Das Terroir - Weingut W I M M E R - C Z E R N Y - Austria

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Das Terroir

Josefinische Riedenkarte von 1823
200 Jahre alter Josephinischer ...
A. Die Weinbergslagen
1.Gösinger Weelfel und Fumberg, Feuersbrunner Spiegel
 
   
-    hier ist die Frucht sehr ausgeprägt
 
Veltliner und Riesling steht in den ganz oben am Hang liegenden Rieden (300 - 370 m), deren steinig-schottrige Nährstoff- und Wasserarme Art schlankere Weine bringt als am Lößboden im Fumberg, der aber auch im oberen Teil des Gösinger Bergs zwischen 300 und 250 m liegt. Hier gibt es nie Frost und die Weine sind immer schlanker und eleganter als in den tieferen Lagen. Die Weine von Weelfel und Spiegel entfalten sich in der Flasche erst im darauffolgenden Winter, der Fumberg (Lößboden) ist eine wesentlich frühere Lage, vom Wein als auch von der Reife her gesehen. Sie besitzen einen ganz  eigenen Charakter und haben eine Sonderstellung unter unseren Weinen ! Meist ernten wir sie sehr spät, um dem Weine gerecht zu werden und das volle Potential zu nutzen.
Blick vom Gösinger Weelfel Richtung Kamptal und Krems auf den Feuersbrunner Spiegel.
Die Flora und Fauna dieser Lagen ist ökologisch sehr wertvoll (Seit 2002 will man über diese Naturkleinode durch das möglicherweise geplante Strassenprojekt zwecks EU-Transit leichtfertig "drüberasphaltieren" (Zitat eines NÖ Landtags Abgeordneten, Krems-Land).Wir hoffen, daß das nicht passieren wird.)
 
2. Felser Mitterweg und Scheiben
 
   
     
-      wo Reife kein Problem ist
     
Hier ist das mittlere Hangdrittel (250 - 300m), die Hangmitte. Nur ganz wenig humoser Oberboden, aber bis zu 20 m tiefer Löß mit 40% Kalk sind die Böden der östlicheren Lagen Mitterweg und Scheiben,  die sehr wuchtige volle Weine bringen (Weißburgunder, Chardonnay, Traminer), weil sie tiefer und geschützer liegen. Fülle und Wuchtigkeit sind ihre Stärken, frühe Blüte, frühe Ernte, beste Lage nach Süd-Süd-Ost. 1994 kamen auch 3.000 Pflanzen vom Sauvignon blanc im Kellerweingarten zur Pflanzung.
Hier ist Bewässerung nicht notwendig, da die Reben aus bis zu 20 m Tiefe ihr Wasser holen können.
 
3.  Felser Floß und Hammer
     
     - die      frühen Lagen für      den Rotwein und  früh zu erntenden      Weisseine
Liegen im unteren Teil des Hangs (220 - 250m) mit nur sanfter Hangneigung, wo die Wasser- u. Nährstoffversorgung am besten und die Nächte wärmer sind als oben - hier gibt es niedrigere Mostsäurewerte und mehr Luftbewegung: ideal für Zweigelt und leichte Veltliner. Hier wird immer mit der Ernte begonnen. 50 cm humoser Oberboden und dann 10 m tief Löß gewährleistet beste Bedingungen. Darunter sind schottrige voreiszeitliche Tertiäre Böden (Molassezone)
Auch hier ist Bewässerung nicht notwendig, da die Reben aus bis zu 10 m Tiefe ihr Wasser holen können. Der gelbe sandig-lehmige Löß speichert Wasser sehr lange, hat aber auch noch genug Hohlräume, um Luft durchzulassen (für die Pflanzenwurzel wichtig).
B. Die Rebböden
  
