jedoch 1996 ebenbürtig, zum Glück war er  ebenso kühl. Da also der Oktober außer einigen Nebelstunden auch viel sonnige hatte,  sind jetzt die meisten unserer Trauben im Keller, nur Weelfel Veltliner, Gösinger  Freiheit Riesling und die Veltliner Reserve müssen noch warten. Der Fumberg  wurde ein Aromabündel, mengenmäßig weniger um etwa 20 %, Alkohol um halbes % niedriger  als im Vorjahr. Die neuen Weine wirken ungemein fruchtig und aromatisch bei pikanter  Säure. Besonders der Riesling im Weelfel hat vom Oktober  profitiert und hatte mit dem  September am wenigsten Probleme. Bei viel Zucker (18,3)  hat er aber viel Säure - mal abwarten, was draus wird. Gewaltig fruchtig wird der Traminer  Mitterweg und der Weißburgunder Scheiben, welche  beide etwa 20,5 Grad hatten, beim Scheiben kamen  aber mit 10 Tage Abstand noch  19gradige Trauben hinzu.
 
Hier gehts wieder weiter  (6.11.2001)
 
Nach Allerheiligen kamen  nochmals wunderbar sonnige Herbsttage. Nachdem der Veltliner Weelfel  mit 19 und ein paar Zehntel vollreif abtransportiert wurde, kam Riesling  GösingerFreiheit (was wir nach dem Auslesen hängen ließen) in bestem  Zustand zur Presse - gute 19 Grad. Die Wartezeit bis anfangs November brachte zwar nicht  so hohe Zuckerzuwächse wie zB 1998, aber die Säure und Inhaltsstoffe wurden optimal  ausgereift. Letztendlich, am 9. 11.,  kam der FelserBerg Gr.Veltliner  Reserve mit 21 Grad dran, der sehr aromatische Most läßt hoffen !
 
Hier gehts wieder weiter (16.11.2001)
 
Die meisten Weine sind  vergoren und vom Hefedepot weg. Der Chardonnay (20,5 Grad) macht  schön brav Säureabbau, der GV Weelfel gärt zuende und springt  förmlich aus dem Glase. Es werden sehr trinkfreudig-duftige Tröpferl werden, die  Österreich wieder zu Ehre gereichen werden, vielleicht nicht so Alkoholschwer wie 2000.
 
EnrteSchluss - 10. 12.2001
 
Gestern war Nachtfrost von -  8 Grad Celsius, wir warteten bis Montag, wo noch kälter prognostiziert wurde, und  wirklich kam bei - 11 Grad der Eiswein vom GrünerVeltliner mit  fast 40 KMW herein, zwar mit einer Mikromenge von nur 70 Liter, aber noch nie hatten wir  so konzentrierten Most in unserem Keller - eine Besonderheit ! Er schmeckt mit seiner  hohen Säure sehr angenehm.Die Gärung schreitet zügig voran.
 
   
     
       
Der        Jahrgang 2000 -aus der        Sicht des Winzerns
     
   
 
 
- ein Jahr und  ein Wein der Extreme. . .
 
Die Vegetation ist heuer 3  Wochen früher, die Ernte zumindest um 14 Tage vorne, ein Reifemangel wird heuer nicht das  Problem sein. GRUND: Trockenheit und Hitze besonders APRIL (kein einziger Tropfen  Regen, normal ist es da kühl und feucht), insgesamt in der ersten Jahreshälfte bis Ende  Juli. Die tiefen Lößböden vom Wagram haben aber gottlob genug Wasser-Reserven  für die Wurzeln zur Verfügung.
 
Neues vom  Weingut...
Die Familie Czerny erhielt am 24.Mai ein neues Mitglied: Matthias, der  jetzt bereits über 3 Zähne verfügt und genau 1,5 Jahre jünger ist als seine Schwester  Theresa. Zum gleichen Zeitpunkt arbeiteten wir die 1.Saison mit der neuerworbenen,  österreichweit neuartigen Maschine, welche die hohen Laubwände unserer Weinreben in  kurzer Zeit aufrichtet und fixiert. Seit 1990 machten wir das händisch, für beste  Besonnung und Luftigkeit, jetzt sind wir wesentlich schneller. Im August begannen wir mit  einem Bauprojekt - Kellererweiterung mit Traubenverarbeitungshalle - es ist mit Ernte 2001  betriebsbereit, die Technik bleibt aber grundsätzlich die gleiche, welche wir seit 1994  für schonende Traubenverarbeitung verwenden.
Die Qualität unserer 1999er war hervorragend: im VINARIA konnten der Veltliner Weelfel  AlteReben und der der SauvignonBlanc Mitterweg mit einem 3.Platz unter den namhaftesten  Produzenten Qualität beweisen, der Fumberg Veltliner wurde sogar Erster der  Kabinettklasse. Das freut besonders in einem Jahr mit sovielen guten Weinen.
 Der Jahrgang 2000 - ein dramatisches Jahr der Extreme...
 