Bodenarten unserer Weingärten
  • Löß     (etwa 3/4 von allem:z.B. SCHEIBEN,  FUMBERG)    
20% Kalk,Quarz, sandiger Lehm - ideale Körnung für Speicherung
  • Schotter (z.B.SPIEGEL, WAGRAM)
  kalkhältig, 2 Arten: rot = tertiär, hell = eiszeitl.;     trocken, wenig Speicherung
  •   Meeressedimente (z.B.WEELFEL)
  kalkhältig, mit oder ohne Schlier (Ton)anteil; meist     trocken, meist spezielle Situation
  •   Gneis (z.B.WAGRAM zw.Fels u.Feuersbrunn,    STEINAGRUND)
  kalkarm, aber mit Löß gemeinsam, leicht verwitternd,     eisen-u.KaliMg.reich,
Das Gelände steigt in mehreren Stufen von der Donau (183 m Seehöhe) die Talabhänge (Wagram = Wogenrain) an, der Ort Fels am Wagram (218m) steht auf der Schotterterrasse der 2. Eiszeit (Mindel), dabei ganz unten Steine bis zu 300 kg, welche wir beim Kelleraushub fanden. Die Donau formte diese Terrassen durch Erosion und Ablagerung.
Das Ortswappen zeigt die Kirche am Anhang über der Donau stehend mit Fischerboot und Rebstock: ein Hinweis auf die stark verzweigten Donauarme, welche noch um 1300 bis zum Wagram reichten. Alles ruht auf einem Gneissockel, der entlang der Bahnstrecke Fels - Feuersbrunn sichtbar ist.
2 km nördlich von Fels beginnt das eigentliche Weingebirge (220 - 371 m) mit Lößboden - der überwiegende Anteil unserer Weingärten -  ein gelber lehmig-sandiger kalkhältiger Boden, während der Eiszeit vom Gletschergeröll vom Wind angeweht, bis 20 m mächtig, gut wasserspeichernd und doch luftdurchlässig genug - ideal für die Reife. Da wir genau an der Grenze zwischen Wald- u. Weinviertel liegen, treffen hier die Südhänge des Manhartsbergs (Ausläufer d. Böhmischen Masse) auf die Donau, drum schaut an mehreren Stellen Gföhler Gneis an die Oberfläche, im Weelfel ist er von Sand bedeckt (Meeressand, enthält 25 Mio J. alte Austernfossilien, Seeigel, Haifischzähne), der Manhartsberg war im Tertiär ein paarmal Küste eines tropischen Meeres. Im Spiegel von Rotem Schotter (2 - 7 Mio J.alt) bedeckt, Ablagerung der voreiszeitlichen Urdonau auf dem Weg ins Meer . Beide Böden sind trockener und karg, sie bilden elegante schlanke Weine mt feinen, zarten Aromen.
Josefinische Riedenkarte von 1823
C. Gelände
Fels, Gösing und Feuersbrunn und Engabrunn, auch Teile von Straß teilen sich eine geschlossene Rebfläche rund um den Hengstberg, ein SüdAusläufer des Manhartsbergs, mit über 1.000 ha Weingärten. Ein riesiges Rondell, wo der höchste Punkt (371 m) von Mischwald (Föhren, Eichen, Buchen, Lärchen...) umkränzt wird.
Die Hangneigung ist oben ganz beachtlich, es sind aber doch keine Steinterrassen von einer Parzelle zur anderen nötig, sondern die Wurzeln von üppig blühenden Wildsträuchern befestigen die Ränder, sog. "Gstetten",die oft 5 oder 10 m Höhe haben. Es sind blühende Ödflächen, Ökoinseln, die ökologisch und landschaftlich von höchstem Wert sind, beherbergen seltene Tiere, Blumen, Ameisenhaufen, Wildfrüchte, etc. Wegen des kleinstrukturierten Weinbaus sind hier die "Gstetten" nicht der Kommassierung zum Opfer gefallen. Auch die "Kellergassen" sind Refugien eigener Flora und Fauna - Hohlwege, in Lößböden durch Erosion oft 20 und 30 m tiefe Gräben, wo der Traktor durchfährt und in den Kellern der Wein entsteht, aber die Natur weiterbestehen kann. Nachhaltiger biolog. Weinbau hat hier besondere Berechtigung.
Fels am Wagram hat 200 Weinkeller in 7 großen Kellergassen verteilt, jedes Jahr Ende Juni gibt es ein großes Kellergassenfest, ideal, um Natur ud Wein in Ruhe zu entdecken. Auch mit dem Rad ist der Wagram gut zu befahren, wir haben hier nicht viel Verkehr, ein richtiger Geheimtip.
D. Das Mikroklima
wird bei uns vom Nordwesten bestimmt, unsere "Wetterseite", sie bringt feuchte Luft vom Atlantik. Nur selten gelangt eine Tieffront vom Mittelmeer (Adriatief) aus dem Süden über die Alpengipfel bis zu uns. Oft gewinnt auch ein kontinentaler pannonischer trockener SüdOstWind an Einfluß: im Herbst erwünscht - der warme trockene Wind fördert die Traubenreife. Der Kontinentaleinfluß schafft im Spätherbst oft auch ein Hoch, welches Kälte (EISWEIN) und Frost bringt (deshalb kann bei uns keine Rebe in der Ebene gedeihen). Der Blick zur Wetterseite fällt auf eine bewaldete, höher liegende (600 - 1000 m) Region, genannt "Waldviertel", welche rauhe Winde und viele Unwetter abschirmt, was verminderte Niederschläge, jedoch milderes Klima zufolge hat. Abends strömt von den waldigen Höhen kühlere Luft ins tiefer liegende Donautal über die Rebhänge, die bei Tag die sonnige warme Thermik nach oben genossen, durch diesen Wechsel Kalt - Warm werden die Fruchtaromen ausgebildet wie sonst nur in wenigen Regionen. Durch diese Tag-Nacht-Schwankungen sind die Hanglagen säurebetonter und fruchtiger als die Tieferen.
 