Fingerspitzengefühl um den richtigen Zeitpunkt war heuer gefragt. Die  Vegetation war heuer 3 Wochen früher dran, auch die Ernte; ein Reifemangel wird heuer  nicht das Problem sein. GRUND: Trockenheit und Hitze besonders APRIL (kein einziger  Tropfen Regen, normal ist es da kühl und feucht), insgesamt in der ersten Jahreshälfte  bis Ende Juli. Die tiefen Lößböden vom Wagram haben gottlob genug Reservespeicher zur  Verfügung für die Wurzeln, jedoch war die Traubenmenge am Stock ein entscheidender  Faktor, ebenso die Bodenbearbeitung. Als mögliche Trockenschäden bereits die Ernte  bedrohten (speziell Grüner Veltliner), schlug Ende Juli gerade rechtzeitig die Lage um  und brachte intensive Regenfälle, die Weinberge haben die Reserven wieder aufgefüllt.
Die Trauben wurden sehr rasch reif, waren gesund, kleinbeerig und dickschalig. Intensive  Zucker-Säure-Messungen ab Mitte August brachten folgende Erkenntnis: höchste Eisenbahn,  Einstellen auf ungewohnte Verhältnisse: mit getrennten Lesezeitpunkten oder mit  Durchlesen, mit mehreren unabhängigen Ernteteams, die jedes auf eine Woche eingeteilt  waren und zwischendurch blätterrupften oder vollgas Trauben zwickten.
Da die Reife sehr rasch fortschritt, haben wir den Malvasier Floss bereits am 5. September  geerntet. Auch der Hefeabstich vom Grünen Veltliner (10.September) wurde wunderbar duftig  mit pikanter Säure. Zwischen 15. und 25. September wurde der Fumberg Grüner Veltliner  geerntet, mit 18,5 Zuckergraden konnte man nicht mehr warten, sonst hat der Wein mehr  Alkohol als gewünscht. Aufgrund von Regen und Kälteumschwung kam eine Lesepause.
Mitterweg Sauvignon und Traminer wurden mit 20 Grad und kerngesund in Sicherheit gerettet,  bevor Regen kam. Nun gab es eine kritische Zeit: Nebel und warm - unangenehm wegen  Botrytis und Feuchtigkeit , die die sehr süßen Beeren platzen lassen könnten.
Nachdem der Föhn bzw. Südostwind das Regenwasser aus den Trauben wegtrocknete, folgten  anfangs Oktober Scheiben Weißburgunder, Weelfel Riesling und Weelfel Veltliner - 3 Wochen  früher als sonst, aber trocken, dicht fruchtig und mit guter Säurebalance.
Wieder Regen, weitere Lesepause, wieder Föhn und Wind , nun kamen sehr reife Weine mit  potentiell 14 Vol% Alk und darüber: Gösinger Freiheit Riesling und VeltlinerReserve  FelserBerg. Und da auf die Botrytiszeit etwa 14 Tage trockene kühlere Witterung folgte,  konnte sich der Jahrgang 2000 als eines der Süßweinjahre im Donauraum einreihen: am 20.  Oktober folgten Veltliner Beerenauslese und Riesling Trockenbeerenauslese mit 33 Grad !
2000 wird sicher ein ausgefallener Jahrgang werden, ganz wie man sichs von so einem  speziellen Jahr erwartet !
 
Nach der  Flaschenfüllung
 
Dr.Viktor  Siegl: (im Weinbuch UNSER WEIN 2001über die verkostete neue Serie  Jg.2000)
 
   
"Hans Czerny, der als unermüdlicher    Promotor und zweifellos einer der allerbesten Winzer seines Anbaugebietes anzusehen ist,    hält sich auch mit dem Jahrgang 2000 als Fixstern am Firmament der österr. Weingrößen.    Seine überaus reintönige fruchtbetonte Stilistik konnte im Großen und Ganzen auch im    Jahrgang 2000 verwirklicht werden; das Niveau ist eigentlich so einheitlich, daß es    schwer fällt, einzelne Favoriten hervorzuheben..."
 
 
Der Jahrgang 1999Aus der Sicht des Winzers
- die neue Ernte wurde am 21.November mit dem Eiswein (Foto) abgeschlossen:
Es war ein sehr gutes Jahr, ohne größere Probleme, deshalb gibts weniger vom Weingarten als anderweitig zu berichten: Nachdem im November 1998 unsere Tochter Theresa zur Welt kam (gehört seit 6.1. zu den Zweibeinern), wird heuer im Mai die 4.Generation unter unserem Dach um ein zweites Mitglied reicher.
Unsere 1998er Weine fanden sehr viel Gefallen, besonders die Veltliner: der FelserBerg wurde in Chikago mit 90 Pkt., Kommentar "exceptionell" sehr gut bewertet, er landete in der Zeitschrift VINARIA bei 160 verkosteten Veltlinern auf Platz 5, auch der Weelfel AlteReben konnte mit einem 3.Platz unter den namhaftesten Produzenten Qualität beweisen. Daß wir in der NEWS-Winzerauflistung um 20 Plätze vorrücken konnten, aber auch im sehr strengen GAULT-MILLAU-Führer auf 16 Pkt. (ist nicht vielen Betrieben vergönnt) aufstiegen, freut besonders.
Es war wieder ein sehr feucht-warmes Jahr mit sehr schönem Herbst und eigentlich wenig Extremen, wenn man die Gesamtniederschlagsmenge (1999 - 589mm) der letzten 4 Jahre als normal ansieht. Das fördert natürlich die Fruchtbarkeit der gesamten Vegetation - hier lag deshalb die Hauptproblematik dieses Jahrgangs 1999. So wie im Vorjahr beließen wir unseren Reben beim Rebschnitt nicht mehr als 10 - 12 Augen, und doch mußten wir später noch viele Triebe oder Trauben entfernen, besonders beim Veltliner. Da wir seit 1990 nur Bogen schneiden, haben unsere Reben wenig "altes Holz" im Vergleich zum traditionellen Erziehungssystem. Die hieraus ungewollt entsprossenden Wasserschosse trugen heuer auch 1 - 2 Trauben, früher hätte man auch diese dankbar von der Natur entgegengenommen (wie im Jahre 1982). Ende August schwollen die gut ernährten Beeren noch sehr stark an. Je mehr Wasser, umso mehr Frucht - zuviel des Guten !
Die Triebe wuchsen endlos, machten viele Blätter. Konsequente Laubarbeit war das wichtigste, um Luft und Sonne an die Trauben zu lassen, Blätter weg, Geiztriebe raus, Triebe hoch. Anfangs August gab es bereits blaue Trauben. Die Witterung im September wandelte sich von feucht-schwül um, es wurde immer trockener, ein wunderbarer Herbst bis November (einzelne kleinere Regenwolken waren zu verschmerzen).
Am 20. 9. begannen wir die Ernte mit dem Malvasier Floss, mit 18,5° rosa und vollreif, das Jahr kam dieser Rebe sehr entgegen. Schon am 3. Oktober hatte der 1994 gepflanzte Sauvignon Mitterweg 19,5° Zucker und war kerngesund, es wurde ein extrem duftiger rassig-trockener Wein mit viel Paprikawürze und 13% Alk. Am gleichen Tag der Chardonnay 99 mit 20°, er vergor in Barriques und ist nun bald mit dem Säureabbau fertig, gefüllt wird er im September. Die ganze 2.Oktoberwoche ernteten wir im Hammer gesunde reife Veltliner-Trauben mit 17°, der Hefeabstich 99 wurde ein schöner duftig-rassiger Wein mit etwa 11 % Alkohol. Der Traminer Mitterweg kam anschließend als 20,5°ige Spätlese in die Presse, er wurde trocken und duftiger als jemals zuvor. Anschließend ernteten wir den Scheiben Weißburgunder mit 21° und sehr gesund, er landete im trockenen Bereich, guter Duft und extraktreich. Da wir die geschrumpften Trauben extra raussuchten, gibts heuer auch eine WeißburgunderAuslese (23,5°), ist aber noch nicht fertig. Der 19°ige Rote Veltliner fühlte sich heuer sehr wohl und reif: wuchtig-rassig-feinaromatisch. In mehreren Etappen lasen wir den Fumberg Gr.Veltliner knapp unter 18,5°: ein sehr spritzig-voller, reif duftender typischer Veltliner vom Lößboden. Ebenfalls viele Erntedurchgänge beim Zweigelt Hammer, vollreife aber fäulnisgefährdete Trauben kamen runter, die gesunden Trauben ließen wir bis Anfang November hängen, das Ergebnis ist ein Spitzenrotwein-Jahrgang 99, der runde dicht-dunkle CuvéeAllier99 ganz besonders (ab 2002). Der extratrockene Riesling Weelfel mit 12% Alk. weist durch seine kerngesunden Trauben heuer einen überraschend ausgeprägten Rosenduft auf, vielschichtiger, aber noch verhalten ist da der Riesling GösingerFreiheit, mit fast 20° Reife, jetzt trocken (4g Restzucker) und vollmundig. Der Idealerntezeitpunkt war am 3.11. für den Weelfel VeltlinerAlteReben, mit 20°gelesen, jetzt extratrocken, traumhafte Frucht, dicht aber rassig, endlos lang. Leider kam nun Mitte November eine etwas feuchtere Witterung, es wurde knapp für die Auslese Gr.Veltliner FelserBerg, ein kräftiger rassiger Veltliner, heuer vielleicht doch "nur" Spätlese. Pünktlich zum Vollmond Ende November rückten wir am Sonntagmorgen aus zum Eiswein Gr.Veltliner, dessen bei -10°C eingefrorenen gesunden Trauben 34°Zucker erreichten.
Der neue Wein fällt besonders auf durch seine sehr ausgepägte Aromen und seine Reife. Es ist einer der schönsten Jahrgänge der 90er und ist zum Großteil ab April erhältlich.
 
Der Jahrgang 1998   – Aus der Sicht des Winzers
 
- wenn eine  Ernte ins Wasser fällt . . .
Denkbar günstige Wachstumsbedingungen ließen heuer alle Feldfrüchte 14 Tage früher reifen, nur leider der Herbst ging heuer etwas schief. Der Vorsprung rettete aber bei vielen Winzern das Produkt vieler Arbeitsstunden vorangegangener Monate, sogar Beerenauslesen gelangen. Die letzten 3 Jahre waren "grüne" Jahre, alles sprießte auch im Sommer, kein Braun im Gelände. Die Temperatur und Regenmenge waren überdurchschnittlich, laut meinen Niederschlagsaufzeichnungen war 1998 mit 613 mm das 2.regenreichste Jahr seit langem, knapp vor 1996 (583) und nach 1997 (714).
Ein sehr kalter Jänner schlug plötzlich im Februar in eine Warmphase um, sodaß anfangs März bereits Marillenbäume blühten, nur Marillenknospen in späten Lagen überlebten die März-Frostnächte, die so wie jedes Jahr bald darauffolgten. Unsere Weingärten hatten nur in tieferen Lagen den Verlust einiger Hauptaugen zu beklagen, weiter oben am Hang gabs keinerlei Probleme, die Knospen trieben erst Mitte April aus. So wie im Vorjahr beließen wir daher unseren Reben beim Rebschnitt nicht mehr als 10 - 15 Augen (je nach Standweite), um später nicht zuviele Triebe und Trauben entfernen zu müssen. Zum Vergleich schnitten wir aber 2 "Testzeilen" in der Ried Hammer etwas stärker an - diese quälten sich unter ihrer überreichen Last und blieben mittelmäßig. Die Rebblüte war anfangs Juni fertig und unverzüglich wurde die Jungtrauben schwer, alles gedeihte wie nie zuvor in feuchtwarmer Witterung: Juni und Juli waren regenreichste Monate, die Triebe wuchsen endlos, machten zuviele Blätter. Konsequente Laubarbeit war das wichtigste, um Luft und Sonne an die Trauben zu lassen, Blätter weg, Geiztriebe raus, Triebe hoch. Anfangs August gab es bereits blaue Trauben.
Die höchsten Erwartungen an den Wein wurden geäußert wegen der hohen Zuckerwerte schon anfangs September. Dann aber wurde es feucht und das Wetter stabilisierte sich erst Ende Oktober - dazwischen hatten wir in Fels 150 mm Regen (ähnlich wie 1995)! Wir rissen wie jedes Jahr Blätter weg, um den Trauben Trockenheit und Sonne zu geben, trotzdem aber wurde bald auch Botrytis sichtbar, so ernteten wir eben gezielt nur die befallenen Trauben in kleinen Teams. So verging streßreich die Zeit, wir konnten nur warten und regenfreie Tage nutzen.
Schon am September hatte der Sauvignon Mitterweg 19 Grad Zucker und drum auch etwas Botrytis, es wurden auch nur 300 l Wein mit Paprikawürze. Am 12. 10. ernteten wir den Floss Malvasier mit 18 Grad rosa und vollreif, er ist seit Mitte Dezember im Verkauf, etwas vollmundiger als der 97er. Dann kam der Hammer Zweigelt dran, um noch gesund zum Keller zu gelangen, zwischen 17,5 und 19,5 Grad KMW. Er erinnert an den 97erJungwein, gute Farbe, jetzt vielleicht etwas höher in der Säure. Die ganze 2. Oktoberwoche ernteten wir gezielt gesunde Trauben mit 17 Grad, bis endlich das Faß voll war mit dem Hefeabstich 98. Das Ergebnis ist ein lebendiger duftiger ausgewogener Veltliner mit etwa 11 % Alkohol und 7 Säure. Der Mitterweg Traminer kam anschließend als 20 Grad ige Spätlese in die Presse, der Chardonnay 98 ebenso, jedoch leider mit mehr Botrytis. Am 17. ernteten wir den Scheiben Weißburgunder mit 19,5 Grad in einer schönen sonnigen Phase mit ca 15% Trockenbeerenanteil und schöner Säure, er wirkt sehr extraktreich. Um den 22. erreichte der Fumberg Gr.Veltliner knapp unter 18,5 Grad: ein sehr voller, reif duftender Kabinett wie 97, aber rund 20% weniger Menge. Anschließend kam der Weelfel Riesling und der Rote Veltliner dran, beide jetzt mit 11,8% Alk und bestechender Duftigkeit. Ende Oktober wurde mit Spätlesereife von 19,8 Grad der Weelfel VeltlinerAlteReben gelesen, ein trockener kräftiger Wein mit ca. 13%Alk und 7,3 Säure. Anfangs November kam die GösingerFreiheit Riesling mit fast 20 Grad herein, jetzt sehr resch, aromatisch und ca. 12g Restzucker. Heftiger Wind erleichterte die Entstehung der Trockenbeerenauslese vom Gr.Veltliner, 13,9% Alk, 10g Säure und 110g Zucker. Ebenfalls fertig ist die Auslese FelserBerg Gr.Veltliner , die am 12.November gelesen wurde, ein sehr kräftiger eu-trockener Veltliner mit großer Dichte.
Entgegen vielen Befürchtungen können heurige Weine sicher an die 1997er-Weine anschließen, wenn man (trotz Mengenverlusten) mit der Ernte zugewartet hat. Die Umstellung unserer Rebkulturen in den letzten 10 Jahren (hohe schlanke Laubwände) kam uns besonders heuer zugute. Das mühsame 3malige Durchlesen hat sich gelohnt, wir haben einen guten Jahrgang im Keller, der etwa ab April zu verkosten sein wird.
Die 1998er-Weine präsentieren sich heuer früher, reifer, voller und zugänglicher als die vom Vorjahr, welche Monate länger brauchten zur Entwicklung. Ich vergleiche unsere Heurigen mit unseren 1998ern – doch also ein sehr guter Jahrgang !
 