Höhere Lagen sind säurebetonter und werden  später geerntet.
 

E. Die Regenmenge
beträgt normal etwa 500 mm. (Jedoch waren die Jahre 1990 bis 1995 extrem trocken und die folgenden 4 Jahre sehr naß, 2000 war 20 % unter dem Durchschnitt. Die Extreme sind die Herausforderung. Für aktuelles siehe unter Weinnews.
Unser Hauptniederschlag fällt üblicherweise Juni , Juli und August in der Hauptvegetation. Ein warmer trockener September ist das Beste für die Traubenreife. Es gibt trockene Jahre (1990 - 1995), wo es nur 300 mm und weniger regnet (1994 - 260 mm), da sind ältere Weingärten im Vorteil. Unsere tiefgründigen Böden (Löss) ebenfalls, sowie Rebunterlage (Tiefwurzler), aber besonders biologische Wirtschaftsweise hilft der Rebe, im Boden aktiv tiefliegende Resourcen sich anzueignen.
Ich glaube, auf unseren tiefen Lößböden in Fels auch ohne Bewässerung das Auslangen zu finden.
Humus ist das wichtigste Element im Boden für Speicherung und Pufferung von Wasser und Nährstoffen !
Die meisten Frühjahre erlauben üppige Begrünungsmischungen (deshalb werden Katastrophenregen bei uns nicht zur Erosionsbelastung) . Die Wurzeln und Biomasse wirken wie ein Nährstoffschwamm, der langsam freigibt, was vonnöten ist, aber alles zurückhält, was sonst weggeschwemmt würde (Wasser, Nährstoffe). Gasaustausch funktioniert auch tiefer, so kann auch die Rebwurzel tief eindringen.
Wenn das Wasser extrem mangelt, schneiden wir die Graswurzeln ab, brechen wir die Kapillaren, mit einem speziellen Untermulchbodenlockerer, ohne den Boden umzudrehen und belassen so viel Hohlräume. Bei neuerlichem Regen können die Wurzeln sofort wieder neue Pflanzen regenerieren und große Gewitterregen werden durch Hohlräume und Pflanzenteile besser aufgefangen und zum Versickern gebracht .
Pflanzen einzusäen ,mehrmals im Jahr, um immer etwas Blühendes vorzufinden, fördert auch Insekten und dadurch deren Verzehrer, ist in vielfacher Weise förderlich.
Die letzten Jahrgänge waren der beste Beweis für den Erfolg dieser Strategie auf Bodenverhältnissen des Wagrams - auch  in extremen Jahren - gute Weine zu machen.
NACH OBEN
F. Die Jahrestemperatur
Beträgt zwischen 9 und 10 Grad Celsius im Durchschnitt und ist durch Tag-Nachtschwankungen geprägt. Besonders kühle Nachtemperaturen zur Reifezeit verhelfen den Beeren zu besonderen Aromen.
In den letzten 20 Jahren verlagerte sich die Blütezeit langsam nach vorne auf durchschnittlich anfangs Juni
+43 2738 2248
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A-3481    Fels am Wagram
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