 Das Jahr 1997  und unsere neuen Weine
 
Ein äußerst vielverprechender  Weinjahrgang
 
Ein äußerst vielverprechender  Weinjahrgang 1997 liegt nun - fast - zur Gänze in den Fässern und es scheinen  sehr vollmundige reife Tröpfchen bei guter Säurebalance geworden zu sein. Der  feuchtkühle Charakter der ersten Jahreshälfte, die Erinnerungen an das kühle  Jahr 1996 aufkommen ließ, mäßigte sich im Sommer zum Glück und ein sehr  sonniger Herbst wendete alles zum Besten.
 
Das alles wußte man aber  natürlich noch nicht zur Weihnacht '96, als das Thermometer in Fels auf  -21°C  fiel und erst wieder Mitte Jänner geruhte, sich von -10° fernzuhalten. Alle  bei uns rechneten mit schweren Frostschäden (ab -18 beginnen Rebknospenteile  je nach Sorte, Ertrag, Streß, etc. abzusterben) speziell in tieferen Lagen.  Was in vielen anderen Weinbaugebieten auch wirklich eintraf - Knospen, die  beim Austrieb "blind" bieben, verschonte gottlob die Felser: nur einzelne  Hauptaugen von empfindlicheren Sorten waren erfroren, Nebenaugen ersetzten  deren Funktion. Einzelne Winzer legten in Panik mit unmäßigem,    Kompensationsschnitt den Grundstein zu einer Rekordernte. Wir entschieden uns  im Jänner für normalen Rebschnitt, denn beim Querschnitt mit gutem Messer  durch die Knospe waren nur wenige Augen schwarz. Es war aber tatsächlich  haarknapp, und die österreichische Ernte ist mit 1,7 Mio hl eine der kleinsten  der letzten 10 Jahre (nicht in unsrem Betrieb, da war es 1995).
 
Da der Winnter einen langen  Atem hatte und der ganze April mit Schnee und Frostnächten bis -5° gesegnet  war (welche die Marillenblüten sehr dezimierten), fanden es die Rebknospen  einladender, erst im Mai zu schwellen. Dann gings aber sehr rasch. Es war ja  immer feucht und wüchsig, ja bis September wurde die Bodenoberfläche nicht  mehr trocken ! Es gab zwar noch einige Frostnächte (bis 1. Juni), aber  scheinbar ging es sich doch irgendwie aus. Als Mitte Juni die Rebblüte  einsetzte, begann dann auch eine regnerisch-kühle Zeit, dadurch verzettelten  sich gerade die besseren, frühen Lagen und "verrieselten": Scheiben, Fumberg,  Weelfel. Dort hatten die Trauben ganz kleine Beeren (schlecht befruchtete) und  riesige, die den Schaden ausgleichen wollten, insgesamt ergibt das jedenfalls  weniger Liter Most pro Hektar (bei uns 4.500). Also brauchten wir heuer keine  Trauben auszudünnen, wir hatten ja auch unseren normalen Rebschnitt gemacht.
 
Juni, Juli und August fiel  eine ganze Menge Gewitterregen, 360 mm, soviel wie sonst das ganze Jahr, der  Boden wurde ganz weich und die Pfähle mußten wieder geradegerichtet werden.  Die Reben wuchsen und wuchsen und erforderten dadurch besonders viel  Laubarbeit, um Sonne hineinzulassen. Die Gewitter gingen natürlich nicht ohne  Hagel ab, wir hatten 2 Stück: im Juli etwas in der Scheiben, und im September  in Scheiben, Floss und Hammer bis 45 % Schaden. Zum Glück war es aber dann 3  Wochen trocken, daß der Schaden nicht noch mehr wurde. Die Beeren begannen  Mitte August weich zu werden, am Tag war es heiß, in der Nacht sehr kalt. Das  war gut, denn dadurch verschob sich die Ernte auf Oktober.
 
Am 8. 10. ernteten wir den  Malvasier Floss mit 18° als schönen Kabinett, er ist seit Mitte Dezember im  Verkauf als duftiger vollmundiger Jungwein. Tags darauf mit 17° holten wir den  Hefeabstich 97 herein, er wirkt heuer sehr vollmundig reif trotz nur 11 %  Alkohol. Er begeistert durch Duft und Spritzigkeit. Der Traminer Mitterweg kam  am 11.10. als Spätlese in die Presse, die 180 l Jungfernlese vom Sauvignon  Mitterweg hatten auch 19,5° Zucker.
 
Dann kam der Zweigelt Hammer  dran, um noch gesund zur Gärung zu gelangen, eine 2. Partie dann eine Woche  später mit 18,5°. Er verkostet sich sehr vollmundig und sehr dunkel schon als  Jungwein.
 
Am 17. und 18. 10. erreichte  der Fumberg Gr.Veltliner den richtigen Punkt zur Lese: ein sehr voller, reif  duftender Kabinett mit knapp unter 7 Säure. Dieser Wein ist seit Ende Jänner  auch schon in der Flasche: üppiger Duft, viel Körper, sehr lebendig, ein  typischer Vertreter. Anschließend kam der Rote Veltliner dran, trotz hoher  Mostsäure wirkt er jetzt schon sehr voll. Am 24.10. konnten wir mit 20°igem  Chardonnay 2 Barriqufässer befüllen, sie beendeten gerade den Säureabbau.  Deutlich weniger Scheiben Weißburgunder ernteten wir auch mit 20° und schöner  Säure, er ist jetzt sehr voll, kernig und resch. Er wird wieder eines unserer  Aushängeschilder.
 
Am 29.11. wurde mit  Spätlesereife der Veltliner Weelfel gelesen, 3 Wochen später war er schon  fertig, ein sehr wuchtiger Wein mit üppigem zitronigen Duft, wirkt fast  schlank trotz 13% Alkohol. Anfangs November kam die Gösinger Freiheit Riesling  mit fast 20° herein, er ist sehr duftig und ließ sich bei der Gärung sehr  Zeit.  Der leichtere Riesling Weelfel  ähnelt ihm, ist aber schlanker.  Ebenfalls fast fertig ist die Auslese Gr.Veltliner Felser Berg, die am  21.November gelesen wurde, noch eine Steigerung zum Weelfel, sehr feurig,  wuchtig (ca. 15,5% Alk), braucht sicher noch 1 Jahr bis zur Trinkreife. Ob es  sich für den Eiswein ausgeht, war lange nicht klar, wir haben noch 1000 kg  Trauben hängengelassen. Am 17. Dezember schlugen wir zu und erreichten  amtliche 30,5° KMW.
 
Dieser sehr vielversprechender  Weinjahrgang wird großteils ab April in die Flaschen kommen. Die Preise  bleiben fast gleich wie 1997.
   
   
       Die Weinernte 1995
- ein mengenmäßig äußerst geringer Jahrgang
 
Nachdem das  Jahr im Ende April eher spät begann und der Ansatz der Gescheine aufgrund des  trockenen strapaziösen Vorjahres gering war, wurden durch die kühle Witterung  beim Blütewetter Ende Juni nicht alle Blüten befruchtet. Lockerbeerige  kleinere Trauben waren die Folge, welche in gewissen Lagen weiter dezimiert  wurden durch die heuer sehr aktive Traubenwicklerraupen, denen das nicht zu  heiße Wetter sehr bei der Entwicklung nützte. Der anfangs trockene Sommer im  Juli wurde mit schönen Regenfällen ab August sehr reifefördernd und  begünstigte die Entwicklung der ohnehin nicht sehr großen Traubenmengen. Im  September kamen noch warme Reifephasen und so kam die Lese rasch näher. Es  setzten dann massive Regenfälle ein, etwa 100 mm in einer Woche,  welche noch  nicht so schlimm waren. Dann jedoch folgte in kleinen Portionen eine weitere  Regenperiode und brachte das Faß zum überlaufen: die Beeren derFrühsorten  begannen nestweise zu platzen und zu faulen. Man mußte sich große Sorgen  machen, würde es feuchtkühl bleiben bis November, wird dieses wunderbare  Traubenmaterial noch verderben, bevor es reif ist ? Wir waren glücklich, daß  wir konsequente Ertragskontrolle im Sommer gemacht hatten, denn bis Ende  September gab es durch die feuchte Witterung keine Trockenbeeren., um die  Zuckergrade anzuheben, falls man nicht genug Zuckergehalt erreicht hätte.  Diese wurden nämlich durch die oftmaligen Schauer richtig ausgewaschen. Es  stellte sich dann glücklicherweise eine stabile Wetterlage ein, die zwar mit  feuchtem Hochnebel begann, aber dann immer trockener wurde und auch einige  sehr warme Stunden in der Sonne brachte. Das direkte Sonnenlicht auf die  Trauben - ermöglicht durch das Entblättern Anfang September - brachte  wesentlich mehr gesunde und süße Trauben, denn im Schatten blieb es immer kühl  und feucht. Die Blätter blieben sehr lange grün und bis Oktober in Betrieb -  ganz im Gegensatz zum Vorjahr.
 
Den  Malvasier Kabinett 1995 Ried Floss ernteten wir noch in ziemlich gesunden  Zustand mit 17,3 Grad KMW am 21.September. Er gärte 3 Wochen, in der 4ten kam  er schon in die Flasche, um für die Jungweinpräsentation "Junger Österreicher  95" fertig zu sein. Er wird aber wie die vorhergehenden Jahrgänge Potential  haben für mindestens 2 Jahre, denn er ist dicht und extraktreich.
 
Nach  genauerer Kontrolle der Veltliner-Weingärten in der Riede Hammer stellten wir  fest, daß wir uns sputen müßten, um noch einen leichten Veltliner von 17 Grad  zu erwischen, andernfalls der Alkohol zu hoch würde. So ging das letzte  Septemberwochenende drauf, um bei schöner Säure den Hefeabstich 1995 Grüner  Veltliner ins Faß zu bringen, er hat jetzt etwa 10,8 % Alkohol und ist  wunderbar duftig und säurebetont.
 
Die ersten  Oktobertage kam der Fumberg 1995 Grüner Veltliner Kabinett an die Reihe,  dessen Trauben knapp vor der nächsten herannahenden Front schön abgetrocknet  waren. Der obere Teil 18,7 Grad und der untere Teil am nächsten Tag 17,8 Grad  ergaben einen Most mit 18 und etliches bei guter Säure. Also war es gut, daß  wir den Zeitpunkt für diesen Wein so gut errieten, andernfalls wäre der  Fumberg ein ganz anderer Typ Wein geworden als beabsichtigt.
 
Da der  große Regen dann doch gottlob bei uns am Wagram ausblieb, nutzten wir die Zeit  für den Scheiben 1995 Weißburgunder , der mit 19,5 Grad Zucker und 10,5  Promille Säure sehr vielversprechend wurde. Er dürfte durch den  Trockenbeerenanteil eine edle Note bekommen und verkostet sich sehr kräftig  und dicht, wird aber sicher wieder mehr als ein Jahr bis zur Höchstform  benötigen.
 
Nebenan in  der Riede Scheiben wies unser Chardonnay 1995  bereits 20 Grad auf, der  Zustand erlaubte keine längere Wartezeit mehr, also ab in die beiden  Alliereichenfässer der Firma Schneckenleitner zur Vergärung. Er erscheint  jetzt voll, rassig und kräftig, aber nicht rundlich. Er wird jede Woche  aufgerührt, um die Hefe in Schwebe zu halten und das bis etwa April.
 
Nach einer  gewissen Erntepause aufgrund der zähen Herbstnebeln lichteten sich diese dann  endlich in den Tagen um den Vollmond am 8. Oktober, und im Sonnenschein  erreichten die Temperaturen 25 Grad. So erreichte der höhergelegene und etwas  spätere Weingarten des Terassenveltliners endlich ein gewünschtes  Reifestadium. Der Weelfel 1995 Veltliner von der Terrassse wurde mit über 19  Grad und 9 Promille Säure geerntet. Er ist deutlich kräftiger geworden als der  Fumberg und hat einen ganz feinen frischen Duft nach Zitrusfrüchten.
 
Nach einigen  weiteren Tagen wurden die Nebel wieder mehr, erst mittags kam die Sonne durch,  Tendenz immer schlechter werdend. Und da unser Riesling dann doch ab ca.  Oktober massive Botrytis-Probleme machte, mußten wir uns überlegen, ihn jetzt  günstig zu erwischen oder das Risiko einzugehen, bald vielleicht weniger als  die Hälfte des gesunden Materials ohne Botrytis zu haben , zuwenig gesunde  Beeren. Die Beerenauslese wurde auf einen Jahrgang vertagt mit mehr  Erntemengen.. (Wir hatten auf 1 ha nur 1700 kg ! ) Aufgrund dieser Tatsachen  kam am 11. Oktober der Gösinger Freiheit 1995 Riesling mit 19 Grad und 12,5  Promille ins Faß, die Sorge, daß die Reife nicht hoch genug wäre, war  unbegründet. Er setzt sich  wieder zusammen aus den Rieden Spiegel, Weelfel  und Fumberg, diese liegen alle in der Felser Katastralgemeinde Gösing am  Wagram, daher kommt die neue Bezpeichnung aus dem Volksmund “Gösinger  Freiheit“.
 
Die Rotweine  von der Riede Hammer wurden mit 18 - 19°geerntet und etwa 20 Tage auf Maische  stehengelassen. Den Hammer 1995 Zweigelt wird es erst in ca. 2 Jahren geben,  den Cuvée Allier 1995  erst in 3 Jahren, also ab 1989.
 
Der Felser  Berg 1995 Grüner Veltliner wurde mit 22 ,5 Grad am  23. Oktober gelesen mit 20  % Rosinenanteil. Er gärte 90 Tage, stoppte knapp vor dem trockenen Bereich,  ist ungeheuer konzentriert und kann sicher viele Jahre reifen..
 
Zusammenfassend muß man sagen,  daß die Ernte die kleinste seit 1985 war, mit einem Durchschnittsertrag von  nicht ganz 3.000l pro Hektar, was über die Qualität auch schon einiges  aussagt.  Die Weine scheinen sehr dicht und rassig - also langlebig - zu  werden, sie ziehen dicke “Kirchenfenster“ im Glase. Durch Entblättern und  Auslesen ist die Botrytis eigentlich nur zum Vorteil gereicht.
 
Trockenbeerenauslese und Eiswein
- Raritäten,  geerntet in Fels am Wagram
Alljährlich versuchen wir, 1 oder 2 Süßweine zu ernten, wenn Botrytis nicht funktioniert, wirds bestimmt was mit Eiswein !

1990, 1991, 1992, 1993, 1995, 1997, 1999, 2001, 2002, 2004, 2007, 2010, 2013 waren unsere Eisweinjahrgänge.

1998 Die ersten Novembertage 1998 brachten trockenen Wind und eine Wetterbesserung, welche ungeahnte Möglichkeiten eröffnete: mit dem Edelpilz Botrytis befallene Trauben trockneten rasch zu Rosinen ein. Seit 1995 war diese Möglichkeit nicht so umfangreich gegeben.
Wir nutzten die Gunst der Stunde und ernteten eine wunderschöne GrünerVeltliner-Trockenbeerenauslese, die jetzt durch den Duft reifer Williamsbirnen, Honig und grüne Sortendüfte gefällt, die Säure ist sehr schön und steht mit der Süße im Einklang. Sie lag 6 Monate  in einem Holzfaß und wurde September abgefüllt.
Die erstmalige Ernte dieser Rarität wird zu einem gewissen Teil in unsere Vinothek wandern, ab September werden aber doch einige Flaschen in Verkauf gehen. Siehe auch unter Genaue Beschreibung in der Seite "Grüner Veltliner".
1999 Die letzten Novembertage 1999 brachten wieder trockenen Wind und eine Wetterbesserung, klare Nächte, und am Sonntag kam zum Vollmond auch der Frost: 34 Zuckergrade (ungefähr 34% Trockensubstanz) hatte der Most. vom Gr.Veltliner Eiswein.
Siehe auch unter Genaue Beschreibung in der Seite "Grüner Veltliner".
2000 Ende September wieder Regen, Nebel, warm - weitere Lesepause. Dann anfangs Oktober wieder Föhn und Wind , nun kamen sehr reife Weine mit potentiell 14 Vol% Alk und darüber: Gösinger Freiheit Riesling und VeltlinerReserve FelserBerg. Und da auf die Botrytiszeit etwa 14 Tage trockene kühlere Witterung folgte, konnte sich der Jahrgang 2000 als eines der Süßweinjahre im Donauraum einreihen: am 20. Oktober folgten Veltliner Beerenauslese und Riesling Trockenbeerenauslese mit 33 Grad !
 
 2001  Am 10.12. war Nachtfrost von -  8 Grad Celsius, wir warteten bis Montag, wo noch kälter prognostiziert wurde, und  wirklich kam bei - 11 Grad der Eiswein vom GrünerVeltliner mit  fast 40 KMW herein, zwar mit einer Mikromenge von nur 70 Liter, aber noch nie hatten wir  so konzentrierten Most in unserem Keller - eine Besonderheit ! Er schmeckt mit seiner  hohen Säure sehr angenehm und balanciert.
 
2002  Der Abschluss der  Lese erfolgte mit dem   EISWEIN vom Gr.Veltliner (34KMW) am 9.Dezember bei -10°C, witzigerweise der gleiche Montag wie im Vorjahr.  Es war noch 3 Tage lang kalt. Vorher war es lange sehr nass, aber kühl und wir  hatten die Trauben ausselektioniert. Die Menge war gut.
 Die Aromatik ist heuer sehr ausgeprägt bei ausbalancierter Säure.
 
2004   Mit den Prädikatsweinen zeigte sich der Jahrgang sehr günstig, diese    Raritäten gibt es aber erst ab September 2005 in der Flasche - gleichzeitig mit    den Reserveweinen. Am 19.November nach 2tägigem heftigen Wind schafften wir    durch genaues Auslesen endlich vom Gr.Veltliner eine    Beerenauslese mit 30 Grad. Kurze Zeit später, am 26.November gelang    durch gutes Timing ein Gr.Veltliner Eiswein am 2.Tag von zwei    Frosttagen mit minus 8 Grad Celsius, mit schönen 27,5 °KMW.Die Prognose war    keine große Hilfe, unsere Wettererfahrungen seit 1990 umso mehr, was    besonders wichtig ist in Jahren mit nicht extrem tiefen Temperaturen.    Tatsächlich scheint es der einzig mögliche Termin heuer gewesen zu sein.
Roter          Veltliner für die "SlowFood-Arche des Geschmacks" anerkannt:     LINK
        Das Hauptaugenmerk der          Arbeit für Slow Food liegt in der Vernetzung der Produzenten,          Gasthäuser und Konsumenten. SlowFood setzt sich für den Erhalt der          geschmacklichen Vielfalt, das Recht auf Genuss, den Erhalt der          regionalen Lebensmittel und ihre ökologisch einwandfreie und          unverfälschte Produktion ein. (Gut, sauber          und fair). Die Slow Food Stiftung für biologische          Vielfalt ist Teil von Slow Food und wurde 2003         gegründet, Projekte sind:
        
              
  •           ARCHE des GESCHMACKS            - (in Österreich ein Projekt von Bio Austria, ArcheNoah, Slow Food            Wien und Arche Austria, finanziert aus Mitteln der EU unddes            Lebensministeriums) Ein einzigartiger Katalog von ausgewählten,            hochwertigen Landwirtschafts- und Lebensmittelprodukten aus der ganzen            Welt, die vom Aussterben bedroht sind. Dank der Arbeit von Fachleuten            in 18 Landeskommissionen umfasst die Arche heute über 800 Produkte in            50 Ländern. Häufig ist die Aufnahme in die Arche des Geschmacks ein            erster Schritt zur Gründung eines Presidio.
  •         
        
              
  •           SLOW FOOD PRESIDI            - (singular: presidio = ital. für Schutz) Das wichtigste Projekt der            Slow Food Stiftung. Heute gibt es über 300 Presidi in über 40 Ländern            der Welt, davon ca. 200 in Italien, die KleinerzeugerInnen            unterstützen und hochwertige handwerkliche Produkte bewahren. Dank der            Mobilisierung des ganzen Netzwerks von Slow Food - Mitglieder,            Fachleute, ForscherInnen, JournalistInnen, KöchInnen und ErzeugerInnen            - trägt die Stiftung zur Verbesserung der Produktionstechniken, zur            Fortbildung der ErzeugerInnen und zur Stärkung der lokalen wie            internationalen Nachfrage nach den Produkten bei. Hier ist eine            finanzielle Kraftanstrengung nötig, die Sponsoren (zB.Region, Land)             benötigt.
  •           
  •           MÄRKTE DER ERDE            - Die jüngste Herausforderung ist die "kurze Kette", d.h. die            Verringerung der Zwischenstationen zwischen ErzeugerInnen und            VerbraucherInnen und die Verkürzung der Reise, die die Lebensmittel            bil auf unsere Tische vollziehen, so dass die Umweltauswirkungen des            ganzen Prozesses reduziert werden. Speziell fördert die Slow Food            Stiftung die Gründung, Verbreitung und Vernetzung von Bauernmärkten in            aller Welt
  •         
        
        Weiterführendes siehe:                  www.slowfoodfoundation.org.
SlowFood-Arche des Geschmacks
       
Zur Rebsorte ROTER VELTLINER:
Am Wagram, in Teilen        vom Krems- und Kamptal sowie südlichen Weinviertel wird diese hübsche        dunkelrosabeerige Weißweinsorte kultiviert, sie findet hier auf        sonnigen, nach Süden ins Donautal blickenden Hängen mit nicht zu viel        Feuchtigkeit die besten Bedingungen für ihre Talente. Die starke        weinbauliche Bedeutung in Österreich reicht Jahrhunderte zurück, sie ist        auch Vatersorte beliebter österr.Lokalsorten: Neuburger, Zierfandler,        Rotgipfler, Frühroter, erst im 20.Jahrhundert wäre sie dann fast        verschwunden.
       
Die Rebe liebt trockenere Standorte,        Lößterrassen oder schottrige bis sandige Südhänge, hat kein Problem mit        zuviel Sonne oder Hitze, ist robuster, wenig Streßanfällig bei        Klimaextremen. Der Wein ist feinblumig, dezenter, nicht so intensiv im        Duft, wie so manche modernere Weintypen. Die Qualität liegt sehr im        Rebmaterial, der gute alte RoterVeltliner - Typ ist dunkel und        lockerbeerig, es gibt auch hellrote, dichtbeerige Klone, die unreif        bleiben und leicht faulen.
       
Der        Wein bewahrt Eleganz und Balance auch in Hitzejahren, einzig die Reife        muß perfekt sein, sonst erreicht er nicht die duftige Blumigkeit und        Harmonie, die Trauben müssen schön dunkelrot und reif sein, die        Laubarbeit ist etwas aufwendiger wegen seiner langen, oft hängenden        dunkelroten Triebe, mehr Handarbeit ist nötig.
reife Roter Veltliner Trauben im Oktober
Gültig ab 01.03.2014
RICHTLINIEN
KELLEREIWESEN
DEMETER ÖSTERREICH

ZUR VERWENDUNG VON DEMETER, BIODYNAMISCH UND DAMIT IN VERBINDUNG STEHENDEN MARKEN


Ziel
Standard
3.1

Herkunft des
Traubengutes





100% Demeter zertifizierte Trauben
3.2 Lese






Handlese. Trester muss nach Möglichkeit
zurück in den Weingarten
3.3
Kellereigeräte




Nutzung der
Schwerkraft wo
immer möglich
Pumpen mit geringen Zentrifugalkräften
3.4
Tanks




Natürliche
Materialien


Beton, Holzfässer, Porzellan, Steinzeug,
Edelstahltanks, Tonamphoren, Glas

Plastik

Plastikgefässe nur zur Zwischenlagerung,
nicht zur andauernden Aufbewahrung.
3.5
Physikalische
Massnahmen am
Produkt





Einsatz von Kälte und
Wärme zur Gärungssteuerung im Bereich des
natürlichen Gärverlaufs
3.6
Anreicherung
(Chaptalisation)



Zugabe von Zucker
Keine Zugabe
von Zucker
Zusatz von Zucker um den Alkoholgehalt um max. 1.5 Vol.% zu erhöhen
Demeter Zucker oder Demeter
Traubensaftkonzentrat, bei Nichtverfügbarkeit Bio-Zucker oder Bio-Traubensaftkonzentrat

Zugabe von Zucker zur
Versektung
(Schaumwein)

Demeter, oder wenn nicht verfügbar, Bio-
Zucker – um den Alkoholgehalt durch eine
weitere Fermentation um max. 1,5 Vol.% zu
erhöhen
3.7
Alkoholische Gärung



Hefen

Traubeneigene Hefe
3.8

Biologischer
Säureabbau





Nur indigene Milchsäurebakterien
3.9
Konservierung mit
Schwefel



SO2 total [mg/l] nach der
Abfüllung

Entsprechend der EU-BioVO
3.10
Weinsteinstabilisierung





Kaltstabilisierung durch natürlichen Witterungsverlauf, Zugabe von natürlichem Weinstein
3.11
Schönungsmittel


Organisch

Keine Schönungsmittel

Anorganisch

Bentonit, Aktivkohle pflanzlichen Ursprungs
3.12
Filtration





Schichtenfilter, Kieselgurfilter
3.13
Ansäuern und
Entsäuern




keine Säureregulation
Kalk
3.15
Hilfsstoffe bei Abfüllung





CO2, N2
3.16
Abfüllung





Glas
3.16.1
Verschlüsse





Glas, Naturkork, Schraubverschluss, Kronkorken
3.16.2
Erstöffnungsgarantie





Nitrosta-, Plastik- oder Zinnkapsel, Polycap, Siegellack oder Wachs
3.16.3
Deklaration





Etiketten gemäss den Bestimmungen des
österreichischen Weingesetzes und der Österreichischen Demeter Kennzeichnungsrichtlinien
Jeder zertifizierte Demeter-
Wein trägt den Hinweis auf Demeter und biodynamisch am Etikett. Priorität hat das orange-grüne Demeterlogo bzw. eine s/w-Variante im Negativ-oder Reliefdruck, mindest.
jedoch die Kennzeichnung mit "Demeter - biodynamisch" im Zusammenhang mit dem EU-Bio-Zeichen AT-Bio-xxx
3.17
Reinigung,Desinfektion




Räumlichkeiten und Gerätschaften
Wasser, Dampf, Schwefel, Schmierseife,
Natronlauge, Ozon, Peressigsäure,
Zitronensäure, gefolgt von Spülung mit Trinkwasser
+43 2738 2248
weingut@wimmer-czerny.at
A-3481    Fels am Wagram
Kg
Ihr Einkaufswagen enthält aktuell: Flaschen ---------------- Gewicht---------------- Summe
